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Thema mit vielen Antworten

Negative Gefühle meinem Kind gegenüber. Schlechte Mutter?


Autor Nachricht
Verfasst am: 25.08.2010 [18:52]
elgin
Newbie
Dabei seit: 25.08.2010
Beiträge: 2
Hallo,
klar, kenne ich. Meine erste Tochter war schon nicht ohne. Die Zweite (knapp 3)geht so richtig in den Widerstand.
Mir hilft es, nachzufuehlen, in welchem Dilemma sie steckt.
Sie will selber bestimmen ueber sich und ihren Koerper, will sich von mir differenzieren, braucht aber auch Rueckhalt, will heerausfinden, wo sie aufhoert und ich anfange.Besonders schlimm waren die Wutanfaelle dann auch in verunsichernden Situationen - Wachstumsphase nach durchstandenen Windpocken und dann noch im Campingurlaub. Helfen tut alles, was den Dampf rausnimmt: vor allem nach mir gucken, dass ich nicht zu frustriert und wuetend werde. Also oefter mal Bezugspersonenwechsel bis ich wieder mitfuehlend reagieren kann. Sie manchmal einfach schreien und weinen zu lassen, ihren Zorn ausloten ohne es persoenlich zu nehmen und den Moment abzuwarten, in dem sie sich umarmen und troesten laesst. Dafuer gibt es Zeitfenster.
Und dann alles, was stabilisiert - Tagesrhythmen einhalten, Rituale, bei Sachzwaengen konsequent bleiben, bei weniger wichtigen Angelegenheiten mitfuehlend einlenken, sie eigene Erfahrungen mache lassen. Z.B. mag unsere Kleine am liebsten nackt sein. Dass das bei Regenweter doch nicht so toll ist merkt sie dann schon, bevor sie sich eine Erkaeltung einfaengt.
Diese Zeit ist dynamisch und wichtig. Eine Mutter auf dem Campingplatz sprach mich an, ich koenne froh sein, dass meine so trotzt. Ihre haette das nieh getan und jetzt sei sie magersuechtig. Na, so muss es sicher nicht immer kommen. Aber es geht um das Reifen, um einen Schritt auf dem langen Weg von der Mutter weg. Je stabiler, klarer und liebevoller die Mutter bei dem Kind sein und auch fuer sich sein kann, desto besser kann es gelingen.
Einmal war ich so ziemlich am Rande und sie so mitten drin im Hurrican. Da hab ich in einer kurzen Windstille erklaert, ich koenne nicht mehr.Ich will gern jetzt bei ihr sein, aber ich kann das nur, wenn sie mit dem Weinen aufhoert. Dazu fing ich selber an mit weinen. Und eh voila - sie kuschelt sich an mich wird still und schaut mir beim Weinen zu. Danch durfte ich ihr eine Jacke anziehen und zusammen spazieren gehen.
Manchmal gibt es ein stilles Einverstaendnis, diesen Prozess gemeinsam zu bewaeltigen. Gold wert!

Viel Glueck uns allen und alles Liebe
elgin
Antworten Profil
Verfasst am: 26.08.2010 [18:34]
muttis
Super-Nanny
Dabei seit: 19.10.2009
Beiträge: 85
Ich kann es aus eigener Erfahrung nur empfehlen: Beratung in Anspruch nehmen! Es hilft schon, wenn man sich mal "auskotzen" kann, einem jemand zuhört und ernst nimmt. Außerdem hab ich wirklich gute Tipps mit auf den Weg bekommen - ich habe mir durch mein eigenes Verhalten das Leben mit den zwei Kindern unnötig schwer gemacht!
Jetzt sind die Kinder 2 und 5 Jahre alt und ich kann - größtenteils - wirklich entspannt sein.
Alles Gute!
Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 29.08.2010 [10:55]
panther1737
Newbie
Dabei seit: 29.08.2010
Beiträge: 1
Hallo,
ich bin Mutter von 4 Kindern. Unsere aelteste war 20 Monate alt als unser Sohn geboren wurde.Seine Entwicklung war von Anfang an anders als bei seiner Schwester.Mit 4 Monaten hatte er 8!! Zaehne und war unruhig und zappelig.Im Kindergarten fiel er besonders durch seine Wutausbrueche auf wenn etwas nicht so ging wie er sich das vorstellte.Auf der anderen Seite war er extrem anhaenglich und verschmust. Teilweise habe ich sein Kinderzimmer nur mit aufgespanntem Regenschirm betreten da mir alles moegliche entgegenflog sobald ich die Tuer aufgemacht habe.Klingt jetzt lustig, war es aber damals nicht. Er ist wie ein Wilder auf mich los gegangen und hat Kraefte entwickelt, gegen die ich kaum ankam.Damals war er erst 4 Jahre alt!Ich bin abends total fertig ins Bett und wollte morgens gar nicht mehr aufstehen. Es war eine so anstrengende Zeit!!Natuerlich ist es normal, wenn man sich in solchen Situationen manchmal wuenscht, das Kind waere schon im Bett oder wenn man auch mal negative Gedanken gegen das Kind hegt.Auch Muetter sind nur Menschen.Wir haben 3 Therapien gemacht, die gar nichts gebracht haben, im Gegenteil, ich habe mich von den Therapeuten echt ver...... gefuehlt. Wuerde jetzt zu lang dauern, das im Detail zu erklaeren.War ja auch nur meine Erfahrung, soll nicht heissen, dass Therapien generell so sind.Man hat uns gesagt, dass unser Sohn eine Teilleistungsstoerung hatte, was in die Richtung von Hyperaktivitaet geht.Er war halt extrem agressiv wenn etwas nicht nach seinem Willen ging.Was bei uns etwas geholfen hat war, dass wir ihn immer wenn er so eine Phase hatte ganz fest umarmt haben und ihm gesagt haben dass wir ihn lieb haben.Auch wenn Sie total gefrustet und sauer sind, versuchen Sie Ruhe zu bewahren da er sonst noch viel agressiver wird. Ist sehr schwer aber versuchen Sie es.Uebrigens ist unser Sohn heute 20 Jahre alt, hat ein Top Abitur gemacht und wird in 2 Wochen studieren.Bei ihm hat die schwierige Phase mit ca 11 Jahren aufgehoert.Ich wuensche Ihnen von ganzem Herzen viel Kraft und Geduld.
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