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Thema ohne neue Antworten

Mama - hörst Du mich ???

Autor Nachricht
Verfasst am: 27.08.08 [10:20]
Joya
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 13.08.2008
Beiträge: 3

Hallo Frau Dr. Schmelz u.a. !

Wir haben seit fast 2 Monaten ein Einschlafproblem mit unserer Tochter (fast 4 Jahre alt). Und zwar hat sie vor kurzem das erste Mal eine Mittelohrentzündung gehabt (trotz Paukenröhrchen) und das haben wir in der Nacht, in der dieses Problem aufgetreten ist leider nicht bemerkt. Daher nicht bemerkt, da sie in dieser Nacht plötzlich nach uns rief und in unser Bett wollte, was wir ihr nicht erlaubt haben. Erlaubt auch aus dem Grund, da es für uns nicht ersichtlich war, dass sie krank wäre, denn ich habe alles für mich ersichtliche abgeklärt und sogar Fieber gemessen und sie nach Schmerzen befragt, was sie verneinte. Somit dachten wir, da sie mitten in der Trotzphase ist, testet sie uns aus. Denn auch ihre Argumente, ihr gefiele die Bettwäsche nicht mehr etc.pp. brachte uns auf diesen Gedanken. Es folgten leider 2 schreckliche Stunden mit anschließendem schimpfen und heulen, da wir uns leider nicht mehr weiter zu helfen wussten, bis dass sie plötzlich ganz jämmerlich an zu weinen anfing, dass ich merkte, hier stimmt was nicht und da lief ihr auch schon der Eiter aus dem linken Ohr!

Seit dieser Nacht mache ich mir natürlich die schlimmsten Vorwürfe, dass ich nicht erkannt habe, dass es meiner Tochter richtig schlecht ging und ihr unterstellt habe, sie wollte uns terrorisieren.

Daraufhin haben wir ihr natürlich erst einmal was gegen die Schmerzen gegeben und sind am Morgen mit ihr zum Arzt.

Seit dieser Nacht haben wir jedoch ein großes Problem. Unsere Tochter macht Theater, dass sie alleine schlafen soll. Durch unsere Heilpraktikerin haben wir es nun soweit geschafft, dass sie wieder in ihrem Bett schläft, allerdings weicht sie seitdem tagsüber nicht mehr von meiner Seite, spielt nicht mehr alleine (auch nicht im Garten!) und wenn es abends ins Bett geht, ruft sie alle 5 min nach uns, ob wir sie auch hören würden! Und ihr Schlaf ist seit dem ziemlich leicht, d.h., sie wacht sofort auf, wenn ich nochmal in ihr Zimmer komme, um sie zuzudecken. Wir sind echt ratlos, wie wir unserer Tochter helfen können. Schließlich soll sie keine Psychose o.ä. davon tragen. Kann uns jemand helfen? P.S. Unser Kinderarzt rät von einem Kinderpsychologen ab. Er meint, das "wächst" sich raus!? icon_confused.gif icon_rolleyes.gif

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 27.08.2008 um 10:21.]

Verfasst am: 27.08.08 [16:58]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 246

Liebe Joya,

ich kann mir gut vorstellen, dass Sie sich jetzt noch große Vorwürfe machen, dass Sie damals nicht erkennen konnten, dass Ihre Tochter eine Mittelohrentzündung hatte. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass Ihre Schuldgefühle und Ihre daraus entstendene Unsicherheit ("Tue ich meinem Kind vielleicht wieder unrecht?") ein Puzzleteil für das Problem Ihrer Tochter sind, die jetzt nicht mehr alleine bleiben kann.

Natürlich will sie sich nach diesem Erlebnis versichern, dass sie jemand hört und jemand in der Nähe ist, wenn sie Hilfe braucht. Aber Ihre eigene Unsicherheit könnte eben dieses Problem verschärfen, weil Ihre Kleine spürt, dass da was los ist und wenn Mamai unsicher ist, wird es schon einen Grund dafür geben - also bleibt man besser in Ihrer Nähe...

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch - ich will Ihnen damit nicht den "schwarzen Peter" zuschieben. Ich will Sie nur ermutigen, Ihre Selbstvorwürfe, die keinem mehr nützen, in der Schublade "Erfahrungen, die ich mir merke und nie wiederholen möchte" abzulegen und zu versuchen, wieder lockerer mit Ihrer Tochter umzugehen - auch wenn das leichter gesagt als getan ist!

So, nun aber ganz konkret: Geben Sie Ihrer Tochter so viel Nähe und Sicherheit wie sie braucht, dann kann sie das Problem am ehesten überwinden. Ihr Kinderarzt hat schon Recht, dass sich das mit allergrößter Wahrscheinlichkeit von alleine wieder verliert. Bei einem Kinderpsychologen bekommen Sie außerdem oft erst nach 6 Monaten einen Termin und bis dahin hat sich das Problem vermutlich ohnehin gelöst.

Um Trennungen wieder einzuüben, können Sie miteinander Versteck spielen: Sie verstecken sich gut, sodas Ihre Tochter tatsächlich ein wenig suchen muss, bis sie Sie wieder findet - umso größer wird das Hallo sein, wenn sie Sie aufgespürt hat. Gehen Sie das Problem Trennung ganz behutsam wie bei einenm Kleinkind an. Versuchen Sie (immer nur nach Ankündigung, nie unbemerkt wegschleichen!) ganz kurze Trennungen zu üben: Sie gehen z.B. alleine zur Toilette, alleine in den Keller oder Ähnliches. Dann üben Sie mit ihr, dass sie bei geöffneter Zimemrtür in einem Nebenraum spielt und versuchen die Zeit allmählich zu steigern.

Fragen Sie Ihre Tochter, ob sie sich für abends zum Einschlafen wünscht, dass Sie dabeibleiben. Sie können sich z.B. vor die geöffnete Kinderzimmertüre setzen und etwas lesen (laut hörbar umblättern!). Kommen Sie einfach dem momentanen Sicherheitsbeddürfnis Ihrer Tochter so weit es geht entgegen - das ist überigens auch die beste "Therapie" gegen Ihre Selbstvorwürfe!

Hier noch eine Bach-Blütenmischung bei Trennungsproblemen, die Sie sich in der Apotheke anmischen lasen können (Dosierung 4 x 4 Tropfen täglich): Chicory, Mimulus, Red Chestnut, Walnut

Herzliche Grüße

Ihre

Andrea Schmelz



Verfasst am: 29.08.08 [11:52]
Joya
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 13.08.2008
Beiträge: 3

Hallo Frau Dr.Schmelz!

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Ich denke, Sie haben mit dem Thema Schuldgefühle bei mir genau den Knackpunkt erwischt. Im Unterbewusstsein war mir das schon irgendwie klar. Ich nehme weiterhin (wie auch schon vorher) die Bedürfnisse meiner Tochter bzgl. Trennungsängsten sehr ernst und wir geben ihr so viel Nähe und Liebe, wie sie momentan zulässt.

Ihren Tipp mit dem Versteckspielen habe ich auch schon aufgegriffen und ich denke, dies wird uns weiterbringen.

Noch mals vielen Dank für Ihre Antwort. Mir persönlich geht es seit dem schon viel besser und das wirkt sich auch auf meine Tochter aus!!!



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Nettes aus Kindermund :)

Sprudel-Pferd: Ich unterhielt mich mit unserer Tochter Lisa (5 Jahre) über Pferdefutter. Sie wollte wissen, was denn die Folge falscher Fütterung wäre. Ich antwortete, dass dann das arme Pferd wohl eine Kolik bekäme, das führe zu großen Schmerzen. Am Abend erzählte Lisa meinem Mann, dass man Pferde immer richtig füttern müsse, denn sonst bekämen sie „Kohlensäure“.