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Einmal Mutter – immer Mutter? Wie Sie ein neues Selbstverständnis entwickeln

Neue Mutterrolle

Wenn die Kinder älter und selbstständiger werden, verändert das das gesamte Familienleben. Die Kinder wachsen langsam aus der Position der Abhängigen und zu Beschützenden heraus. Das bedeutet zwangsläufig, dass auch die Rolle der Mutter sich verändern muss. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie mit Ihren Kindern zusammen wachsen und wie Sie am besten zu einem neuen mütterlichen Selbstverständnis finden.  

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Heidi ist 50 Jahre alt und berichtet: „Ich bin heilfroh, dass meine beiden Jungs jetzt aus dem Gröbsten raus sind. Der eine ist schon ausgezogen, der andere ist auch sicher bald so weit. Ich muss schon sagen, dass die beiden mich zwischenzeitlich einige Nerven gekostet haben.“ Sie lacht. „Aber ich finde, die Arbeit hat sich gelohnt. Ich bin wirklich stolz auf sie.“ Sie hält einen Moment inne, bevor sie fortfährt: „Aber ich bin auch ein bisschen stolz auf mich und meinen Mann. Wir haben gerade nochmal die Kurve gekriegt! Puh, ich glaube, das war wirklich knapp.“ Sie lacht wieder. „Als die Jungs beide heftig in der Pubertät waren, lagen unsere Nerven oft blank, und wir haben uns auch häufig gestritten. Da war eine sehr anstrengende Zeit für uns. Erst nachdem sich alles wieder etwas beruhigt hatte, haben wir gemerkt, wie sehr wir unsere Partnerschaft aus den Augen verloren hatten. Wir haben dann beschlossen, dass es so nicht weitergehen kann, und uns wieder ganz bewusst zusammengerauft. Seitdem hat sich vieles bei uns verändert – positiv!“

Und Marina (53) erzählt: „Es ist mir zwar peinlich, das so zu sagen, aber es ist mir schon schwergefallen zu sehen, dass die Kinder nach und nach unabhängiger wurden und mich nicht mehr so brauchten. Beim ersten und zweiten ging es ja noch, aber als dann meine jüngste Tochter in die Pubertät kam und verkündete, sie werde auch bald ausziehen, war ich nervlich am Ende. Ich hatte keine Fantasien, wie es dann weitergehen sollte, denn ich hatte mich ja die ganze Zeit auf die Kinder konzentriert. Ich eierte eine ganze Weile herum, bis ich mich entschloss, mein Schicksal nicht mehr zu bedauern – ich meine, es ist ja normal, dass die Kinder irgendwann ausziehen! Und wir wollten sie doch auch zur Selbstständigkeit erziehen! –, sondern es in die Hand zu nehmen. Ich habe dann noch mal kurzerhand ein Fernstudium angefangen. Das hat mir sehr gut getan und mir viel Bestätigung gegeben. Mittlerweile kann ich den Gedanken gut ertragen, dass auch die ‚Kleine‘ irgendwann das Nest verlassen wird. Traurig werde ich bestimmt sein, aber Angst macht mir diese Vorstellung nicht mehr.“

Heidi, Marina und viele andere Mütter haben es bereits geschafft: Ihnen ist es gelungen, sich nach der Kinderphase neu zu definieren und neu zu orientieren. Dazu gehört nicht nur die Bereitschaft, die Kinder loszulassen, sondern auch, sich mit sich selbst, seinen Gefühlen und seinen Wünschen zu beschäftigen. Marina und Heidi haben das getan und gut für sich gesorgt.

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