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Tics bei Kindern
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Sprechdurchfall und Dauerschmatzen: Wenn Ihr Kind Tics entwickelt

Tics bei Schulkindern

Mehr als jedes zehnte Kind entwickelt im Grundschulalter sogenannte Tics. Wie Sie mit diesen Tic umgehen, lesen Sie hier. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Tics bei Grundschülern sind keine Seltenheit

Zehn bis 15 Prozent aller Kinder entwickeln im Grundschulalter zwischen sechs und acht Jahren einen sogenannten Tic, der sich in den meisten Fällen mit der Pubertät wieder auswächst. Bei 30 Prozent der Betroffenen hält die unwillkürliche Bewegung oder sonderbare Lautäußerung jedoch an und wird ins Erwachsenenalter mitgenommen. Die meisten Eltern

Was ist ein Tic?
Ein Tic ist eine rasche, wiederholte, nicht rhythmische Bewegung oder eine Lautproduktion, die plötzlich einsetzt, keinem Zweck dient und als bedeutungslos erlebt wird. Quelle: Ärzteblatt

reagieren sehr besorgt, wenn sie dieses Verhalten bei ihrem Kind entdecken. Jetzt ist es wichtig, nicht mit Verärgerung oder Strafe, sondern mit Verständnis und Aufklärung zu reagieren.

Vor einigen Jahren habe ich regelmäßig mit einem charmanten Drittklässler gearbeitet, der nicht nur an einem Aufmerksamkeitsdefizit (ADHS), sondern ebenfalls an einer Tic-Störung litt. Anfangs war ich irritiert, wenn Per* (*Name geändert) mitten in unseren Übungen plötzlich aufsprang und „Du stinkst!“ rief. Konnte es sein, hatte ich vielleicht am Abend vorher zu viel Knoblauch gegessen? Meist dauerte es nicht lange, und Per sprang erneut auf. Dann rief er „Ich liebe dich!“ und vertiefte sich anschließend wieder in seine Rechenaufgabe. Diese beiden Ausrufe hörte ich in den nächsten Monaten noch sehr oft, Per musste diese Sätze zwanghaft äußern. Nach und nach gewöhnte ich mich daran, und schließlich empfand ich diesen Tic als ganz normal.

Tics bei Grundschülern sind oft vorübergehend

So extrem wie bei Per sind Tic-Störungen längst nicht immer. Viele Schulkinder im Grundschulalter zeigen schwache Ausprägungen dieser Tics, sie sind meist vorübergehend und beeinträchtigen weder das Lernen noch die sozialen Kontakte. Trotzdem machen die unwillkürlichen Bewegungen oder das wiederholte Erzeugen von Lauten, Worten oder Sätzen Eltern natürlich Angst. Sie fragen sich, ob ihr Kind gesund ist. Auch Mitschüler oder Lehrer können durch die Tics irritiert sein. Um Klarheit zu erhalten und Problemen in der Schule vorzubeugen,sollten die betroffenen Kinder einem Arzt vorgestellt werden. Denn nach einer Diagnose können Sie eventuell gegensteuern und auch den Lehrer und die Schule mit ins Boot holen.

Typische Anzeichen für eine Tic-Erkrankung

Zu den häufigsten Tics bei Kindern gehören unwillkürliche Augenbewegungen wie heftiges Zucken oder schnelles Zwinkern. Auch Bewegungen mit dem Mund, dem gesamten Kopf oder den Schultern sind häufig zu sehen. Tics können auch in Serie auftreten. Einem Augenzucken folgt eventuell ein Zwinkern oder ähnlich. In Stresssituationen treten Tics gehäuft auf. Die genaue Ursache ist noch immer ungeklärt. 

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