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Angst in der Nacht


Autor Nachricht
Verfasst am: 06.09.2010 [12:34]
pikolini
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 06.09.2010
Beiträge: 1
Hallo!

Ich habe seit einigen Wochen bzw. Monaten folgendes Problem mit meiner Tochter (6 J.) und bin für jeden Ratschlag dankbar:

Sobald Chiara nachts wach wird, steht sie direkt auf und will zu mir ins Bett (was ich nicht erlaube. Und das u. U. mehrere Male. Wenn sie dann doch in Ihrem Zimmer bleibt, schläft sie nur mit Licht und CD von Bibi und Tina wieder ein. Da sie jetzt in die Schule gekommen ist, kann dies natürlich kein Dauerzustand sein! Sie ist morgens müde und kaputt.... und ich natürlich auch! Manchmal erzählt sie auch was von Angst vor Einbrechern.

Leider kann ich einfach nicht mehr einschätzen, wie ich diese "Angst" einschätzen soll - ich vermute eher eine dumme Angewohnheit dahinter. Da sie wenn sie wach wird, nicht mal mehr versucht einzuschlafen, sondern sofort aufsteht. Die "Einbrecher" vermute ich als letzten Notanker, damit es nicht wieder Schimpfe gibt.

Ihre Situation: Kindergarten Ende, Schulbeginn, Trennung vor 2 Jahren etc. kann ich doch nicht über so einen langen Zeitraum als Entschuldigung dafür nehmen!?

Wie gesagt, bin für jeden Ratschlag dankbar!

Grüße,
Diana
Antworten Profil
Verfasst am: 06.09.2010 [21:38]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Diana,
es ist möglich, dass Ihre Tochter die Angst vor "Einbrechern" nur vorschiebt, um bei Ihnen schlafen zu dürfen. Es kann aber ebenso sein, dass sie nachts im Dunklen wirklich Angst hat (dafür spricht, dass sie nur bei Licht und mit CD einschlafen mag) und der Einbrecher eben das unbestimmte "Böse" verkörpert, auf das sie ihre Ängste projiziert. Ursache dafür: Mit etwa drei Jahren beginnt das so genannte Märchenalter, eine magische Phase, die ihren Höhepunkt im Alter von sechs Jahren erreicht. Mit ihrer regen Fantasie sehen die Kleinen dann in den Kleidern, die über dem Stuhl hängen, eine Hexe oder im Schatten hinter dem Schrank ein Gespenst.

Helfen Sie Ihrer Tochter, selbst etwas gegen diese Angst zu unternehmen! Hier ein paar Tipps gegen Einbrecher, Monster, Gespenster, wilde Tiere (wovor die Kleinen Angst haben, ist von Kind zu Kind unterschiedlich):

• Lesen Sie Märchen vor. Darin werden Ängste kindgerecht thematisiert und am Ende siegt immer das Gute. Auf diese Weise kann Ihr Kind seine Ängste bearbeiten.

• Lassen Sie Ihr Kind das Angstgespenst malen oder es in allen Einzelheiten beschreiben. So verlieren die nächtlichen Gestalten schon ein Stück von ihrem Schrecken. Ein Monsterbild können Sie außerdem zusammen in den Garten bringen und auf einen Baum hängen, in eine Kiste einsperren oder irgendetwas damit machen, das das Monster in Schach hält. Ermutigen Sie Ihr Kind zu malen, wie es sich gegen Ängstigendes zur Wehr setzt. Es kann sich z. B. in Ritterrüstung malen, wie es den bösen Drachen besiegt hat. Dadurch entsteht ein konkretes Bild von Ihrem Kind als Sieger über die Angst. Und: Je mehr sich Ihr Kind mit seiner Angst auseinander setzen kann, desto schneller wird sie verschwinden.

• Greifen Sie die Vorschläge Ihres Kindes auf. Die Kleinen haben selbst häufig die besten Ideen, was zu tun ist. Vielleicht will es ein Bild von einem Monster malen, damit sich nächtliche „Gestalten“ davor fürchten und nie mehr wiederkommen? Oder es erfindet eine Zauberwaffe, z. B. einen Umhang, der es für Einbrecher unsichtbar macht? Vielen Kindern hilft auch der Glaube an ihren persönlichen Schutzengel. Fragen Sie außerdem immer nach, was Sie tun könnten, damit Ihr Kind keine Angst mehr haben muss.

• Teddy und Co. sind prima Beschützer. Vielleicht können ein oder mehrere Plüschtiere in Zukunft als Schutztiere für Sicherheit sorgen und die Einbrecher verjagen. Ein Wachtposten könnte schon an der Türe sitzen und ein weiterer neben dem Bett. Wenn Sie jetzt noch eine Geschichte um die geheimen Kräfte und früheren Heldentaten der Schutztiere ranken lassen, verstärkt das deren Wirksamkeit ganz ungemein.

• Seien Sie bei Monster/-Einbrecheralarm sofort zur Stelle. Wenn Ihr Kind die Gewissheit hat, dass es sofort Hilfe bekommt, auch wenn es wegen eines Einbrechers unter dem Bett gerade nicht aufzustehen traut, gibt ihm das große Sicherheit. Vielleicht müssen Sie zusammen die Monster mit lautem Geschrei oder magischen Ritualen verjagen. Beruhigend kann es auch sein, wenn Sie zusammen mit Ihrem Kind vor dem Schlafengehen alle möglichen „Versteckplätze“ absuchen (unter dem Bett, hinter dem Schrank usw.) und sich vergewissern, dass die Luft rein ist.

Hilfreich ist auch das Buch „Mächtig mutig“ von Astrid Hille, Dina Schäfer und Melanie Garanin (OZ Verlag 2008; 45 Seiten; 9,95 Euro) für Kinder ab 4 Jahren.

Lassen Sie Ihre Tochter, wenn es ihr hilft, ruhig bei Licht einschlafen (gedämpftes, schwaches Licht oder Licht vom Flur bei offener Zimmertüre). Eine Hörkassette mit einer Geschichte würde ich ihr allerdings nicht erlauben. Da lauscht sie dann der Geschichte und schläft so schnell nicht wieder ein. Allenfalls würde ich leise Entspannungsmusik oder Naturtöne (Meeresrauschen oder Ähnliches) erlauben, wenn sie Angst vor totaler Stille im Zimmer hat.

Wenn Ihre Tochter nachts zu Ihnen ins Schlafzimemr kommt, gibt es nur die Möglichkeit, sie ruhig, aber ganz konsequent sofort jedes Mal wieder zurück in ihr Kinderzimemr zu bringen. Lassen Sie die Zimmertüre auf, dann fühlt sie sich nicht so allein.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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