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Elternzeit für Väter: Zwei Monate oder gleich längere Auszeit?

Kind und Karriere

Echte Männer stecken die gesamte ihnen zur Verfügung stehende Energie in den Beruf. Mit dem Verdienst versorgen sie ihre Familie. Im Laufe der Menschheitsgeschichte war dies das gängige Modell. Väter glänzten mit Abwesenheit zugunsten ihrer Karriere. Inzwischen hat sich ein grundlegender Wandel vollzogen. Mehr zu den Hintergründen, erfahren Sie in unserem heutigen Beitrag. 

Expertenrat von 

In Kommentaren und Artikeln wird immer wieder der karrierebewusste Vater beschrieben, der das klassische Rollenbild des Nachkriegs-(West-)Deutschlands der 50er Jahre lebt. Die Zeiten haben sich jedoch gewandelt und in puncto Unterstützung in den Bereichen Haushalt und Familie haben die Herren aus dem sonst so strukturschwachen Osten ihren westdeutschen Kollegen anscheinend einiges voraus.

Studie der Zeitschrift "Eltern": Neue Welle überforderter Väter

Die Süddeutsche hatte sich Anfang des Jahres 2014 eine Umfrage der Zeitschrift Eltern zum Thema Elternzeit von Vätern zum Artikelthema gemacht. Im Anschluss des Beitrages war der Kommentar eines Lesers zu finden, der ein Problem geschildert hat, das viele Frauen so schon seit Jahren kannten und vor welchem nun auch Väter zunehmend gestellt werden:

Der Feminismus hätte den Frauen die Idee in den Kopf gesetzt, dass sie sich neben einer Karriere in einem Vollzeitjob den Kindern widmen und auch sonst alle Freiheiten eines kinderlosen Singles leben könnten. Schafften sie dies nicht, so wären sie Versager. Nach Meinung des Kommentators wäre nun dieselbe Denkweise den Männern eingeimpft worden. Der moderne Mann ist schließlich schon längst nicht mehr der bloße Ernährer. Auch Väter wollen intensiv an der Entwicklung ihres Nachwuchses teilhaben, sich kümmern, eine Beziehung aufbauen. Dass sie das neben dem Vollzeitjob plus Überstunden überfordert, ist mehr als verständlich.

Die Angst vor dem Karriereknick

Aus Angst, das gleiche Schicksal zu erleiden wie Frauen, die für längere Zeit in Elternzeit gehen, nehmen sich Männer meist (laut Umfrage sind es etwa 80 Prozent) nur eine kurze Auszeit von zwei Monaten und steigen dann gleich wieder in Vollzeit in den Job ein. Auch finanziellen Anreize wie das Elterngeld, von dem auch Väter in besonderem Maße profitieren würden, konnten daran bisher nicht viel ändern. Teilzeit kommt für kaum einen Vater infrage, auch wenn ein Teil der in der Umfrage befragten Väter das Gefühl hat, weder im Job noch in der Familie vollständig zu genügen.

Wenn es Ihnen nicht gelingt, in den alten Job zurückzukehren

Väter, die über einen längeren Zeitraum als die beinahe schon üblichen zwei Monate in Elternzeit gehen, müssen sich darauf gefasst machen, dass nach den Monaten der Auszeit der bisherige Job völlig anders sein kann. Leider sind nach wie vor die wenigsten deutschen Unternehmen familienfreundlich und bieten Maßnahmen, die es den Wiederkehrern erleichtern in den Job zurückzufinden. Oftmals mangelt es bereits an den für Familien so wichtigen flexiblen Arbeitszeiten.

Immer mehr Väter (und auch Mütter) können gar nicht in ihren alten Job zurückkehren, weil es diesen nicht mehr gibt. Das Problem sind Zeitverträge, die zwischenzeitlich ausgelaufen sind und nicht verlängert wurden. Hier hilft es leider nur, sich nach einem neuen Job umzusehen. Ausreichend qualifizierte Fachkräfte sollten dabei keine Probleme haben, eine neue Stelle zu finden, die sich möglicherweise sogar noch mit der Familie besser vereinen lässt (passende Filter finden sich auf online Karriereseiten wie Stepstone.de).

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