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Mein Kind ist aggressiv


Autor Nachricht
Verfasst am: 05.01.2010 [11:44]
Sternchen123
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 29.04.2009
Beiträge: 7
Hallo Frau Dr. Schmelz,

ich brauche dringend Ihren Rat. Mein Sohn (12 Jahre) und die restliche Familie haben einen langen Leidensweg hinter uns. Ca. 7 Jahre stehen seine Aggressionen und respektloses Verhalten an der Tagesordnung. Wir sind von Pontius nach Pilatus gerannt (Kinderpsychiater, Tagesgruppe, etliche Tests usw.) Es wurden Fehldiagnosen gestellt z.B. ADS. Lange Rede kurzer Sinn. Ich suchte erneut Hilfe in der Uni-Klinik Frankfurt und dort wurde er erneut durchleuchtet. Ergebnis: Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung.
Die Ärztin verordnete ihm Risperidon 0,5 mg (1 Tabl. Morgens) gegen die Aggressionen und Psychotherapie.
Zum Medikament: Ich habe große Hemmungen meinem Kind dieses zu geben. Habe Angst vor den Nebenwirkungen und vor evtl. Entwicklungsstörungen.
Anderseits muss dringend mal etwas Ruhe in unserer Familie einkehren. Wir drohen zu zerbrechen. Jeder leidet an seinen permanenten Wutausbrüchen und Beleidigungen. Ich selbst bin am Ende meiner Kräfte und leide selbst seit 6 Jahren an Schlafstörungen. Somit ist es für mich noch extremer wenn ich nicht ausgeruht bin und eine schlaflose Nacht wieder mal hinter mir hatte. Aber auch mein älterer Sohn (13 Jahre) tut mir fürchterlich leid. Seine Nerven liegen bei ihm auch blank.
Haben Sie Erfahrungen mit diesem Medikament? Hat sonst jemand im Forum vielleicht Erfahrungen damit gemacht?
Was soll ich bloß machen???

LG
Sternchen
Antworten Profil
Verfasst am: 05.01.2010 [18:37]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Sternchen,
ich kann Ihre Bedenken gegenüber Risperidon gut nachvollziehen, denn das ist ein Psychopharmakon, das man bei Kindern erst einsetzt, wenn es anders nicht geht. Insofern habe ich selbst keine klinische Erfahrung damit, da ich nie kinderpsychiatrisch tätig war, sondern - als Allergologin - vorwiegend im Sektor Asthma, Neurodermitis, Allergien.

Allerdings ist die Situation in Ihrer Familie durch die Probleme Ihres Sohnes bereits seit langer Zeit sehr schwierig und Sie schreiben selbst, dass eine Verbesserung nötig ist, damit die Familie nicht zerbricht. Da Sie bzw. Ihr Sohn in der Uniklinik mit Sicherheit kompetent kinderpsychiatrisch betreut werden und man Ihrem Sohn das Medikament bestimmt nicht leichtfertig verschrieben hat, sondern erst nach gründlicher Abwägung möglicher Alternativen, ist aus meiner Sicht ein Therapieversuch sinnvoll. Möglicherweise greift die ebenfalls vorgesehene Psychotherapie auch erst mit medikamentöser Unterstützung.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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