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Kind macht Theater beim Nachhause gehen


Autor Nachricht
Verfasst am: 09.04.2011 [12:36]
Ursula73
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 22.02.2010
Beiträge: 12
Liebe Frau Schmelz,
ich hoffe, dass Sie mir einen guten Tipp geben können, weil ich nicht mehr weiter weiß. Mein Sohn (knapp 4) ist eigentlich ein ganz folgsames, liebes Kerlchen und wir kommen gut miteinander aus. Aber bei einem Punkt bin ich wirklich mit meinem Latein am Ende. Jedesmal wenn wir z.B. beim Spazierengehen bei einem Nachbarskind anhalten um dort ein bisschen im Garten zu spielen, ist mein Sohn dann nicht mehr dazu zu bewegen wieder mit mir nach Hause zu gehen. Ich sage ihm immer schon rechtzeitig, dass er noch ein bisschen spielen darf und wir dann nach Hause gehen. Da warne ich ihn immer schon mehrere Male vor, bevor ich dann wirklich aufstehe und gehen möchte. Aber - egal wie ich es auch anstelle, es gibt jedes Mal erneut Ärger. Er läuft dann weg, oder ignoriert mich einfach. Ich weiß, dass ich mich abgrenzen sollte und mich nicht auf einen Machtkampf einlassen darf, aber meistens endet es doch damit, dass ich wütend werde, irgendwelche Drohungen ausspreche ihn von dort unter Geschrei und Geschimpfe wegtragen muss - einfach deswegen, weil er nicht und nicht hören will. Es nervt mich so, dass ich mit ihm gar nicht mehr zu den Nachbarskindern gehen möchte, aber das ist ja auch keine Lösung. Können Sie mir einen guten Tipp geben?

Liebe Grüße Ursula73
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Verfasst am: 11.04.2011 [08:47]
olivia1507
Quelle der Weisheit
Dabei seit: 27.05.2008
Beiträge: 50
Ich habe gute Erfahrungen mit einer Eieruhr gemacht. Ich sage meinen Kindern, z. B. dass sie noch 10 Minuten spielen dürfen, und wir los müssen, wenn der Wecker klingelt. Ich staune selbst immer wie gut das klappt.
Sind wir auf dem Spielplatz stelle ich den Wecker im Handy. Vielleicht klappt das ja bei Euch auch!
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Verfasst am: 11.04.2011 [19:36]
Ursula73
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 22.02.2010
Beiträge: 12
Ich werde das auf jeden Fall mal probieren, obwohl mein Kleiner in dieser Beziehung schon ein ziemlicher Sturkopf ist. Vielen Dank für die Antwort.
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Verfasst am: 11.04.2011 [21:49]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Ursula73,
wenn Ihr Sohn bei Nachbarskindern so richtig schön in ein Spiel vertieft ist, ist es verständlich, dass er dann keine große Lust hat heimzugehen. Dann möchte er natürlich weiterspielen. Insofern ist das "Nachhausegeh-Problem" nicht leicht zu lösen, weil es einfach zwei entgegengesetzte Interessenlagen gibt.

Ich weiß nun nicht, wie weit die Nachbarskinder von Ihrem Zuhause weg wohnen und wie die Verkehrssituation bei Ihnen ist. Und ich weiß nicht, ob Ihr Sohn auch problemlos ohne Sie dortbleiben würde. Wenn Ihr Sohn Wert auf Ihre Anwesenheit legt, können Sie es so versuchen:

Kündigen Sie - wie bisher schon - rechtzeitig an, dass es nun bald Zeit ist heimzugehen. Hilfreich ist auch ein Eierwecker/Handy (wie von Olivia vorgeschlagen), der/das Ihrem Sohn durch das Klingeln genau anzeigt, wann es soweit ist. Dann fordern Sie ihn noch einmal auf. Kommt er nicht, verabschieden sich und gehen ohne ihn (Sie können ja um die nächste Ecke auf ihn warten). So kann Ihr Sohn die logischen Konsequenzen kennenlernen, die daraus entstehen, dass er nicht gehen will. Viele Kinder können sich in so einer Situation relativ rasch fürs Heimgehen entscheiden.

Es wird in jedem Fall hilfreich sein, in einem entspannten Augenblick einmal mit Ihrem Sohn über das Nachhhausegehen sprechen. Lassen Sie sich von ihm erklären, warum er nicht heimgehen will. Sicher können Sie ihm bestätigen, dass Sie seine Gefühle verstehen, es aber häufig trotzdem nicht möglich ist, dass er noch länger dortbleibt, weil... Und dann erklären Sie ihm Ihre Gründe, warum Sie gehen wollen/müssen.

Fragen Sie ihn dann: "Was können wir denn da machen?" Sammeln Sie Lösungsmöglichkeiten und lassen Sie alle Ideen Ihres Sohnes zunächst einmal zu. Verhandeln Sie dann, was machbar ist und was nicht. Versuchen Sie einen Kompromiss für das Problem zu finden und vereinbaren Sie, dass Sie es beim nächsten Mal so versuchen wollen. Erinnern Sie ihn das nächste Mal, wenn er nicht heimgehen will, an Ihre Vereinbarung. Dadurch, dass Sie ihm ein Mitspracherecht eingeräumt haben und Ihr Sohn einen gewissen Gestaltungsspielraum hat, wird er viel besser kooperieren als wenn Sie schimpfen oder drohen.

Im schlimmsten Fall müssen Sie ihm, wenn er trotz allem jedes Mal wieder Theater macht, das Spiel bei anderen im Garten ein- oder zweimal verwehren. Sie können dann begründen: "Leider kannst du heute nicht mit ... spielen, weil du nicht mitkommst, wenn es Zeit ist heimzugehen."

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 12.04.2011 [22:07]
Ursula73
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 22.02.2010
Beiträge: 12
Frau Dr. Schmelz, vielen, vielen Dank für die hilfreichen Tipps. Ich werde versuchen, mit ihm vor dem nächsten Spaziergang über das Problem zu sprechen. Er ist ja ein ziemlich kluges Kerlchen. Vielleicht klappt es ja dann. Vielen Dank
Antworten Profil
Verfasst am: 18.04.2011 [14:33]
artna
Junior
Dabei seit: 03.03.2010
Beiträge: 9
Ich würde mir aber auch Gedanken machen, ob das Kind zuhause genug gute und fördernde Unterhaltung hat, ob die Mama sich Zeit nimmt, ihm vorzulesen und mitzuspielen. Wenn zuhause das Fernseher dauerhaft läuft und die Mutter mit sich, Haushalt beschäftigt ist oder am Telefon hängt od. ähnl., ist es verständlich, dass es dem Kleinen Leid tut, die Spielkameraden zu verlassen. Ich kann mir schwer vorstellen, dass das Kind sich dermaßen wehrt, wenn er sich zuhause glücklich fühlt. Und wenn man den Kleinen dafür noch beschimpft, traumatisiert man ihn für sein Leben lang.
Antworten Profil
Verfasst am: 18.04.2011 [22:05]
brigotti
Newbie
Dabei seit: 13.08.2010
Beiträge: 1
Meine Güte, was für ein Blödsinn! Es ist vollkommenn normal, dass Kinder gerne woanders spielen, das machen meine auch. Am schönsten ist es immer, mit anderen Kindern und anderem Spielzeug zu spielen, das ist doch wohl logisch. Solche Kommentare finde ich echt überflüssig! Sorry, aber solche boshaften Meldungen, die anderen Eltern ein schlechtes Gewissen einreden sollen, sollte man sich wirklich sparen!
Antworten Profil
Verfasst am: 19.04.2011 [19:47]
Ursula73
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 22.02.2010
Beiträge: 12
Vielen Dank für deinen Kommentar, brigotti. Wer so über mein Problemchen urteilt, hat wirklich keine Ahnung von Kindern und bildet sich voreilig eine Meinung. Mein Sohn wird von mir sicherlich nicht vernachlässigt, ich spiele und beschäftige mich sehr viel mit ihm, lese ihm ständig vor und der Fernseher wird - wenn überhaupt - erst dann eingeschaltet wenn mein Sohn im Bett ist. D. h. er schaut so gut wie gar nicht fern! Trotzdem ist es halt bei Freunden einfach interessanter und lustiger als zu Hause mit Mama. Würde mein Kind nur mit mir spielen wollen, hätte ich wahrscheinlich ein noch viel größeres Problem.
Vielen Dank für deine "Verteidigung".
Antworten Profil
Verfasst am: 19.04.2011 [20:36]
yasmin2006
Newbie
Dabei seit: 19.04.2011
Beiträge: 1
Liebe Ursula
Ich kann dich nur zu gut verstehen. ich habe genau dasselbe Problem mit meiner 5-jährigen Tochter (sie ist auch ein Einzelkind). Egal, ob sie bei einer Freundin ist, auf dem Spielplatz oder im Tagesheim, wo sie betreut wird, wenn ich arbeite, habe ich die grössten Probleme, sie wegzubekommen. Ich kann es ihr x-mal wiederholen, wenn sie dann immer noch nicht kommt, muss ich sie unter Geschrei mit viel Widerstand "wegholen". Manchmal klappt es mehr oder weniger, aber meistens habe ich das grösste Theater. Ich bin mit meinem Latein am Ende. Ich habe mit ihr schon oft darüber geredet, aber alles scheint nichts zu fruchten. Ich denke, dass es besonders Einzelkindern schwer fällt, da es halt mit anderen Kinder viel interessanter ist als mit Mama. Auch ich finde den obigen Kommentar fehl am Platz, meine Tochter genau wie dein Sohn bekommt viel Aufmerksamkeit, sieht kaum fern, es liegt also bestimmt nicht daran, das sie vernachlässigt werden. Ich denke, dass dies mit der Zeit sicherlich besser werden wird, viel Geduld und Ruhe(was ich leider auch nicht immer habe) werden wir auf alle Fälle gebrauchen können. Wünsch dir gutes Gelingen.
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