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Fernsehen, Entwicklung

Fernsehen: Wie es die Entwicklung fördern kann

Fernsehen für Kinder

Wenn Kinder fernsehen, streiten sich die Erwachsenen. Macht Fernsehen aggressiv und übergewichtig? Machen Lernsendungen Kinder schlauer? Lesen Sie hier einen Überblick über den aktuellen Wissensstand. Außerdem Tipps, wie Ihr Kind gesünder fernsieht  

Expertenrat von 

Der Fernseher ist aus den meisten Familien nicht mehr wegzudenken. Ist es angesichts der vielen Negativschlagzeilen über die Auswirkungen des Fernsehens nicht besser, Kindern gleich ein generelles TV-Verbot zu verhängen? Medienexperten sind anderer Meinung. Kinder kommen am Fernsehen gar nicht vorbei. Verbote erhöhen nur den Reiz des Fernsehens. Besser ist es, Ihrem Kind in dosierter Form Lernsendungen oder geeignete Kinderprogramme zu erlauben.

Vor allem zu viel Fernsehen ist ungesund

Hier finden Sie die Ergebnisse wichtiger Studien über die Auswirkungen des Fernsehens aufgelistet. Die meisten Studien wurden allerdings nicht an Kindergartenkindern, sondern an Schulkindern durchgeführt. Welche Auswirkungen das Fernsehen auf die Allerkleinsten in den ersten zwei Lebensjahren hat, darüber ist noch recht wenig bekannt. Jedoch wissen wir aus einer amerikanischen Studie, dass bereits einjährige Babys im Fernsehen gezeigte Situationen erfassen können und sich dadurch in ihrem Handeln beeinflussen lassen.

  • Gehirnentwicklung: Eine Studie der American Academy of Pediatrics belegt, dass Kleinkinder für eine gesunde Hirnreifung und die Entwicklung ihrer sozialen, emotionalen und geistigen Fähigkeiten unbedingt auf direkte Erfahrungen im Umgang mit echten Menschen angewiesen sind. Das Fernsehen kann dies nicht leisten und hemmt deswegen, bei übermäßigem Konsum, möglicherweise die Entwicklung.
  • Gewaltbereitschaft: Die zahlreichen Gewaltdarstellungen im Fernsehen, schon in den speziell für Kinder produzierten Zeichentrickfilmen, werden häufig für die steigende Gewaltbereitschaft an Schulen verantwortlich gemacht. Kinder lernen, was Gewalt betrifft, von ihren Filmhelden. Davon sind besonders Jungen betroffen, da ihnen Gewalt in Filmen als männliches Rollenvorbild angeboten wird.
  • Konzentrationsstörungen: Je länger Kleinkinder in die Röhre gucken, desto häufiger fallen sie später durch Unruhe und Unaufmerksamkeit in der Schule auf. So lautet das Fazit einer amerikanischen Studie. Dabei steigt das Risiko für Konzentrationsstörungen mit jeder TV-Stunde pro Tag um zehn Prozent.
  • Kreativitätsverlust: Die Kreativität kann verarmen, weil eigene geistige Leistungen nicht mehr gefordert werden. Kinder „verlernen“ ihre Fantasie. Mehrere Studien belegen, dass Kinder, die ohne Fernsehen aufwachsen, kreativer sind.
  • Motorische Fähigkeiten: Regelmäßiges ausgiebiges Fernsehen schränkt die Bewegungsfähigkeit ein und verschlechtert die motorischen Fähigkeiten. Es drohen Haltungsschäden durch starres Sitzen und Bewegungsarmut.
  • Realitätsverlust: Exzessiver Fernsehkonsum lässt Kinder eventuell in eine Fernseh-Scheinwelt flüchten und die Fernsehwelt mit der realen Wirklichkeit verwechseln.
  • Schlafstörungen: 21 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen leiden an Schlafstörungen. Als Hauptursachen führen Forscher intensives und spätes Fernsehen, Störungen in der Umgebung sowie einen unregelmäßigen Tag-Nacht- Rhythmus ohne feste Einschlafzeiten an.
  • Schulleistungen: Kinder, die mehr als zehn Stunden in der Woche fernsehen, zeigen schlechtere Schulleistungen als Wenigseher. Die wiederum schneiden in einer Studie aber besser ab als Kinder, die gar nicht fernsehen.
  • Soziale Isolation: Kinder, die viel fernsehen, verbringen weniger Zeit mit ihren Freunden, ihre Sozialkompetenz sinkt. Viele Forscher glauben allerdings, dass der Fernseher häufig die fehlenden Kontakte zu Eltern oder Freunden ersetzen soll und nicht die Ursache, sondern den Versuch einer Problemlösung darstellt.
  • Sprachdefizite: Sehen Kinder mehr als drei Stunden täglich fern, beeinträchtigt das ihre Schulleistungen, speziell im Fach Deutsch. Auch ihre kommunikativen Fähigkeiten sind infolge des Fernsehkonsums eingeschränkt.
  • Übergewicht: Grundschüler, die mehr als zwei Stunden täglich fernsehen, haben ein um 70 Prozent höheres Risiko für Übergewicht. Durch ein eigenes TV-Gerät im Zimmer wird die Gefahr sogar verdreifacht!  
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