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Reisetipps für Reisen mit Kindern

Planungstipps für den Familienurlaub

Reisen mit Kindern erfordern eine gründliche Planung, denn die Kleinen sind durch erhöhte Infektionsrisiken, starke Sonneneinstrahlung und extreme Klimabedingungen besonders gefährdet. Lesen Sie in unseren Reisetipps, was Sie beachten sollten und welche Reiseimpfungen Sie für welches Land benötigen. 

Expertenrat von 

Wenn der Familienurlaub vor der Tür steht und Eltern das Fernweh packt, fragen sie sich natürlich, inwieweit es möglich und sinnvoll ist, im Familienurlaub in die Ferne zu reisen. Aus ärztlicher Sicht müssen dabei besonders die erforderlichen Reiseimpfungen und die Notwendigkeit einer Malariaprophylaxe berücksichtigt werden. Daher sind Tropenreisen für Kinder unter fünf Jahren wenig empfehlenswert.

Unsere Reisetipps für den Familienurlaub

Bei Reisen mit Kindern sollten Sie folgendes bedenken:

  1. Wägen Sie sorgsam ab, ob eine Fernreise notwendig ist. Sinnvoll ist sie in aller Regel nicht, denn sie ist in jedem Fall mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko verbunden. In den ersten beiden Lebensjahren können viele erforderliche Reiseimpfungen noch nicht gegeben werden (siehe unten) und auch eine eventuell erforderliche Malariavorbeugung ist häufig mit Schwierigkeiten verbunden, weil es keine geeigneten Zubereitungsformen und Dosierungen gibt.
  2. Ein Familienurlaub als Kurzreise mit langen Flugzeiten, verändertem Tagesablauf, raschem Wechsel der Lebensbedingungen und nur kurzen Erholungszeiten ist für Kinder noch strapaziöser als für Erwachsene.
  3. Abenteuer- und Trekkingreisen unter einfachen Bedingungen sind in jedem Fall tabu.
  4. Informieren Sie sich genau über Reiseziel, Reiseart, Reisedauer, Klima, Verpflegungssituation, hygienische und medizinische Standards vor Ort. Von Reisen mit Kindern in Länder, deren medizinische Versorgung merklich unter dem europäischen Niveau liegt, ist dringend abzuraten, insbesondere, wenn Ihr Kind jünger als 12 Monate ist. Wichtig ist auch der hygienische Standard, da Babys und Kleinkinder meist auf dem Boden spielen und vieles in den Mund stecken.
  5. Bedenken Sie, dass Kinder einen starken Bewegungsdrang haben, und berücksichtigen Sie diesen bei der Reiseplanung. Lange Flüge, Busfahrten oder Rundreisen sind daher im Familienurlaub ungeeignet.
  6. Babys und Kleinkinder sind stärker gefährdet als Erwachsene, an Infektionskrankheiten zu erkranken. Schon eine einfache Infektion wie z. B. eine Durchfallerkrankung kann rasch zu einem bedrohlichen Krankheitsbild ausarten.
  7. Ihr Kind sollte zu Reisebeginn gesund sein. Sonst können z. B. ein Tubenkatarrh (Paukenerguss) oder eine Mittelohrentzündung schon den Flug zu Qual werden lassen, da der notwendige Druckausgleich in der Kabine mit Unterdruck nicht funktioniert.

Reisen mit Kindern: Sinnvolle Reiseziele für jedes Alter

Geeignete Reiseziele für Babys und Kleinkinder unter drei Jahren sind demnach Länder im westeuropäischen Raum (unter anderem Spanien, Frankreich, Italien) sowie Griechenland. So können lange Flugzeiten und eine zu starke Hitzebelastung vermieden werden. Auch die medizinische Versorgung dort ist gut. Reisen in die Türkei sind speziell für Babys nicht zu empfehlen, da hier relativ häufig Reisedurchfälle auftreten.
Ist Ihr Kind älter als 12 Monate, kommen für den Familienurlaub weitere Reiseziele in Betracht. Speziell empfehlenswert sind dann Cluburlaube in touristisch gut erschlossenen Gebieten wie z. B. in der Türkei. Möglich wären auch ein Cluburlaub auf einer der Badeinseln Thailands oder in der Dominikanischen Republik, jedoch ist hier wieder die sehr lange Flugzeit ungünstig. Tropenreisen sind für Kinder unter fünf Jahren grundsätzlich nicht zu empfehlen.
Kinder ab drei Jahren
sind aus reisemedizinischer Sicht wesentlich problemloser. Reiseimpfungen und eventuell Malariaprophylaxe sind dann meist ohne Einschränkungen möglich. Ideal sind Urlaube in Ferienressorts, die in der Regel einen guten hygienischen Standard und für einen an europäisches Essen gewöhnten Magen verträgliche Speisen und Getränke bieten. Auch Badeurlaub außerhalb von Ferienanlagen ist inzwischen möglich. Achten Sie jedoch weiterhin darauf, dass das Ferienziel nicht allzu weit entfernt ist, denn Flugreisen von mehr als acht Stunden und eine erhebliche Zeitverschiebung können die Kleinen ganz schön mitnehmen. Verzichten Sie auf Abenteuer- und Trekkingreisen sowie Rundreisen, denn diese sind für Kindergartenkinder noch zu anstrengend.

Meine Reisetipps für Reisen mit Kindern:

Achten Sie auf einen kindgerechten Tagesablauf. Ihr Kind sollte z. B. die Möglichkeit haben, ungestört einen Mittagsschlaf zu machen. Auch wenn es zu Hause nicht mehr schläft, braucht es die Ruhepause unter veränderten Klimabedingungen vielleicht wieder!

Familienurlaub planen: Rechtzeitig an die Reiseimpfungen denken!

Lassen Sie sich sechs Wochen vor Antritt der Reise ärztlich beraten. Ihr Arzt wird Sie dabei über alle Reiseimpfungen, die für Ihr Urlaubsziel erforderlich sind, und auch über eine eventuell nötige Malariaprophylaxe aufklären. Wenn Sie sich vorab selbst schon einmal informieren wollen, können Sie dies auf folgenden reisemedizinischen Seiten im Internet tun:

Die Tabelle gibt Ihnen einen Überblick, ab welchem Lebensalter die üblichen Reiseimpfungen möglich sind. Sie entsprechen grundsätzlich den für Erwachsene empfohlenen. Ihr Kind sollte außerdem alle von der STIKO (Impfkommission) empfohlenen Impfungen (z. B. gegen Wundstarrkrampf, Diphtherie usw.) vollständig erhalten haben. Diese müssen ordnungsgemäß im Impfpass dokumentiert sein.

Mindestalter für Reiseimpfungen
Impfung gegenVerabreichung, Dosierungsinnvoll bzw. erforderlich für Reisen nach (Beispiele)Mindestalter
Cholera 1)Schluckimpfung
3x im Abstand von 1 bis 6 Wochen
Afrika, Mittel- und Südamerika, Asien2 Jahre
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)3 Injektionen innerhalb 3 WochenBayern, Schwarzwald, Bodensee, Österreich, Masuren, Baltikum, Skandinavien, Russland1 Jahr
Gelbfieber 2)1 InjektionAfrika, Mittel- und Südamerika6 Monate
Hepatitis A1 Injektion, Auffrischung nach 6 bis 12 MonatenSüdeuropa, Naher und Mittlerer Osten, Westafrika, Mexiko, Algerien, Indien, Nepal und Südamerika1 Jahr
Japanische Enzephalitis 3)3 Injektionen innerhalb mehrerer TageChina, Indien, Kampuchea, Laos, Myanmar (Burma), Nepal, Philippinen, Sri Lanka, Thailand und Vietnam1 Jahr
Meningokokken-Meningitis (Serotypen ACWY)1 InjektionAfrika, Saudi-Arabien, Nordindien, Nepal, Mongolei, Mittel- und Südamerika18 Monate
Meningokokken-Meningitis (Serotyp C)1 Injektion für Kinder ab 2 Jahren, jüngere Kinder benötigen 3 Injketionen im Abstand von je 1 MonatAfrika, Asien, Mittel- und Südamerika6 Wochen
Tollwutmindestens 3 Injektionen innerhalb von 4 Wochenfast weltweit verbreitet, Impfung sinnvoll bei Reisen nach Indien, Nepal, Thailand, Mexiko, China, Osteuropaab Geburt möglich
Typhus1 InjektionAsien, Nordafrika2 Jahre
TyphusSchluckimpfung 3x innerhalb von 5 TagenAsien, Nordafrika1 Jahr

1) Hygienemaßnahmen müssen trotzdem strikt beachtet werden!

2) Impfung nur durch spezielle Impfstellen möglich

3) Impfstoff muss importiert werden

Die gleichzeitige Verabreichung mehrerer Impfstoffe an verschiedenen Körperstellen ist meist möglich und manchmal aus Zeitgründen unumgänglich. Allerdings können sich dadurch die für die einzelnen Impfstoffe üblichen lokalen oder allgemeinen Impfreaktionen summieren. Je nach Impfung besteht frühestens 10 Tage nach der Verabreichung ein vollständiger Impfschutz.

Wichtige Verhaltensregeln und Reisetipps für Reisen mit Kindern

Hier in Kürze die wichtigsten Verhaltensregeln gegen typische Gefahren im Familienurlaub:

  • Probleme im Flugzeug: Druck auf den Ohren beim Starten und Landen des Flugzeugs wird durch Schlucken, Trinken, Kaugummikauen oder Lutschen eines Bonbon beseitigt. Geben Sie Ihrem Kind pro Stunde Flug zwischen 100 bis 150 Milliliter Wasser oder Tee zu trinken, um einem Flüssigkeitsverlust in der trockenen Kabinenluft vorzubeugen.
  • Durchfall: Um „Montezumas Rache“ zu entkommen, darf Ihr Kind nur abgekochtes oder fabrikversiegeltes Wasser trinken. Auf Leitungswasser (auch in guten Hotels!), Eiswürfel, unverpacktes Speiseeis oder Getränke, die nicht aus der Originalflasche kommen, verzichten Sie besser. Bei Obst und Gemüse gilt: selbst geschält, gekocht – oder gar nicht! Auch bei aufgeschnittenem Obst oder Salaten vom Hotelbüffet sowie offen gereichten Milchprodukten sollten Sie verzichten. Fisch und Fleisch darf nur gut durchgebraten („well done“) gegessen werden. Muscheln und Schalentiere meiden, auch auf Eier (insbesondere weiche oder Spiegeleier) lieber verzichten.
  • Parasiten und Würmer: Lassen Sie Ihr Kind nur im Meer oder in gechlorten Schwimmbecken baden. Meiden Sie Seen und Flüsse, da diese in tropischen Gebieten Saugwürmer beherbergen können, die sich durch die intakte Haut bohren und zu einer Wurminfektion, der Bilharziose, führen. Lassen Sie Ihr Kind nicht barfuß laufen oder am Boden krabbeln. Auch am Meer sollte Ihr Kind immer Badeschuhe tragen. Das schützt vor Verletzungen, Wurminfektionen, Sandflöhen, Spinnen und Skorpionen.
  • Tollwut: Ermahnen Sie Ihr Kind, keine unbekannten Tiere zu füttern, zu berühren oder zu necken. Die meisten Bisse bei Kindern verursachen Haustiere, die provoziert worden sind. Nähern Sie sich keinem wilden Tier und versuchen Sie nicht, es zu berühren (zusätzlich Gefahr von Pilzerkrankungen!), besonders, wenn es krank oder besonders zutraulich zu sein scheint. Halten Sie sich insbesondere von Hunden und Fledermäusen fern. Achtung: Ein Besuch von Höhlen mit vielen Fledermäusen kann zu Tollwut sogar ohne Biss führen!
  • Schlangenbisse: In Schlangengegenden sollten Sie vor dem Einsteigen in ein Auto einen Blick unter die Sitze werfen und abends vor dem Zubettgehen unter die Decke sowie unter das Bett. Lassen Sie Ihr Kind in der Dunkelheit niemals alleine nach draußen. Begleiten Sie es notfalls mit einer Taschenlampe.
Meine Reisetipps für Reisen mit Kindern:
Eine Auslandskrankenversicherung ist empfehlenswert, sogar im europäischen Ausland, in dem die Europäische Krankenversicherungskarte gilt. Denn die Auslandskrankenversicherung deckt z. B. Rückreisekosten ab. Die Police kostet für ein Jahr zwischen 15 und 30 €, zum Teil sind Kinder kostenlos bei den Eltern mitversichert. Preise und Leistungen schwanken, deshalb lohnt es sich, genau zu vergleichen!
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