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Digital Native
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Digital Natives: Wie Jugendliche heute lernen (sollten)

Richtiger Umgang mit Medien

Die Frage „Nutzen oder schaden die modernen Medien den Schülern heute?“ wird sehr kontrovers diskutiert. Der ärztliche Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, Manfred Spitzer, versammelt eine Fanschar um sich, die eine „digitale Demenz“ prophezeit, wo hingegen etliche Neurowissenschaftler die Vorzüge der digitalen Medien hervorheben. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen diese Vor- und Nachteile aufzeigen sowie Eltern und Schülern Tipps geben, wie sie im Zeitalter der modernen Medien als „Digital Natives“ lernen sollten. 

Expertenrat von 

Als „Digital Natives" wird die heutige Generation bezeichnet, die mit Computer und Handy aufgewachsen ist. Deren Gehirne wurden bereits in einer besonders sensiblen Phase auf die elektronischen Medien eingestellt. Ihnen gegenüber stehen die „Digital Immigrants“, die Erwachsenen, die erst im späteren Alter den Umgang mit dem Computer erlernt haben.

In vergangenen Jahren hat sich die Hirnforschung sehr intensiv mit den Folgen der Mediennutzung und den damit verbundenen Veränderungen im menschlichen Gehirn beschäftigt. Hier einige sehr interessante Erkenntnisse dieser Forschung:

So verändern moderne Medien das Gehirn von Jugendlichen

Bei allen Tätigkeiten, die wir intensiv betreiben, verändert sich bei jeder Benutzung das Gehirn, oftmals sogar dauerhaft und länger. Das Gehirn wird so, wie man es benutzt! Untersuchungen haben beispielsweise gezeigt, dass ein bestimmter Bereich im Gehirn von 15-Jährigen in den vergangenen zehn Jahren fast doppelt so groß geworden ist: nämlich der sensomotorische Bereich, der für die Regulation der Daumenbewegungen zuständig ist. So weist auch das Gehirn eines Menschen, der im Internet intensiv surft, bestimmte Unterschiede auf. Erstaunliches zeigt ein Experiment des Neurowissenschaftlers Gary Small: Er ließ bisherige „Nicht-Internetsurfer“ fünf Tage das Internet nach einem vorgegebenen Arbeitsplan benutzen. Diese kurze Trainingszeit reichte aus, das Gehirn-Aktivitätsmuster der Netz-Anfänger den Mustern erfahrener Internet-Nutzer anzugleichen. Das zeigt in beeindruckender Weise, wie anpassungsfähig das menschliche Gehirn ist – im Positiven wie auch im Negativen.

Positive und negative Veränderungen im Gehirn eines pubertierenden „Digital Native“: 

Positiv:

  • Die analytischen Fähigkeiten werden gesteigert. 
  • Die Leistung, mehrere Aufgaben gleichzeitig auszuführen, wird erhöht. 
  • Die Geschwindigkeit der Bildverarbeitung wird verbessert. 
  • Die Such- und Recherchegeschwindigkeit wird optimiert. 

Negativ:

  • Der Arbeitsspeicher im Gedächtnis wird durch Datenfluten überlastet, wodurch sich auch die Fehleranfälligkeit erhöhen kann. 
  • Die selektive Aufmerksamkeit, sich auf eine einzige Aufgabe zu konzentrieren, wird erschwert. 
  • Der Wunsch nach schneller Belohnung steigt, womit die Konzentrationsfähigkeit auf kürzere Zeiten eingestellt wird. 
  • Die Sprachkompetenzen und haptischen Fertigkeiten verkümmern. 
  • Die Empathiefähigkeit leidet.

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