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Keine Grenzen und die Windel


Autor Nachricht
Verfasst am: 17.03.2010 [10:15]
Knutschelch
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 11.12.2009
Beiträge: 6
Hallo, Frau Dr. Schmelz,

ich habe ein(ige) Probleme mit meiner Tochter 2jährigen Tochter!

Kurze Vorgeschicht, sie ist 10 Wochen zu früh geboren, hat Entwicklungsverzögerungen und einen enormen Tatendrang!

Nun zu meinem Problemen...
sie hört nicht auf gesagtes... z.B. klettert sie immer auf die Fensterbank ... "Nele runter da, sie hält Dich nicht!" bringt für den AUgenblick etwas aber wir müssen es ihr jedes mal wieder sagen und das nun schon seit einigen Monaten, bei Stühlen, dem Tisch und der Komode genau das selbe!

Dann zu einem weiteren Problem, was wir hier auch einige Zeit haben! Sie zieht sich immer die Windel aus und erledigt ihre Geschäfte da, wo sie grade ist!
Ich habe sie auf ihr Töpfchen gesetzt (vor dem hat sie angst, so das ich ihre Puppe ebenfalls auf den Topf setzte.) Aber sie versteht nicht, was ich von ihr will. Im nächsten ungesehen Momant zieht sie die Windel wieder aus und macht alles hin ... Erklären und Konsequenzen bringen nichts! Auch versuchte ich ihr eine Latzhose, Gummihöschen und Windelhose anzuziehen, die zieht sie sich auch aus...

M.E. ist sie auch für das Töpfchen noch nicht so weit...

- Meine erste Frage ist, wie kann ich meiner Tochter etwas für länger erklären?
- Wie kann ich ihr klar machen, dass sie die Windel an behalten soll?

Manchmal habe ich den Eindruck, dass sie gehörtes zwar versteht aber nicht abspeichern kann.

Ich bin wirklich Ratlos bei der Kleinen Wuschelmaus und weiß nicht mehr weiter.

Ich freue mich ihre Tipps zu lesen

Lieben Gruß Kathrin

Wenn die jungen Menschen auf alles hören würden,
was die älteren ihnen sagen,
würde jede Entwicklung aufhören
und die Welt stillstehen.
Antworten Profil
Verfasst am: 17.03.2010 [15:21]
muttis
Super-Nanny
Dabei seit: 19.10.2009
Beiträge: 85
Ich glaube, dieses Verhalten ist nicht unüblich für 2-Jährige. Kinder müssen Dinge zig-mal hören, bis es wirklich "ankommt" - sie testen immer wieder die Grenzen, um herauszufinden, ob das was Mama sagt auch wirklich Gültigkeit hat. Ich kenne das nur zu gut!

Mit 2 Jahren ist sie auch noch ziemlich jung, um sich brav an Regeln zu halten. In dem Alter würde ich ein klares "Nein!" begleitet von einem dementsprechend strengen Gesichtsausdruck empfehlen. Für Erklärungen und Konsequenzen ist sie m.E. ein bissl zu jung. Da geht dann gut und gerne die Essenz deiner Aussage, nämlich das "Nein!" verloren.

Zum zweiten Problem: Vielleicht hilft ein Body, den sie nur sehr schwer selbst öffnen kann? Dann kommt sie an die Windel gar nicht dran. Ich kenne schon ein Kind, das von sich aus mit 2 Jahren sauber war - aber es ist wohl eher die Ausnahme.

Alles Gute,
muttis

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 17.03.2010 um 15:24.]
Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 17.03.2010 [21:29]
Knutschelch
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 11.12.2009
Beiträge: 6
Danke für deine Antwort!

Also bei einem klarem NEIN! -und die Mimik dazu ernte ich ein verschelmten Blick und dann wird es dennoch gemacht!
(Bei meiner großen hat es ziemlich gut geklappt damit und auch relativ schnell den erwünschten Nachlass des Verhaltens erzielt -Aber leider sind zum Glück nicht alle Kids gleich)

Und ein Body ist bei mir "normale" Kinderkleidung icon_wink.gif ... also den hat sie immer an, zieht allerdings einmal dran und auf ist er bzw. der Knopf ist ausgerissen banghead.gif und es gibt gar keinen mehr, der schwerer auf geht (so richtige Knöpfe z.B. oder hinten zu ...) habe ich noch nicht gefunden Leider ..

Für das Töpfchen ist sie noch zu klein da man bei ihr ja die Entwicklungsverzögerung des tatsächlichen Alters abrechnen muss demnach ist sie eher 1, 1/2 bis 1, 3/4

Wenn die jungen Menschen auf alles hören würden,
was die älteren ihnen sagen,
würde jede Entwicklung aufhören
und die Welt stillstehen.
Antworten Profil
Verfasst am: 19.03.2010 [02:55]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Kathrin,
das Verhalten Ihrer jüngeren Tochter, die auf Verbote nicht reagiert bzw. sie gleich wieder vergisst, ist in diesem Alter (zumal bei der bestehenden Entwicklungsverzögerung) relativ normal, auch wenn Ihre andere Tochter das schon konnte, weil sie z.B. weniger lebhaft und leichter zu lenken war.

Kleinkinder leben ganz im Hier und Jetzt und es gibt bestimmte Dinge/Gegenstände, die sie magisch anziehen. Wenn sie da dran wollen, dann "müssen" sie diesem Drang folgen - auch wenn Mama was anderes will.

Neurobiologen haben herausgefunden, dass sich Kinder unter zwei Jahren Verbote nicht merken können, weil sie in der Regel nur für drei bis vier Minuten im Kurzzeitgedächtnis gespeichert werden. Erst dann, wenn das Kind in der Lage ist, den Grund hinter dem Verbot zu verstehen und mit eigenen Erfahrungen zu verknüpfen, kann ein Verbot auch längerfristig gespeichert werden. Deswegen fassen die Kleinen auch nie mehr auf eine heiße Herdplatte, wenn sie sich einmal verbrannt haben, während Mama hundertmal ohne großen Erfolg erklären kann, warum man da nicht dran darf.

Das heißt also für Sie, noch einige Zeit lang ständig darauf zu achten, dass Ihre Tochter sich nicht verletzt in ihrem Erkundungsdrang oder - nervenschonender - alles Gefährliche, das man wegräumen kann, außer Reichweite zu stellen.

Hier noch ein kleiner Exkurs, was ein Kind wann kann: Erst ab einem Alter von zwei Jahren können sich Kinder bewusst an Regeln halten, die ihnen die Eltern vorgegeben haben. Kinder unter drei Jahren sind noch nicht in der Lage, über Sinn und Unsinn von Regeln nachzudenken. Sie machen sich Regeln „automatisch“ zu Eigen, weil sie den Großen nacheifern wollen und feststellen, dass das vorteilhaft für sie ist.

Vier- bis Sechsjährige beginnen, Regeln auszuhandeln – häufig beim Spielen mit Gleichaltrigen – und damit zu experimentieren. Kindergartenkinder fordern Regeln ein. Sie testen aus, wie weit sie gehen, welche Grenzen sie mit ihrem „Nein! Ich will nicht!“ übertreten können. Und wenn ihr Verhalten ohne Folgen bleibt, gehen sie beim nächsten Mal noch einen Schritt weiter. Irgendwann hören sie dann gar nicht mehr und die verzweifelten Eltern haben ein Kind zu Hause, das sich ohne lange Diskussionen noch nicht einmal mehr die Zähne putzt. Auch wenn es anstrengend ist: Setzen Sie durch, dass Ihr Kind die bestehenden Regeln befolgt. Ist das Zähneputzen vor dem Schlafengehen erst einmal zu einer festen Gewohnheit geworden, müssen Sie nicht jeden Abend neu verhandeln.

Das Windelproblem ist leider kaum zu lösen, wenn es keine Möglichkeit gibt, Ihre Tochter am Ausziehen der Hose zu hindern. Sie könnten es noch mit Hosenträgern oder einem Gürtel mit Schnalle probieren oder mit Hosen, die einen schwer aufgehenden Knopf haben. Ansonsten bleibt nur aufpassen. Das Windel-Auszieh-Problem hatte wir vor Kurzem auch schon einmal im Forum und zwar hier: www.elternwissen.com/forum/beitraege/erziehung-und-entwicklung/sohn-zieht-sich-hose-immer-wieder-aus.html

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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