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Straßenverkehr, Verhalten, Gefahr
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Gefahr Straßenverkehr: Richtiges Verhalten für Ihr Kind

Im Straßenverkehr richtig verhalten

Der Straßenverkehr ist mit Abstand die größte Bedrohung für Kinder. Doch können Sie als Eltern schon lange vor Schulbeginn viel dafür tun, dass Ihr Kind den Schulweg später sicher bewältigen kann. Lesen Sie hier, wie Sie mit Ihrem Kind richtiges Verhalten im Straßenverkehr einüben.  

Expertenrat von 

Warum sind Kinder im Straßenverkehr so gefährdet?

  • Kinder können schon aufgrund ihrer geringen Körpergröße Straßen schlechter einsehen als Erwachsene. Auch werden sie leichter von den übrigen Verkehrsteilnehmern übersehen.
Mein Tipp: Sichtbarkeit Ihres Kindes im Straßenverkehr nachvollziehen!

Um das Sichtfeld Ihres Kindes nachzuvollziehen, sollten Sie sich einmal zwischen parkenden Autos in Hockstellung begeben und versuchen, den Verkehr zu überschauen. 
  • Das Gefahrenbewusstsein von Kindern im Straßenverkehr hängt von zwei wichtigen Faktoren ab: dem logischen Denken und der Fähigkeit, sich für eine bestimmte Zeit auf etwas zu konzentrieren. Ab einem Alter von fünf bis sechs Jahren können Kinder zwar erkennen, wenn sie sich in einer akuten Gefahrensituation befinden (z. B. Auto rast auf das Kind zu), Zeit zum Handeln bleibt da oft kaum mehr. Kindern fehlen die nötigen Erfahrungswerte, um Gefahren als solche richtig zu erkennen. Daher benötigen Schulanfänger die dreifache Zeit eines Erwachsenen, um auf schwierige Verkehrssituationen zu reagieren.
  • Kinder sehen anders: Die Sehfähigkeit von Kindergartenkindern ist im Vergleich zu Erwachsenen noch stark eingeschränkt. Mit etwa fünf Jahren können Kinder Farben und die Unterschiede zwischen hell und dunkel gut erkennen. Sie sehen, ob eine Ampel „Grün“ oder „Rot“ ist. Es fällt ihnen jedoch schwer, Entfernungen und Geschwindigkeiten zu beurteilen. Kinder mit drei oder vier Jahren können nicht einmal zwischen einem stehenden und einem fahrenden Fahrzeug unterscheiden! Kinder sehen wie durch Scheuklappen. Ihr Blickfeld ist wesentlich enger als das von Erwachsenen. Was diese im Augenwinkel noch mitbekommen, sehen Kinder zunächst nicht. Sie sehen außerdem „langsamer“ als Erwachsene, denn sie brauchen länger, Sinneseindrücke zu verarbeiten.
Themenwoche: Sichtbar im Straßenverkehr!

Die Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ wurde 2008 vom Bundesverkehrsministerium (BMVI) und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) ins Leben gerufen wurde, startet zum Beginn der dunklen Jahreszeit führt ein Aktionsbündnis in Kooperation mit dem Deutschen Familienverband (DFV) für mehr Sichtbarkeit im Straßenverkehr. 

Passend dazu begleitet Euch Elternwissen vom 13.10. - 22.10.2014 mit hilfreichen Tipps, rund um das Thema Sichtbarkeit im Straßenverkehr auf unserer Facebook-Seite. Dort habt Ihr die Chance eins von drei Sichtbarkeitspaketen von „Runter vom Gas“ zu gewinnen. Mitmachen lohnt sich!

  • Kinder hören anders: Das Hörvermögen ist mit sechs Jahren ausgebildet, allerdings hören Kinder anders als Erwachsene. Aus den vielen Geräuschen, die sie wahrnehmen, können sie die wichtigen oft nicht herausfiltern. Wenn sie Musik hören, überhören sie ein hupendes Auto einfach. Aus welcher Richtung ein Geräusch kommt, können Kindergartenkinder noch nicht erkennen. Sie verlassen sich auf der Straße eher auf das, was sie sehen, als auf das, was sie hören. Und sie hören „langsamer“, da sie länger brauchen, das Gehörte zu verarbeiten.
  • Kinder lassen sich schnell ablenken, z. B. beim Spiel oder durch einen Freund auf der anderen Straßenseite. Sie konzentrieren sich ausschließlich auf das, was sie gerade interessiert, sind für alles andere „taub und blind“. Selbst wenn Ihr Kind einen umsichtigen Eindruck macht, sollten Sie nie unterschätzen, wie schnell es sich ablenken lässt!

Richtiges Verhalten im Straßenverkehr: Ist Ihr Kind ein Draufgänger oder Zauderer?

Psychologen des Max-Planck-Institutes haben ein Glücksspiel entwickelt, mit dem sich voraussagen lässt, ob ein Kind sich im Verkehr risikofreudig oder vorsichtig verhalten wird. Sie testeten dazu je 22 Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis sechs Jahren. Den Spielaufbau können Sie nachfolgend lesen, sodass Sie das Spiel selbst mit Ihrem Kind ab fünf Jahren durchführen können.

Spielaufbau:

Spielvorbereitung: Nehmen Sie zehn leere, gleich aussehende Streichholzschachteln und legen Sie in neun von ihnen je einen Sticker (Motive je nach Vorliebe Ihres Kindes aussuchen!). Stickerbögen können Sie in jedem Schreibwarengeschäft kaufen. In die zehnte Schachtel kommt ein Zettel, auf den Sie einen Teufel  (oder Teufelskopf ) gemalt oder geklebt haben.

 

Spielanleitung: Legen Sie die zehn gefüllten Schachteln vor Ihr Kind auf den Tisch und erklären Sie ihm, dass in neun der Schachteln ein Sticker ist, den es behalten darf. In der zehnten Schachtel ist jedoch ein Teufelsbild. Es darf nun so viele von den Schachteln aufmachen, wie es möchte, und die gefundenen Sticker behalten. Erwischt es jedoch die „Teufelsschachtel“, muss es alle Sticker wieder hergeben – und das Spiel ist beendet. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es um so mehr Sticker ergattern kann, je mehr Schachteln es aufmacht. Je mehr Schachteln es öffnet, um so größer ist aber auch die Gefahr, dass es den Teufel erwischt und alle Sticker wieder verliert. Nach jeder geöffneten Schachtel muss es entscheiden, ob es noch eine weitere Schachtel öffnen will. Spielen Sie das Spiel insgesamt dreimal, es muss jedoch nicht am selben Tag sein.

 

 

Auswertung: Hat Ihr Kind bei mindestens einem der drei Spieldurchläufe mehr als fünf Schachteln geöffnet, gehört es zu den risikofreudigen Kindern. Hat es bei jedem der drei Versuche nicht mehr als fünf Schachteln geöffnet, gehört es zu den vorsichtigen Kindern. 

Die als wagemutig identifizierten Kinder gingen auch im Straßenverkehr ein höheres Risiko ein und waren vermehrt unfallgefährdet. Vorsichtige Kinder wollten die Straße erst überqueren, wenn mehr als sieben Sekunden Zeit bis zum Herannahen des nächsten Wagens blieb und sie somit „gemütlich“ über die Straße gehen konnten. Wagemutige Kinder entschlossen sich wesentlich schneller, die Straße zu überqueren, und betraten die Straße auch, wenn deutlich weniger Zeit als sieben Sekunden zur Verfügung stand.

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