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Erbrecht
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Neue Erbrechtsverordnung 2015: Wann Sie jetzt unbedingt Ihr Testament ändern müssen

Familien- und Erbrecht

Bald tritt ein neues Erbrecht in Kraft, welche wichtige Veränderungen mit sich bringt. Lesen Sie hier, was sich ändert und was Sie jetzt tun sollten. 

Expertenrat von 
Dr. Dietmar Kowertz, Verbraucherschutz-Experte

Die EU hat ein neues Erbrecht für grenzüberschreitende und internationale Erbfälle beschlossen, das am 17. August 2015 in Kraft treten wird. Dadurch werden sich für alle Betroffenen einige schwerwiegende Änderungen ergeben, die die gesamte Struktur der Erbansprüche verändern können und auf die Sie möglichst frühzeitig reagieren sollten. Wenn

  • Sie sich regelmäßig im Ausland aufhalten,
  • Sie über Vermögen im Ausland verfügen oder
  • Sie selbst bzw. Ihr Ehepartner Ausländer sind, sollten Sie jetzt schon wissen, was zu tun ist. Wir haben recherchiert.

Bisherige Rechtslage

Im Erbfall gilt das Recht des Staates, dem der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes angehörte. War er Deutscher, ist deutsches Erbrecht anzuwenden.

Ab dem 17. August 2015 heißt es

Es gilt das Recht des Staates, in dem der „Erblasser seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt“ hatte. Bei einem Deutschen, der seinen gewöhnlichen Aufenthalt (= Daseinsmittelpunkt) z.B. in Spanien hat, gilt dann nicht mehr deutsches, sondern spanisches Erbrecht. Ausländische Erbregelungen können sich erheblich von den deutschen unterscheiden, was etwa den Pflichtteilsanspruch (im angloamerikanischen Raum unbekannt) oder die gesetzliche Erbfolge angeht. In manchen Ländern (z.B. Rumänien) sind sogar gemeinschaftlich errichtete Ehegatten-Testamente komplett ungültig!

Sie sollten soforthandeln

Wenn Sie sich gewöhnlich häufig oder längere Zeit am Stück im Ausland aufhalten, z.B. weil Sie dort ein Ferienhaus besitzen, sollten Sie sich explizit für die Rechtsordnung des Staates entscheiden, der Ihnen die besten erbrechtlichen Konditionen bietet. Dann sollten Sie eine entsprechende Ergänzung Ihres Testaments vornehmen, etwa so:

„Nach meinem Tode soll in meinen Erbangelegenheiten (Nationalität einfügen) Erbrecht zur Anwendung kommen. Ebenso soll ein (Nationalität einfügen) Nachlassgericht zuständig sein.“

Damit haben Sie eindeutig geregelt, nach welchem Landesrecht verfahren werden soll. Mit dieser Ergänzung im Testament müssen Sie nicht bis August warten, sondern Sie können sie schon jetzt vornehmen – sie gilt dann über den Stichtag hinaus. Zudem besteht bei grenzüberschreitenden Erbfällen die Möglichkeit, beim Nachlassgericht ein „Europäisches Nachlasszeugnis“ zu beantragen, das das anzuwendende Erbrecht rechtssicher dokumentiert. 

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