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Familie geht gemeinsam im Wald spazieren
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Sport muss sein! So überwindet Ihr Kind seinen inneren Schweinehund (und Sie auch!)

Starke Eltern - starkes kind

Kleine Kinder wollen sich ständig und überall bewegen. Stühle müssen bestiegen, Bobby-Cars gefahren und Spielplätze erobert werden. Leider verlieren manche Kinder diesen natürlichen Bewegungsdrang mit zunehmendem Alter. Ist auch Ihr Kind ebenfalls ein Sportverweigerer? Vielleicht gehören auch Sie zu den vier von zehn Erwachsenen, die sich als Sportmuffel bezeichnen? Ich zeige Ihnen, wie Sie Ihr Kind und sich selbst vom Sofa holen. 

Expertenrat von 
Annette Holl, Grundschullehrerin

Es ist erwiesen, dass Kinder, die regelmäßig Sport treiben:

  • motorisch fit sind (Gleichgewicht, Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft, Koordination),
  • seltener Haltungsschäden haben,
  • weniger anfällig für Infekte sind,
  • besser schlafen,
  • weniger Gewichtsprobleme haben,
  • sich besser konzentrieren können,
  • eine höhere Frustrationstoleranz haben,
  • sozial kompetenter sind,
  • sich leichter an Regeln halten,
  • weniger aggressiv sind und
  • geduldiger sind.

Was Hänschen nicht lernt …

Meine Kinder waren als Babys bei meinen Jogging-Runden im Wagen mit dabei oder schliefen im Tragetuch, während ich auf dem Heimtrainer saß. Inzwischen begleiten sie mich gern ein Stück auf ihren Fahrrädern. Studien zufolge treiben zwei Drittel der sportlichen Kinder auch als Erwachsene noch Sport. Nur mit viel Disziplin ist es dagegen möglich, sich später noch an regelmäßiges Training zu gewöhnen. So bewegen sich fast 90 Prozent der Erwachsenen, die als Kind nicht an Sport gewöhnt waren, immer noch wenig. Lange Vorträge über seine Gesundheit oder das Anmelden in einem Sportverein machen Ihr Kind nicht fitter. Das A und O für mehr Bewegungsfreude sind Sie! Integrieren Sie Sport in den Familienallta. Werden Sie unbedingt gemeinsam mit Ihrem Kind aktiver! Es wird Ihnen später dankbar sein.

5 einfache Tipps für mehr Bewegung

1. Mama-Taxi macht mal Pause!

Wussten Sie, dass ein strammer Spaziergang die Durchblutung im Gehirn um 13% steigert und somit die Denkstrukturen verbessert? Schicken Sie Ihr Kind, wann immer möglich, zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Roller oder den Inlineskates los. Ein Tachometer am Fahrrad oder ein Schrittzähler sorgen dabei bestimmt für die nötige Motivation!

Mein Tipp!

Ist Ihr Kind auf seinem Schulweg auf den Bus angewiesen? Dann begleiten Sie es doch ab und zu (vielleicht wenn Sie frei haben und die Sonne scheint?), und steigen Sie gemeinsam eine Station früher aus, um den restlichen Weg zu Fuß zurückzulegen.

2. Familienleben ganz bewegt

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Kinder 60 Minuten Bewegung pro Tag. Verordnen Sie Ihrer Familie also vier „bewegte Ausflüge“ pro Monat. Dokumentieren Sie diese für alle sichtbar mit einem roten Klebepunkt in Ihrem Kalender. Es muss nicht der spektakuläre Klettergarten oder das teure Erlebnisbad sein! Peppen Sie „Normalitäten“ auf: 

  • Zeichnen Sie einen Berg aus zehn Kreisen. Für jeden erwanderten Gipfel und/oder Berghütte malt Ihr Kind einen Kreis an.
  • Stoppen Sie die Zeit bei Ihrem Sonntagsspaziergang. Sind Sie beim nächsten Mal schneller?

Mein Tipp!

Die Trimm-Dich-Pfade der 1970/80er-Jahre kommen wieder in Mode. Bei uns im Wald gibt es noch so einen Rundkurs mit verschiedenen Übungsstationen, die einen normalen Spaziergang für meine Kinder gleich viel ereignisreicher machen.

3. Fahrstuhl außer Betrieb

Experten sagen: Treppensteigen ist die beste Fitnessübung im Alltag, um das Kreislaufsystem in Schwung zu bringen und das Gleichgewichtsgefühl zu steigern. Nutzen Sie in Ihrer Familie von jetzt an jede Treppe (der Leuchtturm im Urlaub, die Drehleiter beim Feuerwehrfest, die Schultreppe etc.).

  • Zählen Sie die Stufen.
  • Gehen Sie eine Etage langsam, das nächste Stockwerk schneller.
  • Nehmen Sie zwei Stufen auf einmal.
  • Laufen Sie mal mit dem ganzen Fuß, mal nur auf den Fußballen.

4. Aufstehen statt Sitzenbleiben!

Der aktuelle Kinder- und Jugendsportbericht (August 2015) beanstandet den Bewegungsmangel in Deutschland: Kinder sitzen heute bis zu 70% des Tages. Verringern Sie die Prozentzahl mit einfachen Mitteln:

  • Bringen Sie zwei Klebebandstreifen auf dem Boden an, die auf dieser Strecke eine wöchentliche wechselnde bestimmte Fortbewegungsart (z. B. Hopserlauf) vorschreiben.
  • Befestigen Sie eine Klimmzugstange im Türrahmen, oder befestigen Sie ein dickes Seil an der Decke.
  • Warum in den TV-Werbepausen nicht ein paar Runden um das Sofa rennen?

5. Spaziergänge aufp-App-en

Mithilfe der App „Runtastic pro“ habe ich einen wöchentlichen Überblick über alle meine sportlichen Aktivitäten. Sie zeigt mir die Wegstrecken und Kilometer, hält die Höhenmeter und den Kalorienverbrauch fest – sie hat sogar eine Sprachfunktion, die mich anfeuert!

 

 

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