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Erster "Freundschafts-Kummer"

Autor Nachricht
Verfasst am: 04.12.09 [20:34]
Adine
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2008
Beiträge: 9

Hallo,

mein Sohn (fast 4) kam letzte Woche aus dem Kindergarten und war sehr traurig, weil seine zwei Freunde nicht mit ihm spielen wollten (du bist nicht mehr unser Freund). Er ist erst seit Sept im KiGa und die drei ( ja, die leidigen Dreierkonstellationen) haben sich gut verstanden. Mein Sohn ist eher schüchtern und ich war froh, dass er gleich Anschluss gefunden hat. Nunja, wahrscheinlich ist es bald wieder vergessen und demnächst schließt mein Sohn vielleicht einen anderen vom Spiel aus, trotzdem leide ich natürlich mit und möchte ihm Mut machen und unterstützen ohne mich aber großartig einzumischen. Hat jemand Tipps, wie wir damit umgehen könnten und meinem Sohn ein bisschen helfen mit solchen (sicherlich wiederkeherenden) Situationen umzugehen? Er war wirklich seeehr geknickt!

LG,
Adine

Verfasst am: 10.12.09 [02:14]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 985

Liebe Adine,
was Sie beschreiben, ist ganz typisch für Kinderfreundschaften: den einen Tag dicke Freunde, dann plötzlich ausgeschlossen und ein oder zwei Tage ist alles wieder gut bis zum nächsten Mal.

In solchen Situationen sollten Sie erst einmal nur zuhören. Lassen Sie sich von Ihrem Kind erzählen, wie das alles gekommen ist. Sein angeknackstes Selbstbewusstsein können Sie am besten stärken, indem Sie ihm versichern, dass Sie seine Gefühle verstehen. Versuchen Sie herauszufinden, ob Ihr Kind sich besonders starrsinnig oder rechthaberisch verhalten hat. In diesem Fall können Sie durch Fragen wie „Wie würdest du dich fühlen, wenn dein Freund sich so verhalten hätte?“ Verständnis für die Gefühle des Spielkameraden wecken und so den ersten Schritt für eine Versöhnung vorbereiten.

Besonderen Trost und viel Zuwendung braucht Ihr Kind, wenn es um Eifersucht geht, weil etwa der beste Freund nun einen neuen besten Freund hat und nicht mehr mit Ihrem Kind spielen will. Ihr Kind sollte sich seinen ganzen Kummer bei Ihnen von der Seele reden dürfen. Gestehen Sie ihm zu, dass es durch diese Situation sehr verletzt ist und beschwichtigen Sie es nicht vorschnell mit gut gemeinten Ratschlägen wie „Aber du kannst doch auch mit Tom spielen, der ist doch auch nett!“ Bestärken Sie es lieber fürs Erste darin, dass es notfalls auch ein paar Tage allein spielen kann und dann, wenn ihm wieder danach ist, auf neue Freunde zugehen kann.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz


Verfasst am: 11.12.09 [10:39]
Adine
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2008
Beiträge: 9

Hallo Frau Schmelz,

ja, bei uns trifft wohl eher die zweite Variante mit der Eifersucht zu. Ich habe leider tatsächlich schon diese "gut gemeinten Ratschläge" angewandt und im vorgeschlagen mit anderen Kindern zu spielen. Aber er konnte sich auch bei mir den Kummer von der Seele reden. Besagter Freund erzählt meinem Sohn, er wäre nur im Kindergarten nicht sein Freund (weil er da lieber mit jemand anderem spielt) zu Hause (in der Nachbarschaft) würde er aber schon mit ihm spielen. Für uns Erwachsene hört sich das ziemlich gemein an, mein Sohn findet das aber in Ordnung und freut sich, wenn sein bester Freund wenigstens außerhalb des Kindergartens mit ihm zutun haben will. Sollten wir dennoch den Kontakt lieber ein bisschen verringern für diese Zeit und versuchen, mit anderen Kindern zu spielen, damit sich mein Sohn aus dieser Fixierung auf das eine Kind etwas lösen kann? Oder sollen wir das einfach so stehen lassen?
Er leidet jetzt seit einer Woche ziemlich darunter (was mir schon unendlich lange vorkommt...)
LG,
Adine

Verfasst am: 11.12.09 [22:34]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 985

Liebe Adine,
ich würde die Zeit mit dem anderen Jungen nicht einschränken, wenn Ihr Sohn gerne mit ihm spielen möchte. Aber es spricht ja nichts dagegen, trotzdem mal ein anderes Kind einzuladen, damit Ihr Sohn - hoffentlich - erleben kann, dass es auch Spaß macht, mit anderen Kindern zu spielen.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz


Verfasst am: 05.02.10 [12:11]
Adine
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2008
Beiträge: 9

Hallo Frau Schmelz,

nun sind schon ein paar Monate vergangen und die Situation mit meinem Sohn und seinen zwei "Freunden" hat sich immer noch nicht verändert. Langsam mache ich mir Sorgen ,dass das Selbstbewusstsein meines Sohnes Schaden nimmt, wenn er dauernd im KiGa ausgeschlossen wird. Er versucht immer wieder mit den beiden Kontakt aufzunehmen und sie lassen ihn eiskalt abblitzen. Wenn wir uns nachmittags treffen spielen sie zu zweit gut miteinander aber ich habe auch schon die Bemerkung gehört: "Aber morgen bist du nicht mehr mein freund..." Laut den Erzieherinnen benimmt sich mein Sohn auch nicht irgendwie daneben oder ist sonst irgendwie unkooperativ eher im Gegenteil. Wenn ich andere Kinder einlade ist das zwar ok, aber die anderern beiden bleiben einfach seine "besten Freunde" obwohl sie ihn so mies behandeln! Ich finde es wirklich schwer das mit anzusehen, inwiefern können 4 Jährige denn schon verstehen, das ein solches Verhalten nicht sehr nett ist? Sowohl die beiden "Freunde" als auch mein Sohn??
Dass diese Phase ununterbrochen so lange anhält hätte ich nicht gedacht!!! Ich wäre froh, wenn sie mir dazu nochmal etwas schreiben könnten.
Gruß,
Adine

Verfasst am: 06.02.10 [01:32]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 985

Liebe Adine,
leider gibt es bei Kinderfreundschaften Konstellationen, bei denen wir als Erwachsene überhaupt nicht verstehen können, weshalb ein Kind an so einer Freundschaft fest hält. Und genau so scheint es bei Ihrem Sohn zu sein.

Die beiden Freunde, die im Kiga nichts von Ihrem Sohn wissen wollen, aber einzeln am Nachmittag (möglicherweise mangels anderer begehrter Freunde?) mit ihm spielen, sind möglicherweise die Anführertypen in der Gruppe. Und Ihr Sohn ist fasziniert von den beiden und ihrer Durchsetzungskraft und möchte auch gerne so sein wie sie. Wenn die beiden einander haben, brauchen sie Ihren Sohn nicht, aber nachmittags ist er eben doch "gut genug".

Erst ab etwa vier bis fünf Jahren, mit zunehmender sozialen Erfahrung, steigt auch die Fähigkeit von Kindern, bei persönlichen Entscheidungen die Interessen anderer Kinder und Erwachsener mit einzubeziehen. Erst im Vor- und Grundschulalter könnten Kinder also die moralische Dimension ihres Handelns erkennen. Die beiden Freunde verhalten sich daher ganz "logisch" und nehmen immer den begehrtesten Freund, der vorhanden ist (daher hat Ihr Sohn, wenn die beiden zu zweit sind, das Nachsehen), obwohl wir Erwachsene dieses Verhalten nicht gutheißen können.

Sie können versuchen, das Freundeproblem mit Kuscheltieren oder Autos nachzuspielen. Wenn es nicht ihn selbst, sondern das Kuscheltier betrifft, kann Ihr Sohn eher erkennen, was da abläuft und kann mit Ihnen zusammen Lösungen suchen, was das ausgegrenzte Kuscheltier tun könnte, um sich besser zu fühlen.

Ansonsten kann ich Ihnen nur empfehlen, weiterhin andere Kinder zum Spielen einzuladen, damit Ihr Sohn ein paar Ersatzfreunde hat, wenn die zwei begehrten Jungs mal wieder unter sich sein wollen. Den Kontakt zu den beiden Freunden würde ich meinem Sohn trotz allem nicht verbieten oder einschränken.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz




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