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Geschrei beim Einschlafen

Autor Nachricht
Verfasst am: 01.07.09 [19:41]
Melli79
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 01.07.2009
Beiträge: 4

Hallo!
Ihr seid meine letzte Hilfe! Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll.
Mein Sohn ist nun 9 Monate alt. In der ganzen Zeit hat er 2 Wochen durchgeschlafen und das ist nun auch schon 8 Wochen her. Ich habe stundenlang den Kalender gewälzt, um zu sehen, was damals anders war-nichts!
Das Durchschlafen ist aber nicht mein Hauptproblem.
Ich lege meinen Sohn jeden Abend um 19 Uhr mit dem selben Ritual hin (Essen, wickeln, Geschichte lesen, Lied singen und Küsschen). Seit 2 Abenden geht es auch wieder, dass er nicht länger als 10 Minuten schreit!
Nun zu meinem Problem:
Mein Sohn wird jede Nacht regelmäßig wach und schreit. Morgens, wenn er gegen 6.30 Uhr aufwacht, schreit er, gähnt und reibt sich die Augen. Ich habe das Gefühl, er ist noch nicht richtig wach. Habe schon alles versucht: Flasche und wieder hinlegen und bei uns im Bett weiterschlafen, nichts funktioniert. So zieht es sich durch den ganzen Tag. Ein reines Gequengel und das nun schon 9 Monate lang!!!!
Tagsüber ist das Schlafen auch eine Katastrophe. In den ersten Monaten bin ich 2x täglich mit dem Kinderwagen geschoben, da war alles super. Nur irgendwann ist der kleine Mann aus der Tasche gewachsen (und er ist sehr schnell gewachsen) und ich habe beschlossen, dass er im Bettchen schlafen kann. Da hat er sich leider immer noch nicht daran gewöhnt-nicht in seinem Bett und auch nicht mit mir zusammen. Am Anfang habe ich auch gedacht, ich wäre immer zu spät dran.
Nun haben wir auch gerade das Problem, dass er zuhause total quengelig ist und sich die Augen reibt und sobald er draussen ist, das Vorzeigekind schlechthin ist! icon_rolleyes.gif

Ich habe das Gefühl, ich verstehe mein Kind nicht!!!
Ansonsten ist er so ein Sonnenschein!!!!!!!!
Sorry, ist etwas länger geworden.
Ich hoffe, ihr könnt mit helfen!
Die verzweifelte Melli

Verfasst am: 02.07.09 [16:07]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 982

Liebe Melli,
offenbar haben Sie ein sehr waches und neugieriges, so genanntes "reizoffenes" Baby, das sich mehr oder minder durch die vielen Eindrücke, die es ständig neu zu fordern scheint, selbst überfordert. Ich kann Ihnen nachfühlen, wie es Ihnen geht, denn mein Sohn Martin war genauso und was ich auch versucht habe, um ihn zum (weiter)schlafen zu bringen, war in der Regel zum Scheitern verurteilt. Das einzige, was bei meinem Sohn geholfen hat (und Patentrezepte gibt es nicht, da jedes Baby anders ist und man ausprobieren muss, was funktioniert!), war, dass ich mich mit ihm zum Mittagsschlaf hingelegt habe. Dann hat er so ab dem Ende des ersten Lebensjahres statt 45 Minuten ganze 1,5 Stunden geschlafen. Ich bin aber mit ihm liegen geblieben und habe selbst geschlafen (ich hatte es ja auch nötig).

Das Problem ist, dass Sie Ihrem Sohn nicht "verordnen" können, länger zu schlafen, auch wenn ihm das gut tun würde. Denn wenn er (physiologischerweise) nachts zwischendurch aufwacht und gegen Morgen zu nicht mehr müde genug ist um weiterzuschlafen, kann man leider wenig machen. Die von Ihnen angegebene Nachtschlafdauer hört sich primär mal nicht schlecht an (das wären ja 11,5 Stunden - super!), aber ich weiß natürlich nicht, wie oft und wie langer er nachts wach ist. Sie könnten höchstens versuchen, Ihren Sohn 1,5 bis 2,5 Stunden nach dem Aufwachen vormittags nochmal hinzulegen. Am Vormittag klappt das Einschlafen bei solchen Kindern meist besser, da sie dann noch nicht so viele Eindrücke gesammelt haben und leichter zur Ruhe kommen.

Hier noch ein paar allgemeine Tipps für reizoffene Babys:
• Reduzieren Sie so viele Reize von außen wie möglich und halten Sie einen möglichst regelmäßigen Tagesablauf ein. Stillen Sie aber nach Bedarf und nicht nach der Uhr! Legen Sie Ihr Kind an, wenn es nach der Brust verlangt (auch wenn es manchmal nur zum Nuckeln ist).
• Lassen Sie im Beisein Ihres Babys weder Radio noch Fernseher laufen. Bieten Sie nicht zu viel buntes und/oder lautes Spielzeug an.
• Eine Reise im ersten Lebensjahr kann ein reizoffenes Baby ziemlich aus der Bahn werfen und sollte deshalb vermieden werden.
• Vermeiden Sie Einkaufszentren, Veranstaltungen mit vielen Leuten, Restaurantbesuche und allgemein zu viele Ortswechsel.
• Reichen Sie Ihr Baby nicht herum. Es ist bei Mama und Papa, seinen festen Bezugspersonen, am besten aufgehoben. Auch wenn die nette Nachbarin das noch so schade findet.
• Parfüm und andere stark duftende Substanzen sind in der ersten Zeit mit dem Baby ungünstig, da die Kleinen Mama erschnüffeln und die Duftstoffe das empfindliche Näschen Ihres Kleinen durcheinander bringen.

Was Sie auf alle Fälle versuchen können, ist eine homöoathische Konstitutionsbehandlung und/oder eine Behandlung beim Osteopathen. Das ist bei solchen Babys in vielen Fällen sehr erfolgreich. Sie müssen es aber selbst bezahlen, sofern Sie nicht provat versichert sind.

Hilfreich kann auch eine Diagnostik und Beratung in einer so genannten Schreiambulanz sein. dort werden Babys mit Schrei-, Schlaf- und Fütterstörungen behandelt. Die Beratung in einer Schreiambulanz, die z. B. an eine Kinderklinik oder Erziehungsberatungsstelle angegliedert ist, ist für die Eltern meist kostenlos. Sie benötigen nur eine Überweisung Ihres Haus- oder Kinderarztes. Lediglich bei privaten Anbietern wie z. B. Hebammen können Kosten anfallen. Erkundigen Sie sich grundsätzlich vorab, ob und welche Kosten auf Sie zukommen.

Adressen von Beratungsstellen sowie weitere Informationen rund um Schreibabys finden Sie z. B. unter www.trostreich.de, www.schreibabyambulanz.info/adressen_deutschland.htm oder www.mein-schreibaby.de. Auch Kinderärzte, Kinderkliniken, Erziehungsberatungsstellen und Jugendämter können Ihnen Adressen nennen.

Alles Gute und herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

[Dieser Beitrag wurde 4mal bearbeitet, zuletzt am 24.11.2009 um 23:03.]




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