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Elternwissen-Forum

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Thema mit vielen Antworten

Frühentwickler oder Begabung


Autor Nachricht
Verfasst am: 14.09.2011 [08:58]
KathrinMennicken
Newbie
Dabei seit: 14.09.2011
Beiträge: 1
Hallo Ihr Lieben!

Habe Eure Beiträge mit Spannung gelesen und möchte Euch UNBEDINGT was dazu erzählen:
Mein Großer Sohn ist jetzt 5 und auch er war irgendwie"anders"! Ich habe viel geforscht, gelesen, mir Gedanken gemacht und bin seit kurzen auf etwas ganz tolles gestoßen:

Unser Sohn gehört zu den HOCHSENSIBLEN Kindern , Abgekürzt HSK!!

Bitte informiert Euch UNBEDINGT, es gibt da ganz tolle Seiten im Internet dazu! Googelt den Begriff einfach mal. Sehr empfehlen kann ich auch das Buch "Das hochsensible Kind" von Elaine Aron!! Es würde echt den Umfang sprengen Euch hier Merkmale etc. der hochsensibiltät aufzuzählen, aber man findet echt viel dazu zu lesen und für mich und uns war es eine ganz tolle Entdeckung, weil ich ENDLICH verstehe, warum unser Lukas in manchen Dingen anders als andere reagiert.
Die Hochbegabung hängt übrigens oft damit zusammen, muss aber nicht!!!

Zum Beispiel die Seite www.hochsensibel.org ist ganz schön gemacht!

Ich wünsche Euch sehr, daß Ihr auch so ein tolles AHA-Erlebnis wie ich habt und drücke Euch die Daumen!

Ganz liebe Grüße und lasst mich mal wissen, ob es auf Euch vielleicht auch zutrifft!?
Antworten Profil
Verfasst am: 18.09.2011 [00:18]
topefa
Fleißiger Helfer
Dabei seit: 07.06.2011
Beiträge: 13
Hallo Kimvin und Windelduft!

Ihr erzaehlt mir leider immer mehr, dass ich vom Asperger Syndrom her kenne, sorry. Ich war - auch ohne Hochbegabung - regelmaessig ueberfordert von meinem Sohn, von klein auf. Vor allem das Einschlafproblem hat uns sehr geschlaucht und natuerlich die "soziale Aengstlichkeit" (nur in Gegenwart aelterer Cousins oder Erwachsenen verhielt er sich normal ohne "bei Fuss"/auf Schoss zu sein, fremde Kinder hat er immer aus sicherer Distanz oder durch's Fenster beobachtet); dazu seine allgegenwaertigen Ueberreaktionen (zu lautes/schrilles/ungewoehnlich lang anhaltendes Weinen, Riesentheater bei kleinsten Kratzern mit Aengstlichkeit verbunden, verkehrte/unlogisch erscheinende Reaktionsweisen, Angst vor unvorhersehbaren Geraeuschen, wie Sirenen,Schulglocken, durch Sensor ausgeloeste oder aeltere, laute Toilettenspuelungen, Kindergeschrei in der Naehe, Hundegebell, und, und, und!). Ich hatte im Alter von 2 Jahren, als nachts die extrem anzuhoerenden "Nachtschreckattacken", die meist nach spaetestens 30 min. vorbei waren (in der Zeit war er
kaum ansprechbar und abartig schreiend wechselte er zwischen scheinbarer Ansprechbarkeit und voelliger Abgedrehtheit, echt beaengstigend), anfingen, zum ersten Mal das Gefuehl, dass er irgendwie anders ist, und doch wieder normal. Ich redete mir auch ein,
dass ich das sicherlich uebersteigert sehe, und doch hatten wir niemand, der so etwas kannte, bis auf den Kinderarzt, der mir zur
Beruhigung einen Termin beim Psychologen zwecks Aufklaerung der beaengstigenden Nachtschreckattacken anbot. Ich lehnte ab und war froh, dass es sowas wohl auch bei anderen geben musste. Mit drei Jahren ging es dann extrem mit der Trotzphase los, die, wie ich empfand, nie enden wollte. Wenn etwas nicht so ging, wie er es wollte,
konnte er sich in einen Mega-Schreikrampf reinsteigern, aus dem er
nicht mehr so schnell rausfand, ich war jedesmal fix und fertig!
In der Zeit entwickelte er auch noch eine extreme Neurodermitis, verursacht durch seine empfundene Unsicherheit durch einen Umzug (Veraenderungen, wie Schulwechsel, neue Menschen, Situationen, Ausfluege, Botengaaenge, etc. bereiten ihm grundsaetzlich Angst aus Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit des Neuen - er macht sich grundsaetzlich viel zu viel Gedanken fuer sein Alter, schon immer!).
Das hat die Situation noch zusaetzlich angeheizt und seinen Schlaf noch zusaetzlich verschlechtert. Gluecklicherweise verschwand sie nach
2 Jahren (mit homoepathischer Konstitutionsbehandlung, Diaet, etc.).
Geblieben ist uns aber der Stress durch seine Wesensart und Sensibilitaet, die sich bei Ueberforderung/Ueberreizung in unmoeglichem Verhalten, Wutanfaellen, Handgreiflichkeiten (bei Auszeiten), unangebrachtem Vokabular mit zunehmendem Alter in Zeiten von Wut auessert. Ausserdem kennzeichnend fuer das Asperger Syndrom ist, dass er nicht zwischen den Zeilen lesen kann, Gesagtes WORTWOERTLICH versteht (Bsp: als er mal was Unangebrachtes gesagt hatte,herrschte ich ihn an "Sag das nochmal!, und er wiederholte es zu
meiner Sprachlosigkeit. Danach verstand er meinen Zorn ueberhaupt nicht, denn er haette ja nur wiederholt, wozu ich ihn gebeten haette!
Also, heisst es: hoellisch auf die Sprache achten! Er ist sehr kritikempfindlich, versteht meist nicht, warum er an irgendetwas schuld sein soll. Er kann megawuetend werden, wenn sein Spiel (Anordnung von Autos, Karten, etc.) gestoert oder unterbrochen wird.
Bei Tisch kann er nicht ordentlich sitzen, schmatzt haeufig noch.
Bezeichnend fuer das A.S. ist auch die monoton (bei manchen hochgestochen) wirkenden ewigen Monologe, bei denen sie nicht merken,
dass die Zuhoererschaft nicht interessiert ist, oder aber die Lust am
Zuhoeren erschoepft ist, trotzdem aber weiterreden (mangelnde Faehigkeit fuer gegenseitige Kommunikation). Aspies erkennt man auch an dem mangelnden Einfuehlungsvermoegen (Empathie) fuer andere Personen. Z.B. koennen sie in Situationen, in denen Mitgefuehl oder
Betroffenheit angesagt ist, voellig verkehrt reagieren (grinsen, lachen oder beschimpfen oder einfach nur schauen ohne zu helfen). Mit zunehmendem Alter wird das ein Problem. Grundsaetzlich sehen sie die Dinge eher in einem sachlichen Zusammenhang, als in einem gefuehlsmaessigen. Z.B. orientieren sich juengere Kinder, wenn sie eine Bildergeschichte wiedergeben sollen, eher an den Dingen in den Bildern, als an der Mimik (die sie verwirrt und fuer sie schwer zu deuten ist - sie lernen aber steti hinzu!!) der in den Bildern dargestellten Personen, die einen nicht unwichtigen Teil darstellt, da aus der Mimik Folgehandlungen abgeleitet werden koennen/sollen.
Dann ist da dieses ausgepraegt erscheinende Interesse fuer ein bestimmtes Gebiet, oft Fahrzeuge oder einzelne Bestandteile davon. Unser Sohn hatte im Alter Eurer Soehne beim Aufreihen seiner Autos regelmaessig die Felgen abgemacht und ausgetauscht. Das ist auch bezeichnend fuer das A.S.. Es gibt aber auch Aspies, die wandelnde Lexika in z.B. naturwissenschaftlichen Bereichen sind. Auf jeden Fall entwickeln sie ein ungewoehnlich erscheindendes Wissen auf einem Gebiet (besondere Begabung und intensive Beschaeftigung). Einige Jungs, die besonders fortgeschritten in ihrem Wissen und Wissbegierde sind, kamen nach der Einschulung meist nicht gut klar mit dem sie unterfordernden Unterricht, aber ueberfordernden Umgang mit so vielen Gleichaltrigen. Da gibt es viele ungluecklichen Geschichten in unserem Elterntreff.
Ueberhaupt finden viele Eltern zu unserem Treff im Autismuszentrum aus reinem Eigenverdacht, denn aerzte- und erziehertechnisch haben sie schon manche Odysse mit Bagatellisierung, Falschdiagnose, aus- und nichtausgesprochene Schuldzuweisung der Eltern, Plagereien durch unnoetige Therapien, etc. hinter sich und wollen einfach mal reinhoeren und Gewissheit erfahren. Und: ALLE erzaehlen, dass sie von Anfang an gemerkt haben, dass ihr Kind (meist Jungs) irgendwie anders ist und haben es immer wieder verdraengt. Ihre Probleme beginnen spaetestens mit der Einschulung und haeufen sich, je nach Glueck oder Pech mit den Lehrern/Betreuern. Und: Jeder erkannte in der Erzaehlrunde sein Kind wieder und bekam die dringend benoetigte Gewissheit, dazu Tipps von anderen und der Leiterin der Runde, Namen, Adressen von guten Kontakten (sei es wegen der fundierten Diagnose mit Hilfe von Tests oder einfach unterstuetzende Stellen/Netzwerke, etc.). Vor ein paar Monaten kam von einem Elternteil die Frage auf, warum Psychologen sich so schwer taeten, dieses Syndrom zu erkennen. Die Antwort der sehr erfahrenen Leiterin war: Der Psychologe erlebt das Kind nur wenige Stunden, die Tests sind nur ein Bestandteil der Diagnose (zusaetzlich zu den ganz wichtigen Schilderungen der Eltern von Geburt an und den Beobachtungen waehrend der Testzeit). Das volle Verhaltens-/Denk- und Handlungspotenzial wird der Psychologe womoeglich nie voellig erleben (manche koennen mit zunehmendem Alter ganz gut schauspielern oder es ergibt sich waehrend der Untersuchung kein problematisches Verhalten) und wird beim geringsten Restzweifel sich hueten, diese Diagnose auszusprechen. Im Zweifel wird eine verhaltenstherapeutische Behandlung vorgeschlagen und die Eltern gehen unverstanden nach Hause, denn es wird dadurch nicht unbedingt besser, erst wenn man dieses Kind in seiner ganzen Wahrnehmungs- und Denkweise verstanden hat (was natuerlich nur mit der richtigen Diagnose der Fall ist). Viele Psychologen und Aerzte unterschaetzen,wie wichtig dies fuer die Eltern ist! Den "vermutenden" Eltern fiel es wie Schuppen von den Augen in unserer Runde, oder manch einem nach Ausleihen des in meinem ersten Schreiben erwaehnten Buches von Tony Attwood. Also, Gewissheit kann man, wenn man Glueck hat, auch bei einem SPZ (Sozialpaediatrischen Zentrum) erlangen, aber auch durch eigene Recherchen und spaetestens nach einem oder zwei Besuchen in Gespraechsrunden mit Betroffenen!!
Die Bandbreite der Symptome und Verhaltensweisen (z.B. ausserhalb aggressiv oder nur daheim, Lernprobleme oder nur Probleme im sozialen
Umgang) ist soooooo gross, und doch haben sie essentielle Gemeinsamkeiten. Die Eltern seien bei entsprechender Information immer noch die besten Diagnostiker, da nur - und nur sie allein - ihr Kind in seiner ganzen Bandbreite (samt moeglicher Ticks im privaten Umfeld) kennen! Dies erschliesst sich noch dem besten Psychologen meist nicht vollstaendig. Ein Hinweis noch, den "Windelduft" erwaehnte, und ein Puzzlestein bei einer A.S.-Diagnose ist: verwandschaftliche Auffaelligkeiten einer meist maennlichen (u.U. dominant auftretenden) Person im Stammbaum. Zur Beruhigung: Aspies lernen stetig hinzu (koennen aber durch fehlendes Verstaendnis und Falschbehandlung im Laufe ihres Aufwachsens Depressionen entwickeln), sie koennen bei optimalen Bedingungen zur Hoechstform auflaufen und eines Tages ihr "Anderssein" perfekt kaschieren. Es gibt beruehmte Personen, bei denen das A.S. vermutet wird, wie z.B. Bill Gates, Einstein, um nur 2 sehr bekannte Menschen zu nennen. Also, keine Panik, falls dieses Mail Euren Nerv getroffen haben sollte. Wenn nicht, einfach die Infos im Hinterkopf behalten und einfach beobachten. Haeufen sich genannte Symptome, lieber einmal etwas zuviel lesen oder die Zeitverschwendung des Besuchs eines Betroffene-Eltern-Treffs in Eurem Gebiet in Kauf nehmen, als mit dem Stress und der quaelenden Ungewissheit zu leben. Gewissheit und Aufklaerung ist zwar nicht die Loesung, aber es erleichtert und hilft, die verbleibende Energie kann sinnvoll in entsprechende Foerdermassnahmen investiert werden.

Das war ein Marathon. Sicherlich fallen mir nachher noch vergessene Details ein.... Ich hoffe ich konnte Euch weiterhelfen. Haltet mich auf dem Laufenden, wenn's Neuigkeiten gibt. Man lernt aus Lebensgeschichten anderer Geplagten.

Liebe Gruesse,

"Topefa"
Antworten Profil
Verfasst am: 19.09.2011 [13:39]
lemi68
Super-Nanny
Dabei seit: 25.03.2009
Beiträge: 67
habe jetzt nur überflogen, möchte aber kurz dazu was sagen.

hochbegabte haben meist autistische züge, da sie ja anders denken und anders ihre umgebung wahrnehmen. ist dein kind aber dazu noch sehr aktiv und braucht bewegung und power, ist es kein asperger.

was hochbegabte aber meistens sind, ist hochsensibel. alle vermutungen haben irgendwie was gemeinsam.
ich weiß nicht wo du her kommst, aber guck mal auf www.dghk.de
ich selbst bin mit ehrenamtlich dabei und berate und plane in unserer elterngruppe viel.
mach nicht den fehler und renne von arzt zu arzt.
wenn du einen profi suchst, mail mich an, habe eine super adresse dafür.
gern auch zum austausch.

lg
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