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Vollzeitmutter
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Vollzeitmutter: altmodisch oder einfach nur gut für’s Kind?

Wenn Mütter sich bewusst gegen den Wiedereinstieg entscheiden

Viele junge Mütter, die sich heutzutage für ein Kind entscheiden, gehen fast selbstverständlich davon aus, dass sie nach der Geburt des Kindes in Elternzeit gehen und danach auf jeden Fall wieder zurück in den Beruf kommen. Und doch gibt es auch gute Gründe für eine Entscheidung zur Vollzeitmutter. 

Expertenrat von 
Ingrid Neufeld, Erzieherin

Junge Frauen sind heute gut ausgebildet und haben oftmals auch einen langen Ausbildungsweg hinter sich. Natürlich wollen sie deshalb gerne arbeiten und sichern sich rechtzeitig Möglichkeiten der Unterstützung, um Beruf und Kind miteinander zu vereinbaren. Doch die alten Rollenkämpfe um das Wohlergehen eines Kind -  eine Mutter, die zu Hause bleibt, oder eine, die Karriere macht - sorgen noch immer für Zündstoff.

Als es in der politischen Debatte um das Betreuungsgeld ging, das Mütter erhalten sollen, wenn sie über die Erziehungszeit hinaus ihre Kinder selbst betreuen, statt sie in eine Betreuungseinrichtung zu schicken, wurde diese staatliche Zuwendung als „Herdprämie“ gebrandmarkt und damit die betroffenen Mütter indirekt als  „Heimchen am Herd“ diffamiert.

Vollzeitmutter, oder doch Karriere?

Ist es nun förderlicher, wenn eine Mutter zusätzlich zum Einkommen des Mannes Geld verdient und damit ermöglicht, dass das Kind alle denkbaren Fördermaßnahmen bekommt, angefangen vom Klavierunterricht bis hin zu teuren Sportarten wie Reiten und Tennis bis hin zu einer kostenintensiven Privatschule, oder sollte die Mutter lieber zu Hause bleiben und sich damit abfinden, dass ihr Kind eben nur im Sportverein trainieren kann und die örtliche Schule besuchen wird?

Hat die Amerikanerin Caitlin Flanagan recht, wenn sie behauptet: „Wenn eine Mutter arbeitet, geht etwas verloren?“ Die US-Autorin löste mit dieser Behauptung heftige Diskussionen aus.

Sicherlich steckt ein wahrer Kern in dieser Aussage. Denn betrachtet man nur die Familie, völlig losgelöst vom Geflecht sonstiger Beziehungen, so wird jedes Familienmitglied mit der Lösung, der Nur-Mutter höchst zufrieden sein: Die Mutter, weil sie sich den stressigen Spagat zwischen Beruf und Familie erspart und deshalb auch kein schlechtes Gewissen haben muss. Der Vater, weil es ihm gefällt, wenn er nach Hause kommt und eine warme Mahlzeit vorfindet. Die Kinder, weil die Mutter rund um die Uhr verfügbar ist und ihnen so eine gewisse Nestwärme vermitteln kann.

Sieht man jedoch die Familie im Kontext unserer Gesellschaft sieht die eben angestellte Betrachtung sehr viel komplizierter aus. Das fängt schon damit an, dass sich keineswegs jede Mutter nur deshalb für eine Berufstätigkeit entscheidet, weil sie Spaß daran hat. Der sehr viel häufigere Grund ist die pure Notwendigkeit. Damit ergibt sich für die Mutter keine reine Wahlmöglichkeit. Sie ist gezwungen zu arbeiten, damit die Familie ihren Lebensunterhalt bestreiten kann. Wenn die Familie sehr viel Abstriche machen muss und sich die Mutter dann trotzdem für die Hausfrauenrolle entscheidet, hat sie oft ein sehr schlechtes Gewissen, weil sie nicht arbeitet. Dazu kommt, dass in unserer Gesellschaft die Familienmutter als Rollenbild ausgedient hat und deshalb Hausfrauenarbeit erst recht keine Anerkennung findet. Auch der Vater muss sich möglicherweise von seinen Kollegen Kommentare anhören wie: „Was deine Frau ist zu Hause? Was macht sie denn da den ganzen Tag?“

Im Grunde genommen kann sich eine Frau nur dann für die Hausfrauenrolle entscheiden, wenn das Familieneinkommen gesichert ist und sie zumindest vom Ehemann die entsprechende Anerkennung erhält.

Auch wenn heutzutage das Hausfrauenmodell nicht mehr der klassischen Rollenverteilung entspricht, so gehören doch die Familien, in denen dieses Modell vorherrscht, zu den stabilsten. Die Beziehungen sind meist glücklicher, als in den Familien, in denen alle Hausarbeiten gleich geteilt werden.

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Kommentare zu "Vollzeitmutter: altmodisch oder einfach nur gut für’s Kind?"

  • Andrea schreibt am 08.08.2016

    Also ich finde das hat nichts mit Geborgenheit oder Nestwärme zutun wen eine Mutter zuhause sitzt. Auch nicht mit unterstützung und Liebe dem Ehemann und den Kindern gegenüber, im gegenteil!
    Durch das die Frau nur Zuhause rumhockt nimt sie ihrem Mann, den sie ja angeblich so liebt die möglichkeit mit seinen Kindern zu verbringen, was schädlich für die entwicklung des Kindes ist. Ausserdem wird jeder liebende Vater das ihrgendwann mal sich und seiner Frau vorwerfen nicht mehr Zeit mit seinen Kinder verbracht zu haben!
    Dan könnte man sich genau so gut scheiden lassen und die Kinder am Wochenende am Vater vorbei bringen, es würde kein grossen Unterschied machen. Also jeder liebende Vater, der wirklich von Herzen selber Kinder wollte, wird seine Kariere hinten anstellen und eine teilzeit Job suchen der besser für einen Familienvater geeignet, oder jemanden suchen mit dem er die Stelle teilen kann.

    Und nun zu den Müttern. Eine Mutter die nur Zuhause rumsitzt und das Dienstmädchen der Familie spielt, vermittelt den Kindern ein völlig krankes und unrealistisches Bild. Die kinder werden dan meist automatisch in diese Rollen getrieben dass die Jungs meistens noch mit 20 nich wissen wie man eine Waschmaschiene bedient und die Mädchen sich nicht richtig auf schule und Ausbildung konzentrieren können, da sie Zuhause immer alleine helfen müssen.
    Ausserdem ist es keine Beziehung auf Augenhöhe wen als Angestelte vom Mann arbeitet, von ihm ihren Lohn kriegt und somit kein unabhängiges und eigenständiges Leben führen kann.
    Dies denken das kinder gleich in eine fremd Beträung kähmen wen die Mutter 2 bis 3 Tage die Woche arbeitet ist auch ihrgendwie krank, den an den übrigen Tagen ist in einer intakten Familie dan meistens der Vater zuhause.

    Fazit: Es hat nur Vorteile wen man das Geld verdienen so wie Haushalt und Kinder untereinander aufteilt, die Kinder haben dan wirklich Eltern die für die kinder da sind, was auch besser für die Entwicklung der kinder sind, die eltern sind aus Liebe und nicht aus Abhängichkeit zusammen und niemand muss sich vorwerfen, die Zeit und die Entwicklung der Kinder verpasst zu haben.
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