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mein kind bald 3 Jahre alt lügt


Autor Nachricht
Verfasst am: 06.04.2011 [21:07]
mary-mary
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 06.04.2011
Beiträge: 2
Hallo zusammen,

ich bin eine alleinerziehende Vollzeit Berufstätige Mutter, meine Tochter wird im Juni 3 Jahre alt. Mir und der Kita ist in letzter Zeit aufgefallen, dass sie des öfteren nicht die Wahrheit erzählt.

Hier einige Beispiele

Ich habe sie dabei ertappt, wie sie den Stuhl bemalt hat und schimpfte mit ihr wieso sie nicht die Malblätter benutzt. Sie erwiderte mir; "Ich war dass nicht, Mama war das".

In einer anderen Situation schiebt sie es auf andere Personen aus der Familie oder dem Freundeskreis die gar nicht anwesend sind oder es waren Ihre Puppen.

Heute wollte Sie Kaubonbons essen, die ich ihr aber verboten habe. Es waren vielleicht 2 Min. vergangen und sie versteckte etwas unter ihrem Shirt. Als ich sie fragte was sie denn da versteckt hat, sagte sie Schokolade, das wars natürlich nicht sondern die Kaubonbons.

In der Kita erzählt sie manchmal, dass sie mit Ihrer Schwester (17 J. wohnt nicht mehr bei uns) eis essen war, obwohl das nicht stimmt.

Ich hab gelesen, dass es in dem Alter noch kein bewusstes Lügen ist.

Frag mich daher woher so was kommt?

Mach mir natürlich Gedanken, ob Sie evtl. damit Aufmerksamkeit auf sich lenken möchte, weil Sie zu wenig von mir hat.

Oder ob sie es von anderen Kindern aus der Kita abgesehen hat.

Doch wirklich wichtig ist, wie kann ich meinem Kind deutlich machen, dass Lügen nicht in Ordnung ist und sie die Wahrheit sagen muss??

Würde mich über Ratschläge freuen...
Antworten Profil
Verfasst am: 06.04.2011 [22:24]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe mary-mary,
ein Kleinkind mit knapp 3 Jahren kann noch gar nicht bewusst "lügen". Speziell fantasiebegabte, kreative Kinder erzählen gerne erfundene Geschichten und testen aus, wie andere darauf reagieren, wobei sie sich durchaus auch bewusst "interessant machen", also Aufmerksamkeit bekommen wollen (insbesondere, wenn es sehr spektakuläre Geschichten sind!). Sie berichten auch gerne von (erfundenen) Erlebnissen, die sie schön finden und die sie gerne erlebt hätten oder die sie früher tatsächlich erlebt haben und gerne nochmal erleben würden (z.B. Eis essen mit der großen Schwester).

Ab etwa 4 Jahren entwickelt sich das Gewissen, womit die Kleinen die Wertvorstellungen der Eltern übernehmen. Trotzdem sind die Kleinen natürlich nicht immer engelsbrav und machen Dinge, die sie nicht dürfen. Um den Konflikt zwischen dem (durchaus als "unartig" erkannten) tatsächlichen Verhalten und den Wertvorstellungen der Eltern, denen sie es recht machen wollen, zu überbrücken, erfinden sie dann eine Notlüge. Das macht Ihre Kleine offenbar jetzt schon im Alter von knapp 3 Jahren, wenn sie ihr falsches Verhalten (etwa, den Stuhl zu bemalen) anderen in die Schuhe schiebt. Auch wenn das für Sie zunächst nicht erfreulich ist, belegt es, dass Ihre Tochter in ihrer sozialen Entwicklung schon ziemlich weit ist!

Bei erfundenen Geschichten sollten Sie aktiv zuhören und auch nachfragen und sich die Geschichte ruhig detailliert erzählen lassen - das fördert die Kreativität. Wenn Ihre Tochter fertig erzählt hat, können Sie ihr behutsam den Unterschied zwischen ausgedachter Geschichte und Wahrheit klar machen. Vielleicht kommentieren Sie, dass Sie verstehen können, dass Ihre Tochter z.B. gerne mit der großen Schwester Eis essen würde. Ergänzen Sie dann aber, dass sie jetzt gar nicht Eis essen war und sich das nur schön ausgemalt hat.

Wenn "Lügen" dazu dienen, um unerlaubtes Verhalten vor Ihnen zu verheimlichen (was natürlich nicht gelingt!), sollten Sie nicht mit unnachgiebiger Strenge darauf reagieren. Das würde nur dazu führen, dass Ihre Tochter aus Angst vor Strafe immer weiter (und mit zunehmendem Alter auch immer geschickter) Ausreden und Notlügen erfinden würde. Zeigen Sie Verständnis für Ihr Kind, machen Sie ihm aber klar, dass es trotzdem falsch gehandelt hat.

Im Fall des bemalten Stuhles könnten Sie z.B. sagen, dass Ihre Tochter offensichtlich versucht hat, den Stuhl zu verschönern. Trotzdem darf nicht auf die Möbel gemalt werden, sondern nur aufs Papier - wie Sie es ja vorgegeben haben. Wenn möglich, sollte Ihre Tochter durch logische Folgen mit den Konsequenzen ihres Verhaltens konfrontiert werden. Sie brauchen dabei gar nicht zu schimpfen. Im Fall des bemalten Stuhls können Sie beispielsweise gemeinsam den Stuhl wieder abwaschen (Ihre Tochter soll also helfen, den Schaden wieder gutzumachen). Außerdem können Sie die Stifte zukünftig so aufbewahren, dass Ihre Tochter nicht selber drankommt, sondern erst fragen muss und Sie geben sie ihr dann. Dabei können Sie ihr auch die Malblätter zurecht legen und sie erinnern, dass sie nur darauf malen darf.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 07.04.2011 [08:28]
mary-mary
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 06.04.2011
Beiträge: 2
Danke für den Beitrag Frau Schmelz

Viele Grüße
Antworten Profil


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