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Kann nicht mehr mit meiner Tochter umgehen! :(

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Verfasst am: 26.04.2012 [22:21]
Trafalgar
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 11.05.2009
Beiträge: 12
Hallo,

ich habe ein großes Problem, das mich echt fertig macht. Ich komme nicht mit meiner Tochter klar, verstehe sie nicht und ehrlich gesagt ertrage ich sie auch oft nicht.
Sie ist fast 6 Jahre alt, kommt dieses Jahr zur Schule und ist ein cleveres, aufgewecktes Kind. Wegen ihrem Sozialverhalten hatten wir allerdings 18 Monate lang eine Frühförderung für sie. Gebracht hat es ziemlich wenig, denn selbst die Frau die das mit ihr gemacht hat wird aus ihr nicht schlau und kann uns nicht mehr weiter helfen.
Sie erträgt es nicht, wenn sie nicht die Fäden in der Hand halten kann, wenn wir ihr etwas vorschreiben, etwas von ihr wollen. Egal was wir tun, es ist falsch. Selbst in extremen Situationen, wenn sie z.B. krank ist, läßt sie nicht die Hilfe zu die wir ihr geben wollen. Hat sie zum Beispiel eine Bindehautentzündung, verweigert sie die Augentropfen. Da geht nix. Egal was wir anstellen, gut zureden, Konsequenzen klar machen, Belohnungen in Aussicht stellen, ach ich weiß schon garnicht mehr was wir alles versucht haben, sie stellt sich quer und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn auch wie uns der Kinderarzt empfohlen hat, sie festzuhalten und ihr einfach die Tropfen verpassen klappte logischerweise nicht. Sie wehrt sich wie ein Tier!! Heute abend wieder ein ähnliches Theater. Sie hat Schnupfen, die Nase ist zu, sie liegt im Bett und heult, ist wütend deswegen. Nasenspray oder ätherische Tropfen auf den Schlafanzug verweigert sie. Egal was ich ihr anbiete, sie schmeißt sich im Bett rum und verweigert selbst das Naseputzen. Gehe ich raus, schreit sie wie eine Verrückte. Ich dreh hier bald durch. icon_cry.gificon_cry.gif
Sie müsste dringend zum Zahnarzt, aber bei der letzten Vorsorgeuntersuchung hat sie sich so gewehrt, dass hinterher die Zahnarztpraxis wie ein Trümmerfeld aussah. Dabei hat sie da noch nie schlechte Erfahrungen gemacht und alle waren total lieb zu ihr. Aber sobald man sagt, so jetzt wirds gemacht, ist Ende bei ihr, dann dreht sie regelrecht durch. Ich trau mich schon nirgendwo mehr mit ihr hin.
Ich sitze so oft hier und beobachte sie wenn sie es nicht merkt. Wenn ich sie lächeln sehe und wie sie mit ihrer kleinen Schwester spielt kommen mir die Tränen. Sie kann so eine Süße sein und ich liebe sie. Aber leider gibt es viel zu oft Tage, wo ich sie am liebsten garnicht um mich haben möchte, wo ich froh bin wenn ich zur Arbeit gehen kann. Ich weiß das ist ganz schrecklich, aber ich weiß langsam nicht mehr weiter. Mein Mann und ich tun doch alles damit es ihr gut geht. Wir hören ihr zu, sind für sie da, gehen auf sie ein. Vielleicht zu viel, ich hab keine Ahnung.
Ich kann nicht mal sagen, es wäre nur eine Phase, denn sie ist schon immer so. Und ich komme einfach nicht drauf was wir falsch machen. Weil wir einfach schon alles versucht haben und doch nichts richtig ist.
Was ist nur los mit unserem Kind?
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Verfasst am: 10.05.2012 [08:57]
Zinderella
Newbie
Dabei seit: 12.11.2009
Beiträge: 2
Hallo Trafalgar,

da habt ihr es wirklich nicht leicht mit eurer Tochter.

Nach der chinesischem Medizin hat sie ein Ungleichgewicht im Holzelement, da passen auch die Augenprobleme zu.
Eine genaue Diagnose kann ich aus der Ferne natürlich nicht geben. Vielleicht habt ihr einen Therapeuten oder Arzt in der Nähe der nach der Traditionellen Chinesischen Medizin behandelt. Hier könnten dann bestimmte Kräutermischungen, eine gezielte Ernährung, Shiatsu und/oder auch Akupunktur die Disbalancen ausgleichen.
Ich denke, die westliche Medizin hat hier keine Antworten. Vielleicht ist das für euch eine Möglichkeit.

Ich wünsche euch alles Gute und würde mich freuen zu hören, ob das eine Möglichkeit für euch ist und wie es weitergeht.

Herzliche grüße
Zinderella
Antworten Profil
Verfasst am: 10.05.2012 [10:05]
Cocoomas
Newbie
Dabei seit: 31.05.2008
Beiträge: 4
Oh, das kommt mir so bekannt vor:
Unsere Tochter ist auch eine Bestimmerin (lässt sich kaum etwas sagen, was alles Besser) und ihre Angst vor Schmerzen lässt sie fast durchdrehen (Situation mit Augentropfen war bei uns genauso!)

Unsere Tochter ist inzwischen 7 und wird bald 8 Jahre alt, aber Höhepunkt des Ich-komme-nicht-mehr-mit-meiner-Tochter-zurecht war letzten Sommer, als ich dachte, ich muss jetzt zu einem Therapeuten mit ihr.

Zunächst einmal paar Fragen, ob Dir das bekannt vor kommt:
- meine Tochter liebt es, zu Freundinnen oder Freunden zu gehen, am liebsten jeden Nachmittag. Wenn sie aber jeden Nachmittag weg ist, dann ist es noch schlimmer mit ihr: sie ist giftig von ihrem Ton und von ihrer Wortwahl her und streitet mit ihrem Bruder viel mehr. Hat sie aber weniger Programm die Woche, dann ist es etwas besser.
- Eifersucht zu den jüngeren Geschwistern ist kaum da (nur mal so etwas wie: der hat aber mehr Eis als ich oder so)?

Ich werde jetzt meine Anwort und meinen Bericht teilen, denn eben habe ich schon mal alles geschrieben und dann war wieder alles weg, weil ich mich neu einloggen musste

...
Antworten Profil
Verfasst am: 10.05.2012 [10:37]
Cocoomas
Newbie
Dabei seit: 31.05.2008
Beiträge: 4
Wie sind wir mit der Situation mit unserer Tochter umgegangen?
1. Die Besuche bei Freunden kamen uns vor wie Fluchtversuche. Und jedes Mal, wenn sie nach Hause kam, merkte sie, wie zuwider ihr es hier war und wurde in iherem Verhalten auch schrecklich. Ich habe deshalb die Programmpunkte am Nachmittag auf maximal 3 (eher noch 2) reduziert (inkl. Verein). Es wurde dadurch etwas besser.
2. Ich bin mit meiner Tochter 4 Tage allein weggefahren. Die ersten zwei Nächte hat sie im Schlaf mit ihrem Bruder gestritten. Die letzte Nacht aber nicht mehr und sie wurde endlich auch tagsüber viel gefügiger und kompromissbereiter. Als sie aber nach dem Urlaub wieder auf ihren Bruder traf, spielten sie erst toll, dann stritten sie und unsere Tochter sagte den entscheidenden Satz: "Du bist ein Urlaub-kaputt-Macher". Wir folgerten daraus: eigentlich steht ihr ihr Bruder im Weg, er hat sie vom Thron des Einzelkindes gestoßen und irgendwie kommt sie nicht damit zurecht. Das ganze ist aber eigentlich unbewusst. Denn tagsüber kann sie ja mit ihrem Bruder so gut spielen und lachen. D.h. vielleicht weil die Eifersucht nicht so deutlich raus kam, machte es sie so fertig, so dass sie sich mehr mit mir anlegte.
3. Unsere Tochter hatte schon immer Exklusivzeiten nachmittags mit mir (während des Mittagschlafs der beiden jüngeren Geschwister); in dieser Zeit habe ich ihr immer vorgelesen. Deshalb habe ich mich gewundert, warum sie dennoch so versteckt eifersüchtig war (was ich ja erst in dem 4-Tages-Urlaub aufdeckte). Nach dem Urlaub haben wir die Exklusivzeit auf abends verlegt: sie kam ja nun schon in die zweite Klasse, außerdem machte der "sie störende" Bruder keinen Mittagsschlaf mehr und musste schon um 18.00 Uhr ins Bett, damit er am Morgen für den Kindergarten fit ist. Und - oh Wunder - jetzt wurde es endlich besser. Da kann am Tag sein was will, der Tag klingt damit aus, dass unsere Tochter endlich wieder Einzelkind sein darf: Jeden Abend spielen wir zusammen Brettspiele (auch mal so schwere wie Monopoly). Sie genießt es so, den Abend mit uns Eltern allein zu sein. Und die Folge ist tatsächlich, dass sie viel ausgeglichener und viel zugänglicher für Ansagen von mir ist (sie mir also nicht ständig kontra gibt).
4. Inzwischen ist ein Jahr vergangen und es läuft richtig gut. Unsere Tochter geht immer noch eine Stunde nach ihrem Bruder ins Bett, nicht immer spielen wir, manchmal will sie nämlich lesen. Nachmittagsprogramm ist wieder hoch gesetzt auf maximal 4x die Woche (inkl. Verein und Flötenunterricht. Allerdings nicht mehr, sonst wird sie mir wieder zu schnippisch und zu bestimmerich; ich weiß nicht, warum das so ist, besonders drei Klassenkameraden haben diesen Einfluss auf sie; spielt sie mit anderen, fällt mir das nicht auf...)

...

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.05.2012 um 10:43.]
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Verfasst am: 10.05.2012 [11:15]
mama2006
Newbie
Dabei seit: 10.09.2010
Beiträge: 4
Hallo Trefalgar,

Die Überschrift könnte von mir sein.icon_frown.gif
Unsere Tochter ist 5 1/2 und auch sehr autonom.
Wenn wir ihr Vorschriften machen, geht die Reaktion von blockieren bis schreien.
Anziehen funktioniert nur nach mehrmaliger Aufforderung, Aufräumen - keine Lust, Fernseher ausmachen führt meistens zu Geschrei.
Letztes Jahr hat sie den Schwimmkurs nach der halben Zeit geschmissen, weil der Schwimmlehrer ihr vorgeschrieben hat, was sie machen soll.
Ihr Tonfall ist oft aggressiv und wir sind dann gemein, unfair oder bescheuert...banghead.gif
Im Krankheitsfall das Gleiche: keine Zäpfchen, keine Nasentropfen, kein Hustensaft. Das Einzige was funktioniert sind Globoli (zum Glück reicht das meistens).
Im Kindergarten ist sie recht beliebt, trifft sich Nachmittags auch des öfteren mit Freundinnen, will allerdings auch da meistens den Spielverlauf bestimmen.
Und was noch erschwerend dazukommt: sie will abends nicht ohne mich einschlafen. Sie behauptet, sie muss mich sehen, damit sie einschlafen kann.
Eifersucht scheidet bei uns aber aus, da sie ein Einzelkind ist.

Ich habe leider auch keinen hilfreichen Ansatz für Dich, ich finde es aber schon irgenwie beruhigend zu wissen, dass man nicht allein dieses Problem hat (manchmal denke ich das nämlich).
Ich werde aber mal versuchen, ob eine feste Spielzeit vor dem Schlafengehen (Gesellschaftspiele) Besserung bringen.

Liebe Grüße, Nerven wie Drahtseile und viel Glück
Valérie
Antworten Profil
Verfasst am: 10.05.2012 [11:22]
Cocoomas
Newbie
Dabei seit: 31.05.2008
Beiträge: 4
Noch einen Tipp würde ich gerne geben: An unserer Schule kamen mal Therapeuten, die für interessierte Eltern ein 10-wöchiges Konzentrationsprogramm für Kinder anboten. Die testeten aus, wie das Lernverhalten und das Dominanzverhalten (oder so ähnlich, das richtige Wort fällt mir nicht ein) der Kinder ist.
Dominanzverhalten sagt aus, welche Körperseite dominant ist, aufgeteilt aber in Arm, Bein, Auge, Ohr und Gehirn.
Unsere Tochter ist rechthändig und rechtsbeinig, dominantes Ohr ist rechts, aber die dominante Gehirnhälfte ist auch die rechte, was ungünstig ist, denn in Stresssituationen versucht der Körper auf die dominaten Körperteile zuzugreifen, die anderen vernachlässigt er. Was also im Stress (auch Streit) gut funktioniert, ist die rechte Gehinhälfte. Dumm nur, dass die linke Gernhinhälfte für die rechte Hand, das rechte Bein und das rechte Ohr zuständig ist. Die linke Gernhinhälfte aber läuft bei Stress nur schwach, somit auch die Befehle an die rechte Hand, den linken Fuß und das rechte Ohr (eigentlich ja die dominanten Körperglieder). Folge ist ein Ohnmachtsgefühl für den Körper, (deshalb wohl das Strampeln und Schlagen, wenn man dem Kind Aufgentropfen geben möchte) und auch, dass das Kind nicht mehr zuhört. Zureden bringt also gar nichts.
Nach dieser Analyse wurde uns vieles klarer: Was unsere Tochter in Stresssituationen noch kann, ist reden, aber nicht zuhören. Sie fühlt sich ohnmächtig für ihren Körper und will natürlich wieder die Macht über ihren Körper haben, also die Stresssituation so schnell wie möglich verlassen.
Mit diesem Hintergrund betrachten wir rückwirkend die "Ausraster" unserer Tochter - wenn sie Schmerzen befürchtete (wie z.B. bei den Augentropfen oder beim Reinmachen von Ohrringen, die wir wegen des Sportunterrichts rausmachen mussten) - viel gelassener: sie konnte gar nichts dafür.
Vor allem aber hatte der Konzentationskurs folgendes Ziel: das BEIDE Gehirnhälften auch im Stress besser arbeiten. Und ich finde, das hat echt was gebracht. Ich habe echt das Gefühl, dass uns unsere Tochter neuerdings auch im Streit besser zuhören kann und nicht immer alles bestimmen will, denn sie "hört" ja nun, dass auch wir Argumente haben und lässt sich neuerdings darauf ein...

Ich hoffe, dass in meinen ausfühlichen Beantwortungen etwas dabei ist, was hilfreich ist.

Viele Grüße und vor allem mein Wunsch, dass Deine Gefühle für Deine Tochter wieder besser werden. Ich kann das so nachvollziehen, dann noch letzten Jahr habe ich so unter unserer Situation gelitten; und jetzt ist alles gut!

Cocoomas
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Verfasst am: 10.05.2012 [11:29]
MamaBine
Newbie
Dabei seit: 10.05.2012
Beiträge: 2
Hallo,

hast Du schon mal daran gedacht, dass es sich bei ihr um ein Indigo- oder Sternkind handeln koennte?

Unsere zweite Tochter (21 Monate) ist aehnlich autonom. Das einzige, was bei uns wirklich hilft, ist aufrichtiger Respekt.

Hier zwei Buchtips, die vielleicht weiterhelfen: "Wer sind die Indigo-Kinder" von S. Woitinas (Verlag Urachhaus) und "Sternkinder" von G. Kuehlewind (Verlag Freies Geistesleben).

Antworten Profil
Verfasst am: 10.05.2012 [15:09]
wifranil
Newbie
Dabei seit: 10.06.2008
Beiträge: 2
Hallo,

ich kann Eure Schilderungen sooooo gut nachvollziehen. Unser Sohn hat ganz ähnliche "Symptome" gezeigt und auch wir sind manches Mal daran verzweifelt. Bei unserem Sohn wurden massive Wahrnehmungsstörungen in mehreren Bereichen diagnostiziert. Wenn z.B. die taktile Wahrnehmung gestört ist (das heißt, dass die Reize, die die Rezeptoren aufnehmen nicht richtig zum Gehirn geleitet werden bzw. dort nicht die richtigen Schlüsse aus diesen Reizen gezogen werden)die Kinder eine völlig falsche Wahrnehmung der Situation haben. Unser Sohn ist auch immer völlig durchgedreht, wenn man die Haare schneiden wollte, Nägel schneiden nochmal schlimmer, auch alles versucht und die tollen Tipps, die man so aus dem Umfeld bekommt, die frustrieren einen nur noch mehr, weil man sich unverstanden fühlt. Von Außenstehenden wird diese Reaktion oft als Trotz missverstanden, obwohl man selber ganz genau spürt, dass das Kind nicht aus Trotz sondern aus echter Angst/Panik so reagiert. Bitte sprich mal mit Eurem Kinderarzt/-ärztin darüber, ob man diese Problematik genauer untersuchen lassen sollte. z.B. bei einem Kinderpsychologen (keine Angst, deswegen ist man nicht verrückt im Kopf!!) Unser Sohn bekommt nun mittlerweile seit 3 Jahren Ergotherapie. Vieles hat sich dadurch sehr gebessert. Und die Punkte, an denen er an seine Grenzen stößt, können wir für uns besser verstehen und damit umgehen. Nur schade, dass z.B. der Opa nicht kapiert, dass ein liebevolles "Drücken" für unseren Sohn die pure Katastrophe ist, erst recht, wenn die letzte Rasur schon länger her ist banghead.gif Ich wünsche Euch alles Gute für die Zunkunft und behaltet immer im Hinterkopf, dass die Kinder die Eltern nicht absichtlich so auf die Palme bringen!! Mit diesem Gedanken lebt es sich etwas einfacher.
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