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Mein Sohn macht Theater beim Zubett gehen - Hilfe ! ! !


Autor Nachricht
Verfasst am: 19.07.2010 [22:32]
MissJessy
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 19.07.2010
Beiträge: 5
Guten Abend zusammen,

vielleicht könnt Ihr mir ja helfen. Mein Sohn ist jetzt 2 Jahre 3 Monate alt und seit mehreren Wochen(es sind bestimmt schon 3 Monate)gibt es Abends einen riesen Terz wenn es Schlafen gehen soll.

jeder abend läuft gleich ab, wir kommen nach Hause vom Spielplatz/spazieren gehen etc 18 Uhr. Dann badet mein Sohnemann oder wird halt nur gewaschen, dann gibt es Abendbrot und dann Zähneputzen. Danach gehen wir alle Mann aufs Sofa und kuscheln ne Runde und er darf sich noch ne halbe Stunde eine Kinderserie anschauen. Dann bringen mein Mann und ich ihn zusammen ins Bett, Kuscheln ihn nochmal und küssen ihn.
Kaum aus dem Zimmer fängt er an zu kaspern im Bett, er springt rum, wirft sein Bettzeugs durchs Zimmer, ruft zig Mal nach Mama oder Papa, kommt man rein, dann will er nen Schluck trinken - Minischluck oder er spuckt es wieder aus. Wenn dann keiner kommt, wird sein Rufen immer lauter und richtig bockig, so nach dem Motto : Mama seh zu dass Du endlich her kommst...
Dann tritt er gegen sein Bett oder gegen die Wand..

Das Spiel geht jeden Abend mind. 1,5 Stunden. Mittagsschlaf hat er bis heute immer noch gemacht,von 12-13.30 Uhr. Haben ihn dann später hingelegt am Abend, aber das hat auch nichts gebracht so ging das Spiel nur noch länger...

Wir haben uns dann gedacht, dass er keinen Mittagsschlaf mehr braucht und den Mittagsschlaf heute mal weg gelassen und dachten, dass er dann totmüde ins Bett fällt. Aber Nö, das gleiche Theater in grün und er ist erst gegen 21 Uhr eingeschlafen obwohl er schon um halb acht ins Bett gelegt wurde...Somit war er dann 14 Stunden wach, weil er morgens immer um 7 Uhr aufsteht...

Was ist los mit ihm???? Ist es nur ein Spiel um zu sehen wie weit er gehen kann mit uns?? Um zu sehen, wie oft kommt meine Mama wohl noch in mein Zimmer???

Ich bin echt mit meinem Latein am Ende....

Herzliche Grüße
Jessi
Antworten Profil
Verfasst am: 19.07.2010 [23:43]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe MissJessy,
das "Abendtheater", das Sie beschreiben, klingt danach, als sei Ihr Sohn abends völlig aufgedreht und hätte eventuell auch Sorge, "draußen" bei Ihnen etwas Spannendes zu verpassen. Möglicherweise ist das Fernsehen daran schuld. Prinzipiell sollten Kleinkinder unter 3 Jahren am besten überhaupt noch nicht fernsehen und wenn doch, dann zumindest nicht länger als 10 Minuten am Stück (alles andere überfordert die Aufmerksamkeitsspanne) und keinesfalls in der Stunde vor dem Zubettgehen.

Zusammensetzen und kuscheln ist prima, aber es würde Ihren Sohn mehr zur Ruhe führen, wenn Sie - statt Fernsehen - zusammen Bilderbücher ansehen (und Sie erklären in eigenen Worten, was auf den Bildern zu sehen ist) oder wenn Sie ihm vorlesen (sofern er der gelesenen Geschichte schon folgen kann). Zusätzlich könnten Sie Ihrem Sohn zum Abendessen einen schlaffördernden, entspannenden Tee machen (Melisse oder von Sidroga Kinder Gute-Nacht-Tee - beide als Filterbeutel in der Apotheke) und ihn im Bett liegend noch etwas kraulen oder ihm etwas auf den Rücken zeichnen (wenn er schon ausreiched sprechen kann, darf er auch raten, ob Sie ein Haus oder einen Ball "gemalt" haben). Bauen Sie alle Dinge, die Ihr Sohn abends im Bett noch fordert (also z.B. nochmal trinken) schon ins Abendritual ein. Dann können Sie getrost davon ausgehen, dass es keine körperlichen Bedürfnisse sind, weswegen er ruft, und brauchen nicht wegen Mini-Schlückchen etwas zu trinken bringen.

Powern Sie Ihren Sohn tagsüber aus, doch in der Stunde vor dem Zubettgehen ist Toben absolut ungünstig. Schalten Sie in der Stunde vor dem Schlafengehen Fernseher und Radio in der Wohnung aus, lassen Sie höchstens eine CD mit Entspannungsmusik oder Naturgeräuschen laufen.

Hier finden Sie weitere Tipps gegen "Einschlaf-Theater": www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/baby-schlaeft-nicht/art/tipp/so-klappt-das-einschlafen-bei-ihrem-kind-ohne-probleme.html
www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/baby-schlaeft-nicht/art/tipp/besser-einschlafen-abendritual.html

Wenn Ihr Sohn trotzdem abends im Bett nicht liegen bleibt, könnten Sie sich vorübergehend im Kinderzimmer auf einen Stuhl ruhig neben das Bett setzen und dabei bleiben. Dann sollte er eigentlich haben, was er will (nämlich Mamas Nähe) und liegen bleiben können. Wie Sie mit der Zeit wieder vom Bett wegkommen, habe ich hier erklärt: www.elternwissen.com/forum/beitraege/erziehung-und-entwicklung/mein-sohn-moechte-nur-mir-mir-schlafen-im-elternbett.html

Viel Erfolg und herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 19.07.2010 um 23:46.]

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Chefredakteurin von "Gesundheit und Erziehung für mein Kind"
Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 26.07.2010 [12:11]
SunnyCalm
Alter Hase
Dabei seit: 27.05.2009
Beiträge: 24
Hallo, MissJessy,

eigentlich hat Fr. Dr. Schmelz alles gesagt, dem habe ich nicht wirklich etwas Neues hinzuzufügen, kann es nur aus eigener Erfahrung bestätigen.
Ich denke auch, daß die abendlichen Probleme kein Zeichen für "Munter sein" sondern für völliges "Überdreht sein" sind. Ihr Sohn ist doch erst 2!
Sie schreiben, daß er um 7 Uhr aufsteht und von 12 bis 13:30 mittags schläft. Gucken wir uns die Zeitspannen hier an, dann kommt er scheinbar mit den 5 Stunden vormittags gut hin, so dürfen Sie davon ausgehen, daß nach 5 Stunden nachmittags, also 18:30 Uhr der Normalpegel ebenfalls erreicht ist. Gut finde ich, daß Sie so lange wie möglich mit ihm auf dem Spielplatz sind, aber das sollte auch das letzte Highlight des Tages gewesen sein.

Bei meinem Sohn stand danach nur noch gemeinsames Abendessen, Baden (schön warm, machte ihn auch müde) und Zähneputzen an (ohne zusätzliche Sinneseindrücke wie dudelndes Radio oder laufender Fernseher). Absolut ausreichend als Schlußpunkt des Tages sind aus meiner Sicht für Zweijährige 10-Minuten Sandmännchen. Danach wurde noch einmal Pipi gemacht und ein Schluck Wasser getrunken und ab jetzt besteht der Aktionsradius nur noch aus dem Bett. Bei gedämmtem Licht wird hier in stetig gleicher Reihenfolge gesungen (bei uns wurde erst ab 3 Jahren gemeinsam gelesen und/oder vom Tag erzählt), gekuschelt und Gute-Nacht-geküßt sowie mit stetig gleichem Wortlaut mit jeweiliger Antwort-Wiederholung von ihm "Gute Tag" - "Schlaf schön" - "Träum was schönes" - "Bis morgen früh" gewünscht. Danach habe ich den Raum verlassen, die Zimmertür blieb einen Spalt offen, daß etwas Licht hinein kann (Angst im Dunkeln vermeiden). Die leisen Geräusche der Eltern, die durchaus in das Kinderzimmer dringen dürfen, beruhigen, daß Mama und Papa in der Nähe sind. Und nun hat er sich mit sich selbst beschäftigt, sich leise was erzählt, gebrabbelt, gesungen und meist war es schon bald darauf plötzlich still.
Das klappte freilich auch nicht von allein. Zunächst habe ich angekündigt, daß ich maximal 3x noch einmal in das Zimmer komme, aber nicht sprechen werde, schließlich ist ja Schlafenszeit. Das habe ich auch konsequent eingehalten: mit den Fingern die Anzahl des Zimmerzutritts angezeigt und nicht gesprochen. (Sollte er aus dem Bett aufgestanden sein, so habe ich den Kopf geschüttelt und ihn wortlos wieder ins Bett gebracht.)
Er hat sehr schnell begriffen, daß er nur 3 Chancen auf Kissenaufschütteln und nochmals Zudecken hat.

Ich bin sicher, das lernt Ihrer auch, vorausgesetzt, Sie schmeißen nicht Ihre selbst aufgestellten Regeln über Bord und bleiben konsequent.

Alles Gute wünscht
Sunny Calm
Antworten Profil


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