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Thema ohne neue Antworten

extrem trotzig, oder doch ein Fall für professionelle Hilfe????


Autor Nachricht
Verfasst am: 07.03.2011 [12:47]
katfisch
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 19.02.2010
Beiträge: 7
Hallo,

meine Tochter (1 1/2 Jahre) macht wohl im Moment wieder einen Entwicklungssprung. Das äußert sich darin, dass sie wahnsinnig viel isst, schlecht schläft und leider auch seit einigen Tagen massive Tobsuchtsanfälle bekommt.

Und hier brauch ich unbedingt Hilfe!!!!!!!!!

Es gibt keinen, für mich!, erkennbaren Grund. Meisten passiert es wenn sie grad aufgewacht ist oder während des Nachtschlafes munter wird. Ich warte erst, ob sie sich von alleine beruhigt, wenn das nicht der Fall ist geh ich leise ins Zimmer, versuche ihr den Schnuller zu geben und spreche leise mit ihr um sie zu beruhigen. Bisher hat das immer funktioniert. Jetzt beruhigt sie sich gar nicht mehr, sondern steigert sich regelrecht in ihren Ärger??? hinein. Sie schreit dabei so laut, dass sie alle anderen im Haushalt lebenden Personen (hat noch zwei Brüder) putzmunter macht. Sie kratzt, zwickt und schlägt um sich. Schmeißt sich auf den Boden,wirft Sachen umher.

Das hört sich bestimmt alles normal an, aber nicht normal ist, dass sie sich nicht!!!!! wieder beruhigt. Gestern Nacht ging das Drama über eine halbe Stunde lang!!!!!! Ich habe alles probiert, bin mit ihr aus dem Zimmer gegangen und wollte sie auf meinem Arm beruhigen - Fehlanzeige! Ich habe sie neben mich hingesetzt und gewartet, ob sie sich von alleine beruhigt - Fehlanzeige! Ich bin selber wütend geworden und habe sie angebrüllt - Fehlanzeige! Ich hab sie wieder in ihr Bett gelegt und bin raus gegangen - Fehlanzeige! Irgendwann war ich dann so fertig, dass ich selber geweint habe - ich war so hilflos!

Nachdem ich mich beruhigt hatte, bin ich wieder ins Zimmer und hab mich neben das Bett gesetzt und so lange gewartet, bis sie warscheinlich vor Erschöpfung (hat nur noch geschluchzt), dann "aufgegeben" hat. Es hat aber bestimmt nochmal so lange gedauert, bis sie wieder eingeschlafen ist - hab so lange ihre Hand gehalten.

Wenn ich ehrlich bin, kommt mir das nicht normal vor! Ich bin total verunsichert, obwohl ich Mutter von drei Kindern bin. Das habe ich noch nicht erlebt. Wer kann mir helfen??? icon_rolleyes.gif

Vielen Dank
Liebe Grüsse
katfisch
Antworten Profil
Verfasst am: 07.03.2011 [23:47]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe katfisch,
sind Sie sicher, dass Ihre Tochter bei diesen "Tobsuchtsanfällen" wirklich wach ist? Sie schreiben, dass die Anfälle z.B. mitten in der Nacht auftreten, wenn sie "munter wird". Ich vermute, es könnten Anfälle von "Nachtschreck" (Informationen dazu siehe hier: www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/baby-schlaeft-nicht/art/tipp/httpwwwelternwissencomerziehung-entwicklungbaby-schlaeft-nichtarttipphtml.html) sein. Der Nachtschreck kann bereits gegen Ende des ersten Lebensjahres erstmals auftreten. Die Kinder lassen sich typischerweise nicht von den Eltern beruhigen bzw. reagieren sogar abwehrend mit Schlagen oder stoßen die Eltern zurück. Der Anfall endet von alleine.

Ihre Beschreibung des Ablaufs der nächtlichen "Tobsuchtsanfälle" würde also durchaus zu einem Nachtschreck passen. Besprechen Sie die nächtlichen Schreianfälle aber trotzdem sicherheitshalber mit Ihrem Kinderarzt. Sie können einen dieser Anfälle mit dem Handy aufnehmen und dann beim Arztbesuch abspielen, sodass sich Ihr Kinderarzt ein besseres Bild machen kann.

Nächtliche Trotzanfälle sind nicht üblich, obwohl die Kleinen natürlich schon wütend werden können, wenn sie nach der Mama weinen und diese kommt nicht bzw. weigert sich, das Kind auf den Arm zu nehmen oder Ähnliches. Aber das war bei den nächtlichen Schreiattacken Ihrer Tochter ja nicht der Fall.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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Chefredakteurin von "Gesundheit und Erziehung für mein Kind"
Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 08.03.2011 [11:24]
doris
Alter Hase
Dabei seit: 04.04.2008
Beiträge: 37
Hallo, ich habe mit Rescuetropfen gute Erfahrungen. Ein paar Tropefen in einen Becher mit Wasser oder eine Flsche und sie immerweider kleine Schlucke nehmen lassen. Das beruhigt und "bringt sie zurück". Damit die eigenen Nerven mitspielen am besten auch eine"Ladung einwerfen". Vielleicht verarbeitet sie auch Tagesereignisse und steht Nachts nochmal die Auseinandersetzungen durch? Meine"Bibel" ist ja von Fr. Sunderland : Die neue Elternschule. Sie beschreibt die Gehirnentwicklung gekoppelt mit den pädagisch-erzieherischen Elementen. Unser Sohn ist drei und trotzt fröhlich vor sich hin und ohne diese Tipps ...ich kanns nur empfehlen. Es gibt einen kleinen Einblick in diesen kleinen Kinderkopf! Alles Gute und viel Kraft, D.
Antworten Profil
Verfasst am: 09.03.2011 [10:45]
MiMei
Newbie
Dabei seit: 09.03.2011
Beiträge: 3
Hallo Katfish,
ganz genau dasselbe bei meiner tochter!!! von einem nachtschreck gehe ich allerdings nicht aus, da auch tagsüber solche tobsuchtsanfälle auftreten. das schlimme ist ja gar nicht mal der trotz oder das gebrülle, viel bedenklicher finde ich, dass sie sachen runterschmeisst, kaputt macht, auf sachen einschlägt und sich auch selber dabei weh tut und vor allem, auch auf mich einschlägt! ich weiss auch nicht mehr weiter, hinterher sind wir beide immer ganz geschafft...manchmal denke ich, das ist nicht normal? was mir auch ein bisschen angst macht: ich glaube, sie will da regelrecht raus aus dieser situation, sie weint manchmal und sagt, ich soll ihr helfen, aber sie kann nicht aufhören....puh!
Antworten Profil
Verfasst am: 09.03.2011 [12:32]
katfisch
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 19.02.2010
Beiträge: 7
Hallo Frau Dr. Schmelz,

genau den Eindruck habe ich, dass sie gar nicht richtig wach ist und am nächsten Morgen verhält sie sich auch wieder völlig normal. Unser Abendritual ist übrigens immer das gleiche und auch Bettgehzeiten sind immer gleich. Dass es sowas gibt, wußte ich gar nicht. Schlafwandeln kenne ich, hat mein Mann im Kleinkindalter auch gemacht. Aber ich bin in jedem Fall froh, dass es nichts schlimmes ist und werde ihren Rat befolgen und das ganze mal mit dem Handy filmen, wenn es wieder vorkommmt. Mal sehen, was unser Kinderarzt dazu meint.

Vielen herzlichen Dank für Ihre schnelle Hilfe!

LG
katfisch
Antworten Profil
Verfasst am: 09.03.2011 [12:47]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe MiMei,
wie heftig Kinder trotzen, ist individuell sehr unterschiedlich (abhängig von Charakter und Temperament). Bei Ihrer Tochter scheinen die Anfälle ganz besonders ausgeprägt zu sein. Vielleicht ein Trost: Häufig ist es so, dass die Trotzphase bei sehr vehement trotzenden Kindern dafür nicht so lange anhält.

Bei so heftigen Trotzanfällen könnte eine Behandlung mit Bachblüten sinnvoll sein (siehe hier: www.elternwissen.com/gesundheit/bachblueten/art/tipp/bach-blueten-fuer-trotzkoepfe-troedler-und-schuechterne-kinder.html, Dauer der Behandlung: mehrere Wochen). Bei akuten Trotzanfällen, wenn sich Ihre Tochter gar nicht mehr einkriegt, sind die oben schon erwähnten Bachblüten-Notfalltropfen (Rescuetropfen, gibt es inzwischen auch als Globuli) hilfreich.

Ansonsten gibt es nur eine Möglichkeit, Ihre Tochter davon abzuhalten sich selbst zu verletzen oder etwas kaputt zu machen. Setzen Sie sich mit ihr auf den Boden und halten Sie sie fest. Das geht auf dem Boden kräftemäßig für Sie am leichtesten, weil Ihre Tochter ja nicht sofort aufhören wird, sondern erst mal weiter schlägt, tritt oder mit dem Kopf stößt, bis sie sich wieder etwas beruhigt hat. Reden Sie beim Festhalten nicht ständig auf Ihre Tochter ein (das macht die Kleinen meist noch wütender), aber sagen Sie ihr in Abständen, dass Sie sehen, wie wütend sie ist und das verstehen können - vielleicht können Sie auch den Grund des Trotzanfalls nennen (Akzeptieren der kindlichen Gefühle). Setzen Sie aber hinzu, dass Sie sie erst wieder loslassen können, wenn sie nichts mehr herumwirft, nicht mehr mit dem Kopf auf den Boden schlägt...

Herzliche Grüße und gute Nerven!
Ihre
Andrea Schmelz

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Chefredakteurin von "Gesundheit und Erziehung für mein Kind"
Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 10.03.2011 [10:52]
MiMei
Newbie
Dabei seit: 09.03.2011
Beiträge: 3
Danke, die Bachblüten Therapie werde ich gerne versuchen. Bislang war mir die Trotzphase völlig unbekannt, daher trifft sie uns jetzt mit voller Wucht. Aber vielen Dank für den schnellen Ratgeber! M.M.
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