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7 Monate altes Baby lehnt Beikost ab


Autor Nachricht
Verfasst am: 03.01.2011 [16:40]
amerika26
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 28.03.2010
Beiträge: 10
Meine Tochter ist jetzt 7 Monate alt und wird voll gestillt.
Seitdem sie 6 Monate alt ist, versuche ich, Beikost in form von Gemüsebrei einzuführen, leider ohne Erfolg.
Ich habe bereits selbt gekocht und püriert sowie 4 Gläschenhersteller ausprobiert, sie nimmt weder Karotte, noch Pastinake, Kartoffel oder Kürbis. Heute habe ich ihr mal einen Löffel Babyapfel angeboten, auch dies wurde abgelehnt.
Wenn Sie den Löffel nur sieht, greift sie sofort nach der Mulde mit dem Brei, schiebt ihn weg und presst den Mund zu. Bekommt man sie mit einem Trick dazu (z.B. zum Lachen bringen), den Mund zu öffnen und den Löffel darin verschwinden zu lassen, so verzieht sie das Gesicht und spuckt den Brei sofort wieder aus.
1.) Was kann ich tun, damit sie den Brei nimmt?
2.)Besteht die Gefahr eines Eisenmangels, da die Eisenvorräte aus der Schwangerschaft doch nach 6 Monaten aufgebraucht sein sollen?
3.)Könnte eine Erkrankung vorliegen aufgrund derer sie die Nahrung ablehnt (sie scheint mir blass zu sein, ist aber ansonsten fröhlich)?
4.) Sollte ich sie vom Kinderarzt untersuchen lassen?
Antworten Profil
Verfasst am: 03.01.2011 [20:21]
Tiffy77
Fleißiger Helfer
Dabei seit: 23.09.2008
Beiträge: 16
Hallo amerika26,

als ich deinen Bericht sah, musste ich unweigerlich an diese Zeit mit meiner Tochter denken. Denn bei uns war es nicht anders. Ich kochte selbst, kaufte die verschiedensten Gläschen... es half alles nichts, sie verweigerte jeglichen Brei (maximal drei Löffelchen landeten mit Glück in ihrem Mund). Leider setzt mich damals der Kinderarzt (war die Vertretung unserer Ärztin) noch zusätzlich unterdruckt. Mein Artz beruhigte mich dann allerdings wieder...
Wir versuchten also auch alles und nichts half... Was sie irgendwann mit 8 Monaten aß, waren Dinkelstangen. Aber Brei verweigerte sie bis zum Schluss, egal ob dieser süß oder "deftig" war. Ich war auch am Verzweifeln. Da ich aber nach einem Gespräch mit dem Kinderarzt wußte, dass ihr nichts fehlte, war ich beruhigt.

Schließlich ZWEI WOCHEN vor ihrem ersten Geburtstag der Durchbruch! Bei uns gabs Pellkartoffeln und wir gaben ihr auch eine halbe (abgekühlte) Pellkartoffel in die Hand und das Kind aß! Wir waren so glücklich. Denn ab da aß sie weichgekochtes "Fingerfood"... sowie kurz darauf auch Gurkenstückchen etc. Heute weiß ich, dass es einfach Kinder gibt, die die Breizeit überspringen und "Fingerfood" bevorzugen. Im Internet findet man (wenn man sucht) übrigens viele solcher Berichte...

Eine Freundin hat zur Zeit das gleiche Problem. Ihre Tochter (9 Monate) will auch nicht essen. Ihr Kinderarzt beruhigte sie übrigens auch, da mit der Kleinen alles ok sei. Und seit zwei Wochen ißt die Kleine ein halbes Gläschen Obstbrei, wenn sie nach jedem Löffelchen Brei ihren Schnuller wieder in den Mund bekommt...

Wenn ihr gesundheitlich nichts fehlt (mit Kinderarzt sprechen) spricht nichts dagegen es einfach - ggf. mit kleinen Tricks - weiterzuversuchen oder die Breizeit zu überspringen und ihr beispielsweise weichgekochtes Gemüse (Kartoffel, Karotte etc.) am Stück anzubieten (anfangs bitte wegen Verschlucken aufpassen, bis sich die Kleinen daran gewöhnt haben).

Ich wünsche dir viel Geduld und gutes Gelingen!
LG
Antworten Profil
Verfasst am: 03.01.2011 [23:50]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe amerika26,
es hört sich so an, als wäre Ihre Tochter einfach noch nicht bereit für Beikost. Da hilft nur eines: Geduldig bleiben und immer wieder anbieten. Machen Sie ruhig erst mal eine kleine Pause und versuchen Sie es in einer Woche wieder. Verweigert Ihre Tochter die Beikost, zwingen Sie sie nicht dazu. Zwang beim Essen verursacht häufig Fütterstörungen und sollte deshalb vermieden werden. Bieten Sie, wie Tiffy77 schon vorgeschlagen hat, auch mal Fingerfood an, z.B. eine schön weich gekochte Biokarotte im Stück zum Dran-Lutschen. Das gibt zwar etwas Gematsche, aber vielleicht mag Ihre Tochter auf diese Weise probieren. Oder versuchen Sie mal Milchbrei aus Reisflocken mit Muttermilch angerührt. Da ist ihr zumindest der Geschmack vertraut.

Es besteht die Möglichkeit eines Eisenmangels, aber das muss nicht sein (auch wenn Ihre Tochter die Beikost jetzt noch ablehnt). Es ist sicher sinnvoll, Ihre Kleine vom Kinderarzt untersuchen zu lassen, auch wenn es höchst unwahrscheinlich ist, dass sie aufgrund einer Erkrankung Beikost ablehnt. Der Arzt wird überprüfen, ob sich Ihre Tochter normal entwickelt (insbesondere Gewicht und Größe) und kann bei Bedarf durch einen kleinen Blutstropfen aus der Fingerkuppe auch überprüfen, ob ein Eisenmangel vorliegt.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 22.01.2011 [23:17]
amerika26
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 28.03.2010
Beiträge: 10
Hallo Frau Schmelz,
habe inzwischen den Tipp mit den Schmelzreisflocken mit Muttermilch probiert, meine Kleine hat zwar (als ich den Löffel mit Trick in Ihrem Mund hatte) versucht den Brei zu schlucken, sie musste aber sofort würgen und ihn wieder ausspucken.
Das "Fingerfood" in Form einer ganzen weichgekochten Biokarotte habe bzw. einem Stück Banane habe ich auch probiert. Sie nimmt das ganze immerhin in den Mund und lutscht eine Zeitlang darauf herum, irgendwann spuckt sie es dann wieder aus,ob etwas drinbleibt, ist fraglich
Beim KA war ich auch, er empfahl auch Fingerfood in Form von Gemüse und Brotrinde, hat aber kein Blut abgenommen um Eisenmangel abzuchecken. Was meinen sie hierzu?
Nun meine Fragen:
1.) Meine fast 8 Monate alte Tochter hat in gut einem Monat nur 280 g zugenommen (wiegt jetzt 7900 g bei einem Geburtsgewicht von 4110 g), ist das normal?
2.) Welches Fingerfood kann ich ihr noch anbieten, damit sie Eisen bekommt (sie hat bisher nur die unteren beiden Schneidezähne und könnte daher Fleichstücke noch nicht kauen), wäre hier ggf. ohne Gewürze angebratenes Hackfleich eine Lösung?
3.) Mein KA meinte, es wären auch über den 6. Monat hinaus noch Eisenreserven da, konnte mir aber nicht sagen wie lange. Ab wann muss man dies definitiv testen und woran kann ich einen möglichen Eisenmangel überhaupt erkennen?
4.) Bringt es etwas, wenn ich jetzt viel Eisen (in form von Tabletten oder rotem Fleisch) zu mir nehmen würde, ginge das dann auf die Muttermilch über?
Antworten Profil
Verfasst am: 23.01.2011 [00:01]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe amerika26,
wenn Ihre Tochter mit dem Getreidebrei Probleme hatte, sollten Sie einmal versuchen, ihn etwas dünner zu machen. Vielleicht klappt es dann besser.

Zu Ihren Fragen:
1) 280 g Gewichtszunahme in einem Monat ist schon recht wenig. Im 8. Lebensmonat sollten Babys pro Woche mindestens 90 g zunehmen, also 360 g pro Monat oder mehr. Trotzdem ist Ihre Tochter, wenn sie durchschnittlich groß ist, mit 7900 g nicht untergewichtig, sondern im Normalbereich.

2) Um die Eisenversorgung über Beikost zu verbessern, macht nur (rotes) Fleisch (z.B. Rind) plus Vitamin C aus Saft oder Obst wirklich Sinn - aber das geht derzeit nur als Brei. Außerdem wäre Hirsebrei gut, da Hirse ein sehr eisenreiches Getreide ist.

3) Wie lange die Eisenreserven eines Babys ausreichen, ist nicht bei jedem Kind gleich. Daher hat Ihr Kinderarzt mit Sicherheit Recht, wenn er sagt, dass auch jenseits des 6. Lebensmonats die Eisenversorgung noch ausreichen kann. Aber es gibt keine Richtwerte, ab wann es nun für ein bestimmtes Baby zu knapp wird. Man kann nur allgemein sagen, dass die Eisenreserven auf jeden Fall bis zum 4. Monat reichen. Danach kann bereits ein Eisenmangel auftreten. Ich würde lieber jetzt schon mal wegen Eisenmangel nachsehen, wenn Ihre Kleine so schlecht isst.

Eisenmangel ist nicht immer leicht zu erkennen, zumindest nicht, wenn er nicht sehr ausgeprägt ist. Ihr Kind wäre blass, müde, appetitlos, infektanfällig, eventuell auch vermehrt quengelig. Bei stärkerem Eisenmangel könnten sich auch Wachstum und Entwicklung verlangsamen.

4) Ein Eisenpräparat für Sie oder eine eisenreiche Ernährung nützen kaum etwas, da sich dadurch der Eisengehalt der Muttermilch nur wenig beeinflussen lässt. Aber bevor Sie sich jetzt völlig verrückt machen: In der Muttermilch ist zwar wenig Eisen drin, das wird dafür aber besser aufgenommen als jedes andere Eisen aus der Nahrung!

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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