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muss ich wirklich an meinem kind rumdoktern lassen


Autor Nachricht
Verfasst am: 19.09.2011 [11:28]
lemi68
Super-Nanny
Themenersteller
Dabei seit: 25.03.2009
Beiträge: 67
hallo frau schmelz und alle anderen,

wir haben ja schon öfter mal gemailt. ich versuch es kurz zu machen, auch wenn ich eigentlich nicht ganz weiß, um was es mir geht. aber vielleicht liest man es ja raus.

mein sohn 5, hochbegabt,hochsensibel und hyperaktiver natur ist sehr anstrengend auf der ganzen linie. aber nicht nur im negativen sondern auch sehr viel positives. ich möchte an ihm nix ändern, wir können mit ihm umgehen, nur meist die anderen nicht so recht.
dadurch dass er hochsensibel ist, nimmt er seine umgebung anders war und gibt sie auch so wieder. er hat anfangs eine große scheu andern gegenüber und würde nie allein irgendwo hin gehen. ähnlich dem asperger syndrom.
nun hat man ja wegen einschulung so seine wege und wir leider noch mehr.
nun wird er als etwas unsozial genannt, weil er nicht gleich das macht, was man von ihm verlangt wird oder er mit absicht falsch sagt, weil es ihm zu einfach ist.
ich kann heute noch nicht sagen, ob er bei der einschulung wirklich allein da vorn mit der zuckertüte in der hand unter der neuen gruppe stehen wird. ich habe meine zweifel...
die frage ist, ob man das wirklich bearbeiten muss.
er brauch nun mal lange und ich setze mich überall ein, damit es meinem kind gut geht. bei seinen hobbies hatten wir überall mehr als eine schnupperstunde und es wird langsam besser, jetzt geht er zum fußball, ohne eltern....
bei der schule hoffe ich auf vorherige gruppentreffen oder nutze die vorherige hort-zeit dafür. ist das falsch?
sollte ich wirklich mein kind jetzt von a nach b schleifen?
wir hatten das vor knapp 2 jahren schon mal, das ging alles nach hinten los, weil ihn keiner verstanden hat und er dadurch noch mehr ungewissheit gegenüber fremden hatte.
ich kann und will diese wege nicht noch einmal gehen.
ich muss jetzt kämpfen, dass wir auf die eine schule kommen, die sich damit auskennen, das finde ich schon traurig genug, wir rennen zu 5 verschiedenen leuten... das kann doch alles nicht wahr sein.
sollte ich mit meinem kind jetzt wirklich noch zu einer therapie, die ihm sozialkompetenz beibringt? oder lernt er das nicht auch auf seine art im laufe der zeit?
ich würde alles so lassen wie es ist. ich belese mich wirklich viel und bin sozusagen seine beste therapeutin und wir haben so schon mehr erreicht, als irgendwer es sonst mit meinem kind geschafft hätte, ehrlich.
aber ich bin natürlich auch eine mutter, die nicht schuld sein will, weil ich irgendwas nicht gemacht habe....

jetzt ists doch lang geworden, ob mich wer versteht weiß nicht nicht.
freu mich auf antworten...
Antworten Profil
Verfasst am: 21.09.2011 [16:15]
bjoernmuehle
Alter Hase
Dabei seit: 16.02.2011
Beiträge: 26
Hallo lemi,
ich bin zwar kein Fachmann, aber ich denke die Einschulung und der damit beginnende neue Lebensabschnitt ist schon sehr wichtig für deinen Sohn. Natürlich hast du insofern Recht, dass sich die Sozialkompetenz mit der Zeit selbst etablieren kann, was auch nicht unwahrscheinlich ist.

Dennoch ist dies ein Prozess der bei deinem Sohn, ausgehend von deinem beschriebenen Verhaltensmuster, etwas länger andauernd und vor allem anstrengender werden könnte. Es bleibt also die Frage ob nicht ein professioneller Therapeut, der sein Vertrauen gewonnen hat, ihn etwas darauf vorbereiten sollte, sodass er sich ohne Schwierigkeiten in die Gruppe integrieren kann.

Natürlich muss dein Sohn das auch wollen. Wenn ihm das Ganze nicht passt und dies nun wieder nach hinten losgeht, würde ich dir vorschlagen noch mehr Bücher zu lesen und ihm möglichst viel Hilfestellung zu geben. Für diesen Einsatz übrigens meine Hochachtung. icon_wink.gif

Also wenn ich deinen Beitrag richtig verstanden habe, so solltest du mit deinem Sohn offen darüber sprechen, dass seine Art zu Beginn der Schulzeit zu Problemen führen könnte und ob Ihr nicht gemeinsam etwas daran ändern wollt. Ob mit oder ohne professionellen therapeuthischen Beistand.

Viel Erfolg
LG Björn
Antworten Profil
Verfasst am: 21.09.2011 [20:00]
lemi68
Super-Nanny
Themenersteller
Dabei seit: 25.03.2009
Beiträge: 67
hallo björn,

vielen dank für deinen beitrag.
das problem ist es einen profi zu finden der mit hb und hs klar kommt und weiß damit umzugehen. den gibt es hier leider nicht.
und mit dem unwissen machen sich viele therapeuten auf ihre eigene art ran und versauen damit alles. zwingen mein kind zu sachen, oder versuchen gar nicht erst das vertrauen zu gewinnen, denn das kind muss ja vor dem erwachsenen respekt zeigen...
ehrlich das sind unsere erfahrungen von knapp 5-6 "profis"

ich möchte meinem kind eine schöne kindheit schenken und ihm auf seinem weg, der sicher nicht immer leicht sein wird und ist, begleiten und ihn vorbereiten.
es ist nur sehr schwer und mir fehlen manchmal echt die kräfte und ideen aber ich denke wir sind auf dem guten weg...

er wird reifen, eben auf seine art. und ihn immer wieder in seine defzite reintauchen bringt da nix, weil er es so leider nicht wahrnimmt.
sinvolle therapie wäre eine gruppentherapie aus anderen kindern, wo er den umgang mit anderen lernt, den hat er ja in der kita, das hat auch gedauert, aber mehr geht sicher nicht. und meisten haben die, die im kopf sehr weit sind, auch ihre defizite... ich denke und hoffe das gibt sich mit der zeit und wenn es in der grundschule doch schlimmer wird, kann man dann immer noch was tun.

FRAU SCHMELZ ihre sicht würde mich auch mal interessieren icon_smile.gif

lg
Antworten Profil
Verfasst am: 19.01.2012 [18:53]
missesmo
Newbie
Dabei seit: 19.01.2012
Beiträge: 1
Hallo!

Ich bin gerade auf Ihre Frage gestoßen... Ich bin Erzieherin und mein letzter Job (bevor ich selber Mama wurde) war als Schulbegleiterin eines hochbegabten Asperger.
Ich weiss, dass Ihr Sohn kein Asperger ist aber sie schrieben ja "ähnlich einem Asperger".
Diese Problematiken die sie dort beschreiben kommen mir sehr bekannt vor... eigentlich alles- nur nicht aus der emotionalen Perspektive einer Mama.
Der kleine Junge, den ich damals begleitet habe, besucht mittlerweile ein Gymnasium, ist sehr gut in der Klasse integriert und macht von Tag zu Tag seine Erzieherin arbeitsloser, weil er immer mehr allein am Unterricht teilnehmen kann.


Nachdem, der Junge eingeschult wurde, kam das Jahr darauf, ein weiteres Mädchen (ohne Asperger) und das Jahr darauf ein weiterer Junge (Verhalten ähnlich, von der Erklärung, wie Ihr Sohn (auch kein Asperger) . Die Kinder haben alle gut Ihren Weg gefunden, haben ein gutes Verhältnis zu Ihren Begleitungen aufgebaut.

Wenn mein Sohn solche Probleme hätte würde ich versuchen eine Schulbegleitung zu bekommen, die Ihrem Kind zur Seite steht, ein Sozialkompetenztraining mit Ihren Kind aufbaut, Ihm zur Seite steht, wenn es Konflikte hat ( und es ist ja nun nicht so, dass nur Ihr Kind Probleme haben muss, heute ist ganz schön was los in den Schulen, durch die veränderten Lebensräume der Jungen, extreme Förderung von Mädchen, haben einige Jungs so Ihre Sorgen).

Also, wenn Sie das alles interessiert, können Sie gerne noch einmal schreiben....

Ihrer kleinen Familie alles Gute und ich ziehe den Hut vor Ihnen, für die Power, die Sie jeden Tag in Ihr Kind stecken!

Viele Grüße
icon_smile.gif
Antworten Profil
Verfasst am: 20.01.2012 [13:19]
umbre11a
Alter Hase
Dabei seit: 25.09.2010
Beiträge: 32
Hallo Lemi,

vorweggenommen sei erst einmal, dass es aus meiner Sicht schrecklich ist, in welcher Weise die Gesellschaft versucht, Gleichmacherei zu betreiben. Abweichungen werden immer gleich bewertet und oft als etwas betrachtet, was man wie eine Krankheit in den Griff bekommen muss. Ich selbst habe ein eigenes Kind und ein enges Verhältnis zum Kind meines Mannes aus erster Ehe und ich muss sagen, dass beide auf verschiedene Art "auffällig" sind nach dieser Definition. Bei der Großen treten aufgrund ihrer Introvertiertheit immer wieder Schulprobleme auf und leider hat sich in ihrem Kopf manifestiert, sie sei "zu dumm", weil wir ein einer Gesellschaft leben, die einfach keinen Raum mehr für individuelle Entwicklung bietet, nicht einmal mehr in der Kindheit. Manche Kinder brauchen einfach länger, bis sie bestimmte Fertigkeiten erlernen, ein Kind hat eine ausgeprägtere Sozialkompetenz und braucht länger für die kognitive Reifung, andere haben eine ungemein schnelle Auffassungsgabe, aber es entgeht ihnen Vieles im Bereich Sozialkompetenz. Unsere Bildungssysteme bieten aber keinen Raum mehr für diese individuellen Unterschiede und verschenken viel Potential, weil manche Kids einfach durch das Raster fallen und durch stereotype Beurteilung schnell "einen Stempel weg haben". Ein Kind, das sich selbst durch die vorschnelle Beurteilung für dumm hält, wird sich immer weniger trauen, Antworten zu geben, weil die das Risiko bergen, zu versagen und die eigene Voreinschätzung zu bestätigen. Ein Kind, das Angst hat, allein vor vielen Fremdenb zu stehen, wird unterschätzt werden, oder schlimmer noch, als Angsthase abgestempelt werden, was es letztlich noch ängstlicher werden lässt. Ich bin überzeugt, dass man mit sehr viel Selbstbewußtsein als Eltern dafür eintreten muss, dass unsere Kinder die Förderung erhalten, die ihnen auch wirklich förderlich ist und nicht Gleichnmacherei betreibt und die Potentiale der Kinder beschränkt. Ich kann mir gut vorstellen, dass du das Gefühl hast, bei 5 Experten 5 verschiedene Ansätze zu erleben, von denen vielleicht keiner wirklich gut geeignet ist. Wenn es freie schulen in deiner Umgebung gibt, würde ich mich an deiner Stelle informieren, welche für deinen Sohn geeignet ist. Ich möchte meinen Sohn auch auf eine Montessori-Schule geben, da er zwar sehr intelligent ist, aber nicht sehr gut mit Zwang umgehen kann. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass er auf einer normalen Schule klarkommt. Auch wenn er auf eine Frage das richtige Ergebnis weiß, wird er unter gewissen Umständen, wenn man zu viel Druck auf ihn ausübt, verweigern und bewusst falsche Antworten geben. Wir hatten das auch schon bei der letzten U-Untersuchung, als er beim Sehtest konsequent die Symbole der Zeile unter der Abgefragten nannte, weil er nicht auf Kommando "abliefern" wollte. Sofern du Asperger ausschließen kannst, würde ich einfach versuchen, ihm die Zeit zu geben, seine sozialen Kompetenzen im normalen Umgang mit anderen Kindern auszubilden, ohne ihn ständig in eine Therapie zu schleppen. Lass dein Kind so sein, wie es ist. Wie es scheint, liebst du es doch genau so. Wenn er unglücklich erscheint, oder äußert, dass er unter seiner Hypersensibilität leidet, dann solltest du therapeutische Hilfe suchen, nicht vorher. Zeig ihm, dass du seine Besonderheit liebst und schätzt und dass man nicht sein muss, wie alle anderen, nur um anerkannt zu werden.
Ich wünsche dir viel Freude mit deinem kleinen, besonderen Jungen.
LG umbre11a
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