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Baby krabbelt zwischen Spielzeug
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Kinderfreundliches Spielzeug – Kaufkriterien im Überblick

Spielzeug muss sicher und schadstofffrei sein

Ein gutes Kinderspielzeug zu finden, ist gar nicht so einfach. Die Anforderungen steigen und Eltern sind sehr kritisch, wenn es um die Gesundheit ihrer Kinder geht. Das ist auch gut so, denn kritische Eltern sorgen dafür, dass Hersteller sich noch mehr Mühe geben, den Ansprüchen gerecht zu werden. Welche Merkmale ein kinderfreundliches Spielzeug auszeichnen und worauf Verbraucher beim Kauf achten sollten, ist jetzt Thema. 

Expertenrat von 

Der Preis: Teuer ist nicht gleichbedeutend mit gut

Den Preis als ausschlaggebendes Kriterium für gutes Spielzeug heranzuziehen, ist nicht sinnvoll. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für Erwachsene dennoch wichtig und es empfiehlt sich, ein gutes Spielzeug bei einem preiswerten Anbieter zu kaufen. Auch Gutscheine und Rabatte sind hilfreich, um günstiger hochwertiges Kinderspielzeug zu kaufen. Doch der Kaufpreis ändert letztlich nichts an der Qualität des Produkts. Besser ist es, sich an anderen relevanten Kriterien zu orientieren.

Trendy, innovativ oder pädagogisch wertvoll – das ist Eltern wichtig

Die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zur den Auswahlkriterien von Spielwaren ist erschreckend: In Deutschland spielt die Umweltfreundlichkeit von Spielzeug nur eine kleine Rolle. Gerade mal 9% nimmt diese Eigenschaft für die Kaufentscheidung bei einem Spielzeug ein. Deutsche Eltern kaufen Spielzeug, das

  • pädagogisch wertvoll (37%)
  • trendy (25%)
  • traditionell (21%) und
  • innovativ (9%)

ist. Sicherlich sind die genannten Aspekte wichtig, das ist nicht von der Hand zu weisen. Doch zu einem kinderfreundlichen Spielzeug gehören vor allem Sicherheit und Schadstofffreiheit.

Das Material: unbedenklich, natürlich, umweltfreundlich

Die Reaktion von Kindern und Jugendlichen auf Schadstoffe ist sehr sensibel. Sie belasten den Organismus nachhaltig. In der Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit von Kindern kam heraus, dass Weichmacher (neben Nikotin) in Kinder-Körpern weit verbreitet sind. Einige der schädigenden Weichmacher greifen sogar in das Hormonsystem ein und ziehen Langzeitschäden nach sich.

Weichmacher befinden sich in Kunststoff. Wie der Name schon sagt, sorgen sie für die Flexibilität von Werkstoffen. Sie weichen harten Kunststoff auf. Bestimmte Weichmacher sind gesetzlich verboten. Das Problem ist allerdings, dass Hersteller keinen Nachweis darüber führen müssen. Aus diesem Grund gibt es immer wieder alarmierende Meldungen über Weichmacher in Kinderspielzeug aus Kunststoff.

Bausteine, Spielfiguren und Autos aus Hartplastik sind unbedenklich, wenn sie aus ABS (Acrylnitril-Butadien-Styro-Copolymer) hergestellt werden. Die billige Hartplastik-Variante besteht aus PVC. Das Problem: PVC weist in vielen Fällen schwermetallhaltige Bestandteile auf. Eltern sollten deshalb zu Kinderspielzeug greifen, auf dem der Hinweis „PVC-frei“ vermerkt ist. Liegt dieser Hinweis nicht vor, können Eltern direkt beim Hersteller nachfragen, um welchen Kunststoff es sich handelt. Wenn es unbedingt ein Teil aus PVC sein muss, weil der Sprössling auf ein ganz spezielles Spielzeug besteht, sollte zumindest der Hinweis Phthalat-frei aufgedruckt sein.

Praxistipp: Beim Kauf sollten besonders billige No-Name-Produkte aus weichem Plastik vermieden werden. Denn es hat sich gezeigt, dass sich viele Warnmeldungen auf eben diese No-Name-Produkte beziehen.

Beim Spielzeugkauf sind außerdem Produkte aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) eine gute Alternative. Ist ein Spielzeug mit dem Kennzeichen „Spiel gut“ gelabelt, ist es PVC-frei. Vorsicht: Das gilt nicht für Elektronikspielzeug.

Holzspielzeug kritisch prüfen

Auch Holzspielzeug sollten Eltern genau überprüfen. Stiftung Warentest und Ökotest stellen regelmäßig eine Liste von Spielzeugen online, die sie getestet haben. Mehr als die Hälfte der getesteten Holzspielzeuge in den letzten Jahren enthielt krebserregende Stoffe. Egal, ob es um Greifspielzeuge, Bauklötze oder Puzzle ging, Holzspielzeug hat leider eine schlechtere Bewertung erhalten, als gemeinhin angenommen. Den Ergebnissen von Stiftung Warentest und Ökotest darf man ruhig trauen, denn die Spielzeuge werden in über dutzenden Einzeltests sehr intensiv auf Herz und Nieren geprüft. Eine Faustregel lautet: Besteht ein Holzspielzeug ausschließlich aus unbehandeltem Holz, ist es unbedenklich. Der Beitrag „Augen auf beim Spielzeugkauf“ liefert hierzu weitere hilfreiche Informationen.

Geprüfte Sicherheit: Auf das TÜV Siegel vertrauen

Für Babys und Kleinkinder ist es besonders wichtig, dass Spielzeug keine Gefahrenquelle darstellt. Das gilt nicht nur hinsichtlich der Inhaltsstoffe, sondern auch hinsichtlich der Fertigung. Splitterndes Holz kann schlimme Verletzungen verursachen. Auch brüchiges Plastik ist gefährlich. In diesem jungen Alter wissen die Kinder nicht mit einer solchen Gefahr umzugehen. Vielmehr erforschen sie ihre Welt und testen sich und ihre Grenzen aus. Sie fassen etwas an, sie stecken es in den Mund, sie schlagen es auf den Boden und unterziehen ein Spielzeug ihrem ganz persönlichen Test. Deshalb sollten Eltern ganz besonders auf diese Aspekte achten:

  • Kinderspielzeug darf keine kleinen und losen Teile, die verschluckt werden können, aufweisen. Diese Teile bergen Erstickungsrisiken.
  • Sicheres Kinderspielzeug hat abgerundete Ecken. Scharfe Kanten, Ecken und spitzes Material sind tabu. Das Verletzungsrisiko ist zu hoch.
  • Falls Lack aufgetragen sein sollte, muss dieser absolut speichelfest, lösemittel- und schadstofffrei sein. Außerdem sollten Eltern auf Farbechtheit achten. Am besten sind Lacke auf Wasserbasis, noch besser ist Spielzeug ganz ohne Lack.
  • Falls ein Kinderspielzeug ein Batteriefach aufweist, muss dieses Batteriefach fest verschließbar sein. Das bedeutet, dass mindestens eine Schraube dafür sorgt, dass die Batterie unerreichbar für Kinder ist.

Der TÜV vergibt ein Siegel für alle Spielzeuge, die den genannten Kriterien entsprechen. Eltern können auf das GS-Siegel vertrauen.

Auch Textilien müssen frei von Schadstoffen sein

Handelt es sich bei dem Spielzeug um eine Puppe oder sind Textilien beim Spielzeug verarbeitet, sollten diese Textilien dem Öko-Text-Standard 100 entsprechen. Das Zertifikat wird weltweit vergeben und steht für ökologisch angebaute Ausgangsstoffe.

Fakt ist, dass es über 2000 unterschiedliche Label auf dem Markt gibt. Der Verbraucher findet sich hier ohne Hilfe nicht zurecht. Falls Zweifel bestehen, lohnt sich die Onlinerecherche, um die Aussagekraft eines Labels zu überprüfen. Weist ein Spielzeug kein spezielles Siegel auf, sollte es zumindest nicht unangenehm riechen. Denn dann könnte es sehr gut möglich sein, dass Kindern die Ausdünstungen von verbotenen Schadstoffen in die Nase steigen.

Fazit: Schadstofffrei und ohne Verletzungsgefahr

Kinderspielzeug darf die Gesundheit des Kindes nicht gefährden, es soll lange halten und natürlich Spaß machen. Am besten ist Spielzeug, das die beschriebenen Kriterien erfüllt, die im Beitrag erläutert wurden. Um diese Kriterien zu erfüllen, ist teures Spielzeug oft lohnenswert. Wer trotzdem sparen möchte, kann mit Gutscheinen oder Rabatten bei vielen Spielzeuganbietern hochwertiges Spielzeug zu günstigen Preisen ergattern. Ein Spielzeug sollte zusätzlich auch die Fantasie anregen, die Kreativität fördern und sich im besten Fall mit bereits vorhandenem Spielzeug kombinieren lassen. Dann ist es flexibel nutzbar und dazu geeignet, lange für Spielspaß zu sorgen.

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