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Hilfe! Mein Sohn (4Jahre) macht was er will :(


Autor Nachricht
Verfasst am: 15.07.2010 [00:14]
sweetmemories
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 15.07.2010
Beiträge: 1
Hallo ich habe ein riesen problem.
Mein kleiner ist im Juni 4 jahre alt geworden und ist zz echt unerträglich icon_frown.gif

Er hört gar nicht auf mich. icon_cry.gif Egal was ich ihm sage er lacht mich aus oder ignoriert mich.

Ich habe schon oft versucht einfach mit ihm zu reden, habe mich zu ihm gesetzt und gesagt dass das so nicht weiter gehen kann. Er hört mir dann auch zu und sagt das er lieb ist/oder sein wird. Aber sobald ich aufstehe geht es von vorne los.
Was mir aber am meisten weh tut, ist das er mich auslacht.

Ich könnt nur noch heulen!!!

Ich weiß nicht was ich falsch gemacht habe. Bin wirklich bald am verzweifeln.

Bitte kann mir jemand helfen? Was soll ich machen? Ist das eine Phase? Geht es vorbei? Einfach nur HILFE!!!

Danke und Lg
Antworten Profil
Verfasst am: 15.07.2010 [02:44]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe sweetmemories,
ich vermute, dass Sie nicht gerne schimpfen und laut werden und auch nicht gerne strafen, sondern Ihrem Sohn am liebsten alles erklären wollen, auf seine Einsicht hoffen und erwarten, dass er dann folgt. Kinder testen jedoch nicht nur in der Trotzphase, sondern auch danach noch sehr stark ihre Grenzen aus und probieren, wie weit sie bei Mama bzw. Papa gehen können. Ich vermute, Ihr Sohn weiß inzwischen sehr genau, dass nicht wirklich etwas "passiert", wenn er nicht macht was er soll.

Wenn er Ihren Anweisungen nicht folgt, müssten Konsequenzen folgen, damit er Sie wieder ernst nimmt und erkennt: Aha, Mami meint wirklich, was sie sagt, und wenn ich nicht mache, was sie von mir will, hat das Folgen für mich.

Bitte lesen Sie einmal in den folgenden Beiträgen nach, wie Sie Anweisungen so geben, dass Ihr Sohn darauf hört, wie Sie bei Ungehorsam einschreiten können und wie Sie Ihren Sohn motivieren und zur Mitarbeit bewegen können:
www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/erziehungs-tipps-gegen-ungehorsam.html
www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/wie-viel-erziehung-brauchen-kinder-wirklich.html
www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/so-motivieren-sie-ihr-kind-richtig-durch-lob-und-belohnung.html
www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/so-lernen-kinder-regeln.html
www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/die-5-haeufigsten-gruende-warum-kinder-sich-nicht-an-regeln-halten.html
www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/so-folgt-ihr-kind-ihren-anweisungen-besser.html
www.elternwissen.com/elternwissen-service/newsletter-archiv/elternbrief/nl/2008/20080523_Ein-witziger-Spruch-wirkt-besser-als-eine-Ermahnung.html
www.elternwissen.com/working-mom-blog/blog-beitrag/tipp/erziehungsgeheimnis-das-alle-eltern-kennen-sollten.html

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 15.07.2010 um 02:47.]

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Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 19.07.2010 [12:00]
SunnyCalm
Alter Hase
Dabei seit: 27.05.2009
Beiträge: 24
Hallo Sweetmemories,

Sie erwarten von Ihrem 4jährigen Sohn, daß er sich verstandesorientiert steuert - das schaffen nicht einmal alle Erwachsenen!

Vielmehr spricht man in diesem Alter noch vom Tunnelblick (kann ich von meinem nur bestätigen, das "bessert" sich erst mit der Vorschulzeit, hört aber auch da nicht auf). Ihre Aufgabe ist es, diesen Tunnelblick auf das von Ihnen Gewünschte zu lenken und von dem vom Kind gewünschten Ziel abzulenken. Das erreichen Sie nur, wenn Sie möglichst viele Sinne ansprechen (also nicht nur hören, sondern auch sehen und fühlen) bzw. "Hürden" aufbauen in die vom Kind gewünschte Richtung.

Sie möchten z.B. daß Ihr Sohn, an dieser oder jener Stelle etwas konkretes tut (z.B. Zähneputzen, Ausziehen etc.), Ihr Sohn möchte aber in der gegenüberliegenden Ecke des Zimmers etwas anderes. Sie bitten ihn um Ihr Anliegen, er orientiert sich gewiß auf sein(e) Ziel(richtung). Sie stellen sich bewußt optisch dazwischen, nehmen ihm den Blick darauf.
Sie wiederholen Ihre Bitte, aber nicht im Schmuseton, sondern mit ruhiger Stimme als klare und deutliche Anweisung (dennoch das Wort Bitte nicht vergessen). (Später können Sie noch kurz ergänzen, warum er dies und gerade jetzt tun soll (z.B. der kleine Zeiger steht auf der 7, es ist Zahnputz-Zeit), diskutieren Sie aber nicht, sondern wiederholen Sie wie eine Platte mit Sprung. Schließlich ist das keine fixe Idee von Ihnen, sondern ein objektiv unumstößlich gegebener Umstand.) Er wird an Ihnen, dem körperlichen Hindernis, vorbei zu seinem Ziel wollen. Sie räumen dies aus seinem Sicht-, ganz bestimmt aber aus seinem Handlungsbereich und sagen ihm: "Das kannst Du haben (oder tun), wenn Du XY erledigt hast."
Er wird quengeln und maulen und wer weiß nicht noch was tun. Sie bleiben konsequent! Führen Sie ihn an den Ort des gewünschten Geschehens und wiederholen Sie ruhig und deutlich zum 3. und letzten Mal Ihre klare Anweisung. Geben Sie ihm (und sich selbst) 4 Minuten (je nach Alter) Zeit, sich zu besinnen. (Das wird Ihnen selbst ewig lang vorkommen, daher bitte zur Eigenkontrolle auf die Uhr gucken.) Gehen Sie nicht weg! Bleiben Sie als erinnerndes Mahnmal auf Ihrer Position stehen.
Nach Ablauf der Zeit zeigen Sie ihm, was Sie mit dem Satz "Putz Dir bitte Deine Zähne" meinen. Es ist an Ihnen, mit ihm und ggf. mit seinen trotzigen Händen schrittweise das auszuführen, was gewollt ist ("Nimm den Becher"; "Füll Wasser ein"; "Mach die Bürste nass" etc.) Lassen Sie keinesfalls locker, bis zum Schluß! Geben Sie hier nach, lacht Ihr Sohn Sie mit Recht aus, denn dann ist klar, wer hier der Bestimmer ist.

Wenn das Gewünschte erledigt ist: "Siehst Du, hat gar nicht lange gedauert. Hättest Du es gleich gemacht, wärst Du viel schneller zu Deinem PQR (Wunsch) gekommen." Und dann bekommt er sein angestrebtes Ziel zurück, quasi als Belohnung.

Sollte er von allein agieren, dann wird nicht mit Lob gespart. "Ja, Klasse, super gemacht und von ganz allein! Ich mußte gar nicht drängeln, bist eben doch langsam mein Großer!"

Ich kann Ihnen versichern, daß er schon nach der zweiten oder dritten konsequenten Anwendung ganz fix begriffen haben wird, daß Sie nicht aus Jux und Dollerei "heiße Luft" produzieren, daß er im wahrsten Wortsinn nicht an Ihnen vorbei kann und daß es keine Alternative zur Ausführung Ihrer Anweisung gibt. Sondern: "Je eher ich tue, was Mama will, desto schneller bekomme/darf ich PQR."

Die ganze Zeit über haben Sie nicht einmal geschimpft oder ihn bestraft. Sie haben lediglich vorübergehend das aus dem Weg geräumt, das ihn an der Ausführung seiner Aufgabe gehindert hat. Denn die Nichtbefolgung der Anweisung ist nicht immer nur böser Wille, sondern meist einfach nur der Entwicklung eines 4jährigen Kindes geschuldet.

Je besser die eingangs beschriebene Vorgehensweise klappt, desto größer wird mit zunehmendem Alter auch das Zeitfenster. Er bekommt den Hinweis, daß es Zeit zum Zähneputzen ist, darf PQR noch zu Ende spielen und in die gewünschte Parkposition bringen, weil Sie beide ganz genau wissen, daß binnen einer Viertel Stunde 100%ig die Zähne geputzt werden. (Im fünf Minuten Takt auf die Zeitreserve hinweisen. Es ist Ihre Aufgabe, auf die Einhaltung dieser Viertel Stunde zu achten).

Ob Ihr Kind hört oder nicht, Sie auslacht oder Ihr Anliegen ernst nimmt, liegt ganz allein an Ihnen und Ihrer Konsequenz. Ihr Sohn erwartet nichts Übermennschliches von Ihnen, sondern lediglich absolute Verläßlichkeit bei einer stets gleichen Vorgehensweise. Und ich verspreche Ihnen, Sie beide werden bestens damit Ihr Auskommen haben. Nur Mut!

Alles Gute wünscht
Sunny Calm
Antworten Profil


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