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Thema mit vielen Antworten

Negative Gefühle meinem Kind gegenüber. Schlechte Mutter?


Autor Nachricht
Verfasst am: 02.08.2010 [10:59]
maxwell
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 02.08.2010
Beiträge: 5
Mein Sohn ist 3 Jahre alt. Er neigt schon seit Geburt zu hysterischem Schreien. Nun, in der Trotzphase, ist er speziell wenn es um Alltagsroutine geht (Zähneputzen, Ausziehen,...) extrem bockig und ist mit nichts dazu zu bringen, zu folgen. Er tut immmer genau das Gegenteil, reden nützt gar nichts, körperlich werde ich ihm oft gar nicht mehr Herr. Meistens endet der Kampf ums Zähenputzen damit, dass ich ihn zwischen meine Beine einzwicken muss und ihn mit Gewalt putze und extrem hysterisch schreit. Er schreit überhaupt sofort los, wenn ihm was nicht passt. Ich würde ihn total frustrationsintolerant und tyrannisch beschreiben. Ich selbst bin ein sehr sozialer Mensch und gerne unter Leute. Mein Kind ist genau das Gegenteil. Er ist unter Menschen, die nicht zur unmittelbaren Kernfamilie gehören, total schüchtern und unzugänglich. Zuhause ist er aber genau das Gegenteil.
Ich frage mich ständig, was wir (mein Mann und ich) falsch gemacht haben. Zusätzlich bin ich über meine eigenen oft negativen GEdanken meinem Kind gegenüber sehr traurig und entsetzt. Ich liebe doch mein Kind, oft ist es aber so, dass ich ihn am liebsten nur los sein möchte und meine Ruhe haben will.
Gibt es Menschen mit ähnlichen Erfahrungen? Bzw. was läuft in der Erziehung bei uns falsch?
Antworten Profil
Verfasst am: 02.08.2010 [11:41]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe maxwell,
es gibt "pflegeleichte" Kinder und leider auch "schwierige" Kinder, wozu offenbar Ihr Sohn gehört. Und in der Trotzphase, in der Ihr Sohn sich gerade befindt, sind alle Kleinkinder anstrengend, aber die "schwiergigen" eben noch mehr. Ich denke nicht, dass Sie in der Erziehung etwas falsch gemacht haben.

Und es ist ganz normal, dass JEDE Mutter manchmal genervt und erschöpft ist und dann nicht immer nur liebevolle Gefühl gegenüber ihrem Kind hegt. Da Sie von Ihren Sohn sehr stark gefordert sind, kommt das bei Ihnen verständlicherweise öfter vor. Sie sind deswegen keine schlechte Mutter!

Sie werden Ihren Sohn momentan nicht ändern können (aber es wird sich mit der Zeit bessern!) und daher sollten Sie sich so viel Unterstützung wie möglich holen. Gibt es Omas, Tanten, Freundinnen, die Ihnen stundenweise den Kleinen abnehmen können, damit Sie mal zur Ruhe kommen? Haben Sie einen Kindergartenplatz für ihn?

Holen Sie sich außerdem Rat und Unterstützung in einer Erziehungsberatungsstelle (Adressen in Ihrer Nähe unter www.bke.de). Die Beratung dort ist kostenlos und vertraulich.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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Chefredakteurin von "Gesundheit und Erziehung für mein Kind"
Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 02.08.2010 [11:43]
cymene
Junior
Dabei seit: 17.06.2010
Beiträge: 9
hallo maxwell,

das kenne ich nur zu gut, leider...
meine tochter ist auch 3, sie hat zwar als baby nicht übermässig geschrieen, aber schon immer sehr häufig geweint.

zzt. bin ich mit ihr völlig überfordert. egal, was ich sage, es folgt ein "nein", wenn ich mich durchsetze folgt lautes und sehr langanhaltendes weinen.
zb. jeden abend, wenn um 22:00uhr meine nerven blank liegen, weil sie einfach nicht schläft.

bei uns ist es so, dass sie mich permanent ruft und mit mir spielen möchte (ich geh mal davon aus, dass jedes kind am liebsten 24/7 mit seiner mama spielen würde, nur andere akzeptieren halt, dass es nicht geht).
folge ich der ständigen ruferei nicht, kommen trotzreaktionen. besonders beliebt ist bei ihr neuerdings, ihr großes geschäft mitten im zimmer auf dem boden zu verrichten und damit die möbel oder wände zu beschmieren. sowas passiert, wenn ich zb. ins bad gehe um mich zu waschen/schminken, dann habe ich immer im nachhinein irgend eine böse überraschung icon_mad.gif

die gefühle, die du beschreibst habe ich auch: manchmal denke ich "lass mich bitte nur eine minute in frieden" oder bitte meine mutter, die kleine über nacht zu sich zu holen. auf der anderen seite möchte ich doch mein leben so gerne mit meiner tochter leben und nicht anfangen zu leben sobald sie die wohnung verlassen hat.
ich halte mich für eine schlechte mutter, denn bei einer guten erziehung würde meine tochter ja nicht ständig etwas anstellen oder weinen weil sie ihren willen nicht bekommt. dazu kommt, dass ich vom kindsvater sowieso ständig zu hören bekomme, dass ich partout alles falsch mache icon_cry.gif
Antworten Profil
Verfasst am: 02.08.2010 [18:55]
maxwell
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 02.08.2010
Beiträge: 5
Sg. Frau Dr.!

Danke für Ihre rasche Antwort! Werde mich tatsächlich an eine Erziehungsberatungsstelle wenden.
Liebe Grüße
Antworten Profil
Verfasst am: 02.08.2010 [19:03]
maxwell
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 02.08.2010
Beiträge: 5
Hallo!
Ich kann dir das alles so gut nachempfinden. Passt auf uns auch annähernd. Tut aber gut, zu wissen, dass man/frau nicht ganz alleine damit ist. In meiner Umgebung scheint es nicht so viele extrem fordernden Kinder zu geben. Ich erlebe die meisten irgendwie pflegeleichter.....
Bei uns kommt halt auch noch eine andere Problematik hinzu. Mein Mann hatte während meiner Schwangerschaft Krebs (ist jetzt zwar krebsfrei, 5 Jahre sind aber noch nicht vergangen) und mir ging es so schlecht wie noch nie in meinem Leben. Vielleicht hat das auch damit zu tun. Jetzt, nach all den anstrengenden Jahren (inkl. Hausbau, ich Studiumabschluss, nun neuer Job) merke ich, dass es in unserer Beziehung auch nicht zum Besten steht...... Bestimmt spürt das Kind das auch alles. Ja, das Leben läuft leider nicht immer (oder eigentlich nie?) so harmonisch wie ich mir das vorgestellt hätte......
banghead.gif
Ich frage mich immer wieder, wie Frauen mehr als ein Kind schaffen.... Wollte ursprünglich immer zwei.
Also, hoffen wir auf bessere Zeiten. Lg
Antworten Profil
Verfasst am: 24.08.2010 [20:52]
Katha_Rina
Newbie
Dabei seit: 24.08.2010
Beiträge: 1
Hallo...

Mir geht es momentan mit meiner Tochter (4) ganz ähnlich.
Sie war als Baby schon ziemlich sensibel und hat viel und oft geweint und auch als Kleinkind immer schon gleich zu weinen angefangen, wenn etwas nicht nach ihrem Kopf ging.
Mittlerweile ist es aber so, dass sie gleich schreit und richtig heult, wenn sie nicht bekommt, was sie will und das ganze auch detailliert ausführt mit Ausdrücken wie "Das ist total blöd" oder so.

Ich frage mich manchmal echt, was ich falsch gemacht habe, dass sie plötzlich so ist. Auch das ins Bett gehen ist im Moment eine absolute Katastrophe! Das geht dann schon so weit, dass ich ihr aus purer Hilflosigkeit, weil nichts, aber auch gar nichts hilft, androhe, dass sie ohne Geschichte ins Bett geht und selbst dann hört sie nicht auf. Im Gegenteil, dann plärrt sie noch mehr. Und der einzige Gedanke, den ich dann haben ist "Ich will sofort weg hier!"

Leute, ich hab schon gar keine Lust mehr, sie abends ins Bett zu bringen, weil sie sich entweder über den Tag verteilt schon mehrfach "daneben" benommen hat oder weil sie eben wieder mit diesem Theater am Abend anfängt.

Ich weiß, es kommen wieder bessere Zeiten und wahrscheinlich ist das auch nur wieder eine dieser "Phasen" aber mal ehrlich: Ich hab davon so die Nase voll! Ich kann sie manchmal einfach nicht mehr sehen und will sie auch nicht mehr hören - und in der gleichen Millisekunde fühle ich mich furchtbar, weil ich dieses Verlangen hab. Ich will doch eine schöne Zeit mit meinem Kind verbringen und mich nicht ständig regelrecht bekriegen!

aber es ist dennoch beruhigend, dass es nicht nur mir so geht... Wenigstens ein kleiner Trost... icon_smile.gif
Antworten Profil
Verfasst am: 24.08.2010 [21:57]
SilkeSeidel
Fleißiger Helfer
Dabei seit: 19.11.2009
Beiträge: 11
Hallo Ihr,
ich denke das geht allen Müttern irgendwann oder in irgeneiner Phase mal so und ich finde es auch gar nicht schlimm.
Ich denke man sollte versuchen sich auch zwischendurch mal wieder Zeit für sich nehmen(egal ob mit oder ohne Partner). Wenn die Möglichkeit besteht, daß eine Oma oder Tante oder so da sind, sollt man das Kind auch ruhig mal abgeben und sich eine Außzeit nehmen, man geht dann oft wieder viel lockerer an die Sache.
Liebe Grüße an alle
Silke
Antworten Profil
Verfasst am: 25.08.2010 [12:20]
SunnyCalm
Alter Hase
Dabei seit: 27.05.2009
Beiträge: 24
Liebe Mütter der beschriebenen Drei-Jährigen,

macht Euch bloß nicht fertig! Ihr seid völlig normal und Eure Kinder sind es auch. Niemand hat Nerven wie Stahlseile und bei den heutigen zusätzlichen Belastungen (Studium, Beruf, Hausbau, Erkrankung Partner etc. machen allein ja schon das Maß manchmal voll) ist eben nicht alles so duldsam zu ertragen, wie man gerne möchte.

Nehmt daher Eure erkannten Gefühle als Signale, als Hilferufe an Euch selbst, Euch Unterstützung und Hilfe von außen zu holen. In Form von Großeltern, Partnern, Freunden, Kindergärten, Tips von Profis in Beratungen. Das ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

Ihr seid keine Sklaven Eurer Kinder! Nehmt Euch Zeit für Euch selbst und für Dinge, die Euch entspannen. Ihr werdet sehen, sobald Ihr wieder im Lot seid, ist auch die Welt um Euch herum wieder in der Balance und falls noch nicht, dann könnt Ihr dem aber viel besser und erfolgreicher entgegentreten.

Ansonsten gebe ich den Tip an Diejenige, deren Partner da der Meinung ist, sie würde eh alles falsch machen: Soll er sein Kind mal eine Woche lang abends zu Bett bringen nach vorherigem Rund-um-die-Uhr-Nervenklau, erst dann weiß er überhaupt worum es geht und kann mitreden! (Sicher wird sich herausstellen, daß seine Belastungsgrenze noch viel niedriger liegt.) Solche unqualifizierten Bemerkungen kann man nicht nur getrost ignorieren, sondern darf sie strikt zurückweisen.

Meiner ist jetzt 6 und es wird in der Tat wesentlich entspannter also noch in der Trotzphase. Also, haltet durch, guckt wo es Hilfe gibt und seid gewiß, es ist Licht am Horizont!

Liebe Grüße
Sunny Calm
Antworten Profil
Verfasst am: 25.08.2010 [18:48]
julianic
Newbie
Dabei seit: 25.08.2010
Beiträge: 1
Newbie

Dabei seit: 25.08.2010
Beiträge: 1 Versuchen Sie vielleicht sich neben dem Kinderbett (oder wie Sie sonnst das Gutenachtmärchen vorlesen) und einfach leise die Geschichte anfangen--und nicht vergessen dem Kind vorher zu sagen, dass Sie das jetzt nur einmal machen-und nicht vergessen...konsequent bleiben. Aber-als ich gleiche Problemen mit meiner Tochter bekam, hat nichts geholfen, außer... Eines Tages habe ich zu meiner Tochter gesagt: wenn du nicht schlafen willst, mach es nicht. Was habe ich bekommen? Anstatt 20,30 schlif sie um 21,30 ein. Ganz von allein. Macht das bis jetzt, einscheinend stört das sie nicht. Sie bleibt gesund. Meine Freundin hat das auch durch--Ihre Tochter, die um 6,30 zum Kindergarten geweckt wurde, schlif in 3 Tagen ohne jedliche Gemurmel um 20Uhr ein nachdem sie die 2 vorherige Tage um 23Uhr zum Bett gegangen ist,also 7,5 Stunden geschlafen hat icon_eek.gif .



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 25.08.2010 um 18:50.]
Antworten Profil
Verfasst am: 25.08.2010 [18:52]
elgin
Newbie
Dabei seit: 25.08.2010
Beiträge: 2
Hallo,
klar, kenne ich. Meine erste Tochter war schon nicht ohne. Die Zweite (knapp 3)geht so richtig in den Widerstand.
Mir hilft es, nachzufuehlen, in welchem Dilemma sie steckt.
Sie will selber bestimmen ueber sich und ihren Koerper, will sich von mir differenzieren, braucht aber auch Rueckhalt, will heerausfinden, wo sie aufhoert und ich anfange.Besonders schlimm waren die Wutanfaelle dann auch in verunsichernden Situationen - Wachstumsphase nach durchstandenen Windpocken und dann noch im Campingurlaub. Helfen tut alles, was den Dampf rausnimmt: vor allem nach mir gucken, dass ich nicht zu frustriert und wuetend werde. Also oefter mal Bezugspersonenwechsel bis ich wieder mitfuehlend reagieren kann. Sie manchmal einfach schreien und weinen zu lassen, ihren Zorn ausloten ohne es persoenlich zu nehmen und den Moment abzuwarten, in dem sie sich umarmen und troesten laesst. Dafuer gibt es Zeitfenster.
Und dann alles, was stabilisiert - Tagesrhythmen einhalten, Rituale, bei Sachzwaengen konsequent bleiben, bei weniger wichtigen Angelegenheiten mitfuehlend einlenken, sie eigene Erfahrungen mache lassen. Z.B. mag unsere Kleine am liebsten nackt sein. Dass das bei Regenweter doch nicht so toll ist merkt sie dann schon, bevor sie sich eine Erkaeltung einfaengt.
Diese Zeit ist dynamisch und wichtig. Eine Mutter auf dem Campingplatz sprach mich an, ich koenne froh sein, dass meine so trotzt. Ihre haette das nieh getan und jetzt sei sie magersuechtig. Na, so muss es sicher nicht immer kommen. Aber es geht um das Reifen, um einen Schritt auf dem langen Weg von der Mutter weg. Je stabiler, klarer und liebevoller die Mutter bei dem Kind sein und auch fuer sich sein kann, desto besser kann es gelingen.
Einmal war ich so ziemlich am Rande und sie so mitten drin im Hurrican. Da hab ich in einer kurzen Windstille erklaert, ich koenne nicht mehr.Ich will gern jetzt bei ihr sein, aber ich kann das nur, wenn sie mit dem Weinen aufhoert. Dazu fing ich selber an mit weinen. Und eh voila - sie kuschelt sich an mich wird still und schaut mir beim Weinen zu. Danch durfte ich ihr eine Jacke anziehen und zusammen spazieren gehen.
Manchmal gibt es ein stilles Einverstaendnis, diesen Prozess gemeinsam zu bewaeltigen. Gold wert!

Viel Glueck uns allen und alles Liebe
elgin
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