Kommentare:
Familienreport 2012

Familienreport 2012: Deutschland kein Land der Einzelkinder

Lebenssituation von Familien in Deutschland

Endlich gibt es wieder positive Nachrichten zur Geburtenrate in Deutschland. Der jährlich erscheinende Familienreport zeigt, dass die Kinderwünsche in Deutschland hoch sind und immer mehr Frauen über 30 aufgeschobene Kinderwünsche nachholen. Auch ist der Anstieg der Kinderlosigkeit unter Akademikerinnen gestoppt. 

Expertenrat von 

Die wichtigsten Ergebnisse des Familienreports 2012 im Überblick

Der Familienreport wird jährlich vom Bundesfamilienministerium herausgegeben und analysiert die aktuelle Familiensituation in Deutschland. Seit Jahren dokumentiert der Bericht, dass sich die traditionelle Rollenverteilung von Vätern und Müttern ändert und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein zentrales Problem für junge Familien darstellt. Für das Jahr 2012 konnten folgende Trends festgestellt werden:

  • Drei Viertel der Kinder wachsen bei verheirateten Eltern auf. Die traditionelle Familie ist also kein Auslaufmodell, denn damit stellen verheiratete Paare mit gemeinsamen Kindern nach wie vor die häufigste Familienform in Deutschland dar.
  • Akademikerinnen gründen wieder Familien:  Fragt man junge Frauen und Männer nach Ihrer Familienplanung, so wünschen sie sich heute mindestens zwei Kinder. Nur jeder Vierte sieht sich durch Kinder in seinen beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten beschränkt. Die Geburtenrate bei Frauen, die nach 1970 geboren wurden, steigt wieder an. Damit ist auch die zunehmende Kinderlosigkeit unter Akademikerinnen gestoppt. 
  • Die Zahl der Eheschließungen in Deutschland ist stabil und liegt seit einigen Jahren auf einem ähnlichen Niveau. Auch die Zahl der Ehescheidungen ist seit fast fünfzehn Jahren nahezu konstant. Ehepaare bleiben sogar länger zusammen als noch vor zehn Jahren. Kommt es doch einmal zu einer Trennung oder Scheidung, so zeigen Studien, dass Kinder in Stief- und Patchworkfamilien nicht unzufriedener sind,als Kinder in anderen Familien. Interessant ist, dass 62 Prozent der in Ostdeutschland geborenen Kinder aus einer Beziehung unverheirateter Eltern stammen. Damit gehören die neuen Bundesländer bei den nichtehelichen Geburten im europäischen Vergleich zu den Spitzenreitern. Nur Island liegt mit 65 Prozent nichtehelicher Kinder noch höher.

  • Deutschland ist kein Land der Einzelkinder: Fast die Hälfte aller Kinder hat eine Schwester oder einen Bruder, jedes fünfte Kind hat sogar zwei Geschwister. Nur ein Viertel der Kinder in Deutschland sind Einzelkinder.
  • Die Erwerbstätigkeit von Müttern von Kindern zwischen ein und drei Jahren steigt wieder an. Durch die Einführung des Elterngeldes und den verstärkten Ausbau der Kinderbetreuung wird Müttern der Wiedereinstieg in den Beruf deutlich erleichtert. Die Erwerbstätigenzahlen der Mütter mit Kindern unter einem Jahr sind hingegen konstant niedrig. Eltern nutzen die Schonzeit, die ihnen das Elterngeld bietet.
  • Die Förderung ihrer Kinder hat für Eltern eine hohe Priorität. Eltern möchten, dass aus ihren Kindern auch was wird und verzichten seltener aus finanziellen Gründen auf Förderangebote. Allerdings fällt auf, dass gerade Eltern mit hohem Bildungsstand häufig mit ihrem Kind Bildungsaktivitäten unternehmen, bei Eltern mit niedrigem oder mittlerem Bildungsstand sind es deutlich weniger.
  • Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche nimmt um 1,4 Prozent ab. Vor allem bei verheirateten Frauen sinkt die Zahl der Abtreibungen seit 2000 deutlich.
  • Fast ein Drittel aller Familien mit Kindern in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie können Eltern mit Migrationshintergrund seltener auf staatliche Fördermittel zurückgreifen. Das ist auch eine Erklärung für die deutlich niedrigere Erwerbstätigkeit bei Müttern mit Migrationshintergrund. Während 72 Prozent der Mütter in Familien ohne Migrationshintergrund erwerbstätig sind, sind es nur 50 Prozent der Mütter, die einen Migrationshintergrund haben.

Mehr zum Thema von unseren Elternwissen-Experten

Kommentare zu "Familienreport 2012: Deutschland kein Land der Einzelkinder"

Sagen Sie Ihre Meinung und schreiben Sie einen Kommentar!




Warum stellen wir so dumme Fragen?
Hinweis: aus rechtlichen Gründen erscheint Ihr Kommentar nicht sofort, sondern muss zuerst durch einen Moderator freigeschaltet werden.
Spamschutz

Der Grund, weshalb wir Sie nach der Geburt fragen, ist die Vermeidung von Spam durch automatisierte Spam-Bots.

Solche Spam-Bots versuchen durch massenhafte Einträge von Links in Kommentarfeldern und Gästebüchern Traffic für ihre Angebote zu erzeugen. Daher stellen wir einfache Fragen, die ein echter Nutzer ohne Probleme beantworten kann, während automatisierte Spam-Bots daran meist scheitern (Captcha-Test).

Eine Alternative zu solchen individuellen Fragen sind Bild-Captchas, bei denen verzerrt dargestellte Buchstaben oder Zahlen abgetippt werden müssen. Aufgrund des erhöhten "Nerv-Faktors" dieser Bild-Captchas haben wir uns für aber für erstere Variante entschieden.

Kostenlose Tipps zum Thema "Harmonie in der Familie" per E-Mail

Sollen wir Sie mit neuen Tipps und Artikeln zum Thema "Harmonie in der Familie" kostenlos per E-Mail auf dem Laufenden halten?