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Hochbegabt und doch keine Unterstützung
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Verfasst am: 29.11.2011 [08:26]
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enneffkay
Alter Hase
Themenersteller
Dabei seit: 23.11.2011
Beiträge: 21
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Hallo! Mein Sohn ( Da er sich aber so sehr langweilt, dass er viel träumt und dadurch sehr langsam ist, bleibt ihm keine Zeit, um eventuelle Extraaufgaben zu machen. Noch schreibt er in der 3. Klasse Einsen und Zweien, aber ich befürchte, dass das nicht mehr lange so bleibt. Er beginnt, sich unwohl zu fühlen und ist das erste Mal letzte Woche wegen "Bauchweh" zu Hause geblieben als ich arbeiten war. Inzwischen sagt er, dass er sich in der Klasse nicht mehr so wohl fühlt. Der Wechsel in eine Parallelklasse geht nicht, da die Schule nur einzügig ist. Ich weiß nicht, was ich noch tun soll, um ihm weiter zu helfen. |
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Verfasst am: 30.11.2011 [09:13]
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zktana
Newbie
Dabei seit: 30.11.2011
Beiträge: 2
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Hallo enneffkay, bevor ich mich zu diesem Thema äußere, würde ich gerne folgendes wissen: In welchen Bereich(en) liegt die Hochbegabung deines Sohnes, wie wurde die Hochbegabung festgestellt bzw. auch von wem? Unterschiedliche Begabungen, fordern unterschiedliche Förderungen. LG |
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Verfasst am: 30.11.2011 [10:49]
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enneffkay
Alter Hase
Themenersteller
Dabei seit: 23.11.2011
Beiträge: 21
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Hallo zktana! Offiziell wurde die Diagnose von unserem Kinderarzt getestet und bestätigt. Ich weiß, dass er eigentlich nicht dir richtige Person dafür ist, aber ich habe hier keine Unterstützung von irgendwem bekommen und wusste nicht, wo ich ihn testen lassen kann. Ich suche noch immer nach jemandem, der das richtig macht, habe aber noch immer keinen gefunden. Nicht dass du denkst, dass das kein richtiger Test war, das war schon so, aber mein Sohn war nach 15 Minuten fertig und, so viel ich inzwischen erfahren habe, fast zu alt für diesen Test. Ich habe schon lange die Vermutung gehabt, dass er begabter ist als andere, das wurde mir aber bei seinem letzten Zeugnis wieder besonders deutlich: Er hatte überall gute Leistungsbewertungen aber mit dem Zusatz, dass er viel träumt und sehr langsam ist. Daraufhin habe ich angefangen zu suchen. Seine Stärken sind vor allem in den sprachlichen, musikalischen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereichen. Seit ca. einem Monat spielt er Klarinette, vorher hatte er kein Interesse daran, aber da hat sich seine Begabung in dem Bereich auch gezeigt, weil er, ohne vorher irgendetwas zum Thema Notenlehre gemacht zu haben, nach der ersten Woche die Noten und -längen erkennen und benennen und sofort vom Blatt abspielen konnte. Die Schwierigkeit ist ja, dass ich in der Schule auf Granit beiße und es auch außerhalb wenig Untertützung gibt. Ich hoffe, das reicht dir erstmal an Informationen. Wenn noch was fehlt, dann frag einfach. LG enneffkay |
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Verfasst am: 01.12.2011 [20:03]
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zktana
Newbie
Dabei seit: 30.11.2011
Beiträge: 2
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Hallo enneffkay, ich denke doch mal, dass eine Austestung zwecks Hochbegabung immer von dafür eigens geschulten Fachpersonal durchgeführt werden sollte. Der Kinderarzt stellt zwar die erste Anlaufstelle dar, ist aber doch wohl nicht die geeignete Person zur Feststellung des IQ`s. Er sollte euch vielmehr an die dafür zuständigen Stellen weiter überweisen. Ich nehme mal an, das ihr in DE lebt. Gerade in DE werden doch begabte bzw. hochbegabte besser gefördert als in Österreich. In NRW bzw. Bonn gibt es ein ausgeprägtes Netz für begabte Kinder, dort kannst du dir bestimmt Tipps holen. http://www.logios.de/nav/einrichtungen.htm http://www.bildungsserver.de/Foerderung-von-Hochbegabten-818.html http://www.dghk.de/ http://www.icbf.de/ Ich würde mir mal diese Seiten ansehen und dann auch Kontakt aufnehmen. Dort erhälst du bestimmt Unterstützung. |
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Verfasst am: 02.12.2011 [08:17]
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enneffkay
Alter Hase
Themenersteller
Dabei seit: 23.11.2011
Beiträge: 21
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Hallo zktana! Du bist da richtig, dass wir in Deutschland wohnen, genauer gesagt in Niedersachsen. Wie schon erwähnt, ist es mir bewusst, dass der Kinderarzt nicht der richtige ist, um eine gute Diagnose zu bekommen, aber sie ist da und eindeutig. Immerhin besitzt er eine psychologische Zusatzausbildung, sonst hätte er das gar nicht machen dürfen. Mit der dghk bin ich in Kontakt, aber bei uns in der Nähe findet man sie auch nicht, dazu muss ich erst fast 100km fahren. Das Problem mit der besseren Förderung ist, dass es eigentlich fest im Schulgesetz verankert ist, es aber oft (gerade auf dem Land) nicht umgesetzt wird. Und das ist mein Problem. Ich beiße bei der Lehrerin auf Granit, egal was ich ihr sage. Ich gebe ihr sogar Tipps, wie sie ihn besser fördern kann, aber es passiert nichts! Er soll alles machen, was die anderen auch machen und dann kann er was extra bekommen. Das ist ihre Aussage und dabei bleibt sie. Dadurch langweilt er sich aber immer mehr und schafft immer weniger, weil er abschaltet. |
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Verfasst am: 02.12.2011 [09:57]
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hk080578
Alter Hase
Dabei seit: 05.11.2010
Beiträge: 21
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Hallo enneffkay, schade, dass die Lehrer nicht auf Deine Vorschläge eingehen - aber auf der einen Seite kann ich sie verstehen: Es ist ein (evtl. erheblicher) Mehraufwand. Trotzdem ist das eine schlechte Situation für Dein Kind. Und das dumme ist: wenn Du den Wissensdurst privat abfangen willst, langweilt er sich in der Schule noch mehr. Was mir noch einfällt: kann er nicht vielleicht neben/zwischen einem/zwei schwachen Schüler sitzen um ihnen zu Helfen - so ist er vielleicht mehr gefordert wenn er erklären und nachrechnen etc. kann. Aber wenn ihr schon beim Doc vorstellig seid, vielleicht hat er noch einen Tipp. Vielleicht gibt es auch Eltern bei Euch in der Nähe, die dasselbe mit der Schule durchgemacht haben und einen individuellen Tipp geben können. Viel Erfolg! hk |
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Verfasst am: 02.12.2011 [11:51]
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enneffkay
Alter Hase
Themenersteller
Dabei seit: 23.11.2011
Beiträge: 21
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Hallo HK! Das Problem ist, dass wir hier auf dem Dorf sind. Eigentlich müsste das auch ein Vorteil sein, denn die Lehrerin hat nur 13 Schüler. Das mit den Helfen sehe ich zwiespältig, zum Einen ist die Lehrerin gegen alles was ich je vorgeschlagen habe (die Dame ist übrigens 31!!! Da habe ich mehr erwartet), zum Anderen hilft es ihm nicht besonders, weil er kognitiv trotzdem nicht gefordert wird und dadurch eine Sonderrolle bekommt, was in seiner schwierigen Situation nicht sehr hilfreich ist. Dass das Fördern Mehraufwand bedeutet, ist mir klar, aber warum werden dann nur die schwachen gefördert und nicht die starken??? Es ist die Pflicht der Lehrer jedes Kind individuell zu fördern. Vielerorts klappt das ja auch super, da gibt es Projekte, Wochenpläne etc, das ist nicht sehr aufwändig und kann sehr individuell auf die Leistungsfähigkeit jedes Schülers angepasst werden. Seinen Wissensdurst fangen wir privat schon ab, aber in anderer Form, die nichts mit Schule zu tun hat, z.B. bekommt er Musikunterricht und er ist im Sportverein. Ich habe bei uns eine Familie kennengelernt, die auch die gleichen Erfahrungen mit der Schule gemacht hat. Sie hat auch keine Unterstützung bekommen und war froh, als ihre Tochter endlich auf die weiterführende Schule kommen konnte. Gruß enneffkay |
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Verfasst am: 07.12.2011 [10:22]
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WalterSobchak
Newbie
Dabei seit: 07.12.2011
Beiträge: 2
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Liebe enneffkay, hier liegt ein Kommunikationsproblem vor. Die Lehrerin sagt doch gar nicht, dass es dein Kind nicht fördern will, sondern sie verlangt, dass dein Kind zunächst die Regelaufgaben erledigt. Hast du mal darüber nachgedacht, dass diese Forderung – Hochbegabung hin oder her (wobei du schon die Aussagekraft eines 15 Min. Tests deines Kinderarztes, welcher auch noch angibt, dass dein Kind schon an der oberen Altersgrenze ist, im Interesse deines Kindes überdenken solltest) – durchaus seine Berechtigung hat? Was lernt dein Kind, wenn du ihm vermittelst, dass es so besonders ist, dass es allgemeine Aufgaben nicht zu erledigen braucht? Wie wird sich diese Erkenntnis auf die soziale Entwicklung deines Kindes auswirken? |
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Verfasst am: 08.12.2011 [08:44]
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enneffkay
Alter Hase
Themenersteller
Dabei seit: 23.11.2011
Beiträge: 21
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Hallo Walter! Da liegt kein Kommunikationsproblem vor. Dass er Regelaufgaben erledigen muss, ist mir schon klar. Aber er zeigt seine Unterforderung deutlich. Ich habe diese Woche durchgeboxt, dass er wenigstens Mathe in der nächst höheren Klasse mitmacht. Er kam gestern nach der ersten Stunden nach Hause und sagte, dass das voll geil war mit Mathe. So eine Äußerung habe ich nie vorher von ihm gehört. Was den Test betrifft: Der Arzt hat das nicht geasgt, dass er am oberen Ende der Altersskala war, das sagte mir ein Mitglied der dghk, als ich ihm die Situation geschildert habe. Der Test hätte normalerweise auch länger gedauert, aber mein Sohn war einfach nur so schnell fertig. Für meinen Sohn war es genau das richtige, dass er erfahren hat, dass er begabter ist als andere (das ist übrigens bei vielen Hochbegabten so). Er konnte verstehen, warum er sich immer anders gefühlt hat als andere und kann nun besser damit umgehen. Sein Sozialverhalten war immer super und das ist auch so geblieben. Aber zur Verdeutlichung seiner Begabungen zeige ich gerne ein Mal auf, woran sich das im Allgemeinen (auch ohne Test) zeigt: Zur Zeit liest er Harry Potter, versteht kompliziertere Mathematik wie Brüche und Wurzeln, schreibt nur 1en, ohne dass er dafür lernt und zu guter Letzt nimmt er seit 1 Monat Klarinettenunterricht. Vorher hatte er keine Ahnung von Noten etc., nach Woche konnte er ale Grundgriffe und welchen Notennamen die haben sowie ein ganzes Lied. Dann bekam er das Notenbuch und hat sofort vom Blatt abgespielt und zwar nahezu fehlerfrei, so dass sogar der Musiklehrer völlig begeistert war. Das heißt, dass er die Zusammenhänge zwischen Notensystem, Notenwerten und Längen verstanden hat und das auf dem Instrument umsetzen konnte. Nun frage ich dich walter, hattes du jemals mit hochbegabten Personen zu tun, dass du so über dieses Kind urteilen kannst, ohne es zu kennen?!? |
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Verfasst am: 08.12.2011 [09:04]
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umbre11a
Alter Hase
Dabei seit: 25.09.2010
Beiträge: 32
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@ WalterSobchak: ich glaube, hierzu muss man mal ein paar Worte zu Hochbegabung verlieren: Im Prinzip ist bei hochbegabten Schülern die Aufnahmegeschwindigkeit deutlich erhöht, dass heißt, dass hochbegabte Menschen Zusammenhänge viel schneller verstehen als Menschen, die keine Hochbegabung haben. Beim Lernprozess müssen sie aber die gleichen Prinzipien anwenden, wie alle anderen auch, also Stoff wiederholen, damit er sich festigt. Leider schreiten sie im Lernprozess viel schneller voran, als die Mitschüler, was sie zum Träumen verleitet und abschalten lässt. Oft fühlen sie sich in der Sonderrolle gar nicht wohl, manche Kinder geben dann den Kasper, oder stellen sich bewusst dumm, um so sein zu können, wie die anderen. Aber, lieber Walter, an der Sonderrolle kann in einem normalen Klassenkontext keiner was ändern, vor allem nicht die Mutter. Sie kann überhaupt nichts dafür, dass ihr Kind als etwas "Besonderes" dasteht und ich glaube auch nicht, dass das hier durch die Mutter forciert wird. Eher noch durch die Lehrerin, die einfach nicht anerkennen will, dass für dieses Kind die Förderung nicht ausreicht und sie es ein Stück weit im Stich lässt. Wenn ein Kind, trotz deutlicher Begabung, Aufgaben langsamer als gewohnt bearbeitet, ist das ein deutliches Zeichen, auf das man reagieren muss, bevor das Kind gelernt hat, dass seine Begabung allen lästig fällt. Leider gibt es viel Feindseligkeit gegenüber hochbegabten Kindern, auch , man muss es leider sagen, seitens der Erwachsenen. Dabei haben sich diese Kinder auch nicht ausgesucht, "besonders" zu sein und ich finde es ein bißchen viel verlangt, dass ein hochbegabtes Kind neben der schnelleren Auffassungsgabe auch noch im sozialen Bereich gleichziehen soll. Ich denke, das liegt daran, dass die Bezeichnung "hochbegabt" etwas inflationär bei allen Auffälligkeiten ins Spiel gebracht wird. Daran ist auch die Erwartungshaltung der Eltern schuld. Vieles liegt bei den Kids heute im Argen, weil es an Zeit und Aufmerksamkeit für die Kinder fehlt. All das soll Schule abfangen, ist ja schließlich ihre Aufgabe (wenn wir es schon selbst nicht schaffen, dafür gibts ja Fachleute). Wenn die Lehrer aber dann wirklich mal Defizite aufzeigen, dann heißt es immer: Nein, mein Kind hat kein ADHS, mein Kind schaut nicht zu viel fern, mein Kind ... jadajada ...Also sind die Lehrer und Erzieher dazu übergegangen, Kinder mit Auffälligkeiten "wegzuloben", das Kind ist nicht aufällig, sondern hochbegabt, Stempel drauf und ab zum Fachmann. Der darf dann den Eltern erklären, warum der IQ Test doch nur knapp über Normal liegt und das Problem ein anderes ist. Und diese Haltung schadet den Kindern, die wirklich hochbegabt sind und Hilfe brauchen. Ich weiß nicht genau, wo in Niedersachsen die hier in Rede stehende Familie lebt. Ich weiß, dass es in Braunschweig eine Schule für Kinder mit besonderer Begabung gibt. Christopherus-Schule, glaube ich. In Hannover dürfte es auch Angebote geben. Aber darüber sollte man sich vor Ort erkundigen. Es tut mir wirklich leid, aber ich denke, hier ist nur ein Schulwechsel zielführend. LG umbre11a [Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 08.12.2011 um 09:12.] |
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