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nochmal zum Thema "Bock"


Autor Nachricht
Verfasst am: 23.01.2009 [08:51]
tine1411
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 02.09.2008
Beiträge: 3
Hallo!

Habe gerade Frage und Antwort zum Thema "bockiger 4-jähriger" gelesen. Als Mutter zweier erwachsener Kinder finde ich dieses Verhalten für ein Kindergartenkind noch normal.

Was aber, wenn ein Erstklässler immernoch das selbe Verhalten zeigt?
Meine Tochter ist gerade 7, ein Nachzügler und somit Mittelpunkt der Familie.
Leider bin ich alleinerziehend und mehr als Vollzeit berufstätig. D.h., an einem Werktag sehen wir zwei uns nur morgens und abends jeweils eine Stunde. Und in diesen Stunden muss natürlich immer alles zack,zack gehen.
Meine Tochter ist meistens (vor allem in der Schule) ein sehr liebes und braves Kind (auch wenn das sehr abgedroschen klingt), d.h., sie "funktioniert" meistens.
Aber gerade wenn es am meisten darauf ankommt, nämlich morgens, wenn sie pünktlich in der Schule sein muss, und abends, wenn sie um 19 Uhr ins Bett muss (sie braucht leider auch sehr viel Schlaf), blockiert sie phasenweise total.
Sie zieht sich nicht an, sie zieht sich nicht aus, sie will nicht Zähneputzen, sie will sich nicht waschen, sie will sich nicht waschen lassen, usw.
Für eine 7-jährige finde ich dieses Verhalten absolut unangemessen.
Ich versuche, direkte Konsequenzen folgen zu lassen, so begleite ich sie z. B. nicht zur Schule, wenn sie durch Trödelei zu spät kommt,
oder es gibt keine Gutenacht-Geschichte, wenn es beim Waschen Theater gibt.
Aber das alles kostet mich enorm viel Kraft und es belastet mich auch, wenn wir morgens im Streit auseinander bzw. abends im Zorn ins Bett gehen - wo wir eh schon so wenig voneinander haben.
Werde ich ihr noch als Teenager die Zähne putzen müssen? icon_rolleyes.gif
Antworten Profil
Verfasst am: 23.01.2009 [16:53]
engerl
Alter Hase
Dabei seit: 18.11.2008
Beiträge: 23
hallo, liebe tine!

es tut mir leid, aber ich verstehe solche dinge überhaupt nicht,wie deine letzten paar aussagen.
was hat jetzt mit in 10jahren zu tun?
und an deinem zorn mußt schon du arbeiten, dein kind zeigt ihn dir lediglich auf.
du sagst, ihr habt wenig zeit miteinander, vielleicht holt sich dein kind damit ihre zeit? und fordert mehr aufmerksamkeit. wenn sie die ganze zeit brav und pflegeleicht ist, irgendwann mußt ja auch mal aufmerksam auf sie werden.... icon_evil.gif
ich finde das auch überhaupt keine art für eine junge seele, gutenachtgeschichte ausfallen zu lassen, weil sie nicht nach deinem ermessen funktioniert,(wo und wie kann sich dein kind denn da bitteschön angenommen und geliebt fühlen????) und sie nicht zu belgeiten, weil sie nicht tut,wie du es gerade haben möchtest.
bei euch habe ich das gefühl, dein kind muß auf dich eingehen, für dich da sein, statt umgekehrt.
vielleicht fangt ihr halt mal spielerisch an etwas früher und steht eine viertel stunde früher auf. dann kann doch unmöglich sein, daß es streß gibt,wenn man früh genug unterwegs ist. icon_rolleyes.gif
gutes gelingen wünsche ich euch

Antworten Profil
Verfasst am: 23.01.2009 [20:02]
trixi76
Fleißiger Helfer
Dabei seit: 02.06.2008
Beiträge: 16
Liebe Tine1411,

wenn wir alle die gelassenen und ausgeglichenen Mütter wären, die wir gern sein sollen und wollen, dann bräuchte es keine Foren wie dieses. Wir sind alle nur Menschen, mit klaren Grenzen. Ich verstehe Ihren Zorn und Ihre Wut. Es könnte alles so schön sein, und ist doch so schwer. Gerade wir Alleinerziehende kämpfen manchmal geradezu verzweifelt gegen die Windmühlen des Alltags. Wir versuchen es allen recht zu machen und geben mehr als 100% und doch scheinen die Baustellen sich eher zu vermehren als abzunehmen.

In einem allerdings, denke ich, hat engerle recht. Das Verhalten Ihrer Tochter ist bestimmt der Ruf nach mehr Aufmerksamkeit. (Inwieweit die Trennung noch aktuell sein könnte, kann ich nicht beurteilen.) Wenn Sie pro Tag nur 2 Stunden für sie Zeit haben und dann auch noch Hektik, ist das Verhalten Ihrer Tochter klarer Protest.
Wahscheinlich können Sie das Zeitproblem nicht anders lösen. Aber wie Sie die Zeit miteinander verbringen - vielleicht schon.
Gerade wenn Ihre Tochter signalisiert, zu wenig von Ihnen zu haben, sollten Sie nicht mit Liebesentzug reagieren. Versuchen Sie es mal andersherum: Waschen rechtzeitig fertig - doppelte Gute-Nacht-Geschichte, frühmorgens zeitig fertig - Extrarunde Kuscheln, Schaufensterbummel (und wenn's nur 2 sind) auf dem Weg zur Schule... solche Sachen würde ich probieren. Und werfen Sie ihrer Tochter nicht vor, sich wie eine 4jährige zu verhalten. Das ruft nur noch mehr Protest hervor. Arbeiten Sie mit Lob! Sagen Sie was schön ist, was sie gut gemacht hat! Das ändert auch Ihren eigenen Blick.

Ich habe das gleiche Problem (gehabt). Meine Kleine kam schon mit Trotzphase auf die Welt. Ich allein, finanzielle Probleme, hohes Arbeitspensum, wenig Zeit, immer Zack-zack. Jetzt zu Weihnachten das erste Mal mit meinen Kindern 2 Wochen am Stück und ohne Zeitdruck zu Hause. Folge: Meine Kleine hörte nach 3 Tagen komplett!!! zu bocken auf. Meine Große hatte plötzlich keine Bauchschmerzen mehr! Zwei gesunde und fröhliche Kinder. Kein Schimpfen mehr...Traumhaft

Jetzt gehe ich wieder arbeiten und ...? Alles scheint von vorn anzufangen. Ich versuche aber, die Weihnachtserleuchtung umzusetzen. So wie es in meiner Macht steht. Schrittweise.

Alles Gute
Trixi

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 23.01.2009 um 20:05.]
Antworten Profil
Verfasst am: 24.01.2009 [00:24]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Tine1411,
leider wird der Nachwuchs nach der typischen Trotzphase im Kleinkindalter (die durchaus bis ins Kindergartenalter anhalten kann) nicht unbedingt zu braven, folgsamen und problemlosen Grundschulkindern. Ich habe selbst eine 8-jährige Tochter, die einen sehr starken Willen hat und und entsprechend anstrengend sein kann. Aber immerhin weiß sie, was sie will, hat ein starkes Selbstbewusstsein und geht, wenn sie es für richtig hält, auch den unbequemen Weg!

Da Sie beruflich bedingt (was nicht zu ändern ist) nur wenig Zeit am Tag mit Ihrer Tochter verbringen können, liegt darin wahrscheinlich der Schlüssel zum Getrödel und "Blockieren" Ihrer Tochter. Logische Konsequenzen sind prinzipiell eine gute Sache, führen aber bei Ihrer Tochter wohl nicht zum gewünschten Erfolg. Im Gegenteil, die Situation ist ständig angespannt, Sie können die Zeit miteinander gar nicht mehr genießen. Sie müssen aus dem Kampf miteinander wieder aussteigen!

Berufen Sie (z.B. am Wochenende, wenn Sie mehr Zeit haben) eine kleine Familienkonferenz ein. Sprechen Sie in der Ich-Form Ihr Problem an, etwa: "Ich fühle mich schlecht, wenn ich morgens/abends so viel mit dir schimpfe. Aber ich muss pünktlich in der Arbeit sein und du musst natürlich auch in die Schule. Was könnten wir tun, damit unsere gemeinsame Zeit morgens und abends entspannter verläuft? Ich möchte gerne, dass alles reibungsloser klappt und wir mehr voneinander haben. Hast du eine Idee, was wir am Ablauf ändern könnten, damit es auch für dich angenehmer wird?"

Sammeln Sie (unkommentiert!) alle Ideen Ihrer Tochter und Ihre eigenen. Dann gehen Sie gemeinsam durch, was Sie sich überlegt haben. Vieles wird sich nicht genau so verwirklichen lassen, aber so haben Sie zumindest die Möglichkeit, einen Kmpromiss zu finden, wie man es in der kommenden Woche einmal probieren könnte, um zu sehen, ob es dann besser klappt. Ziehen Sie den gefundenen Kompromiss eine Woche lang durch und besprechen Sie dann, ob es sinnvoll war und beibehalten werden soll oder ob Sie sich zusammen noch eine andere Lösung überlegen sollten.

Wichtig: Die Ideen Ihrer Tochter wiegen genauso schwer wie Ihre eigenen! Wenn Sie die Familienknferenz nur nutzen, um Ihrer Tochter Ihre Ansichten schmackhaft zu machen, wird sie wahrscheinlich blockieren. Ihre Tochter muss das Gefühl haben, wirklich ernst genommen zu werden und selbst etwas bewirken zu können! Dann können Sie zu einem guten und tragbaren Kompromiss kommen und Ihre Beziehung verbessern.

Vielleicht wollen Sie sich näher mit dem Thema "Familienkonferenz" befassen? Dann kann ich Ihnen die Bücher von Thoma Gordon empfehlen (alle Heyne Verlag): z.B. "Familienkonferenz" oder "Die neue Familienkonferenz". Dort finden Sie noch viele weitere Tipps zur Lösung von Erziehungsproblemen auf die partnerschaftliche Art.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 24.01.2009 um 02:38.]

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Chefredakteurin von "Gesundheit und Erziehung für mein Kind"
Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 24.01.2009 [14:22]
tine1411
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 02.09.2008
Beiträge: 3
Danke allen, die sich die Zeit genommen haben, mir Ratschläge zu geben.

Vor allem Danke für den Tipp, positives Verhalten durch Belohnen zu verstärken. Das ist mir natürlich nicht neu, nur irgendwie in Vergessenheit geraten...

Vorwürfe übrigens mache ich mir selbst viele genug, allein schon deshalb, weil ich nie zuhause bin und nach einem 11- Stunden-Arbeitstag und einer 6-Tage-Woche kaum noch Kraft und Nerven habe für meine Kinder.

Gut tut hingegen, einfach nur zu lesen, dass andere Alleinerziehende ähnliche Probleme haben - die Lösung vielleicht kennen - nämlich eben mehr Zeit zu haben für die Kinder - aber eben auf Grund der Gegebenheiten nicht verwirklichen können.

Irgendwie werden wir sie schon groß kriegen, oder? icon_wink.gif
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