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Patchworkfamilie-alle 14 Tage


Autor Nachricht
Verfasst am: 07.06.2009 [23:50]
Lilale
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 07.06.2009
Beiträge: 5
Hallo,
seit ca.4 Jahren haben wir alle 14 Tage den Sohn (7Jahre) meines Partners und ich habe das Gefühl, dass er immer mehr Probleme bekommt.
Er macht nach wie vor noch ins Bett, wenn wir ihn nicht Nachts wecken. Von der Mutter bekommt er dagegen Tabletten, die wir nach Absprache mit unserem Arzt nicht geben müssen, wie er uns erklärte.
Er kam im letzten Jahr zur Schule und hasst diese, genauso wie seine Mitschüler, er hat keine Freunde, weder in der Schule, noch zu Hause.
Wir sind viel mit Kindern zusammen und erleben sehr oft, dass er den Kindern beim spielen zusieht, als selber mitzumachen. Seine Lieblingsbeschäftigung ist DS spielen oder am PC zu sitzen, nur bei uns darf er am Tag nur 1 Std. die er sich selber einteilen kann.
Er besaß zu Hause schon mit 2 1/2 Jahren eine Playstation, demnach mag er unsere Regelung mit der 1 Std. natürlich nicht. Egal was man versucht, er hat nicht viele Interessen, nichts macht ihm wirklich Spaß.
Er verbringt auch an den Wochenenden Zeit mit seinem Vater allein, weil wir denken, dass es wichtig ist für ihn.
Beim spielen wird er schnell aggressiv, auch uns gegenüber. Noch ist es unter Kontrolle zu halten, aber er ist ja auch erst 7 Jahre.
Wir haben einige Zeit mit der Diakonie zusammen gearbeitet, die die Unterlagen dann an das Jugenamt weitergeben mussten und das Jugendamt hat kein Interesse, da er nicht mißhandelt oder vernachlässigt wird.
Wir hatten bei einer Psychologin einen Therapieplatz für ihn, den die Mutter ablehnte.
Ein normales Gespräch oder eine einfache Frage stellt ein Problem dar, er antwortet einfach nicht, er äußert sich zu gar nichts.
Er lügt, er klaut und redet mit sich selbst, wenn man darauf eingehen möchte, sagt er gar nichts mehr, als hätte man ihn bei einer Straftat erwischt. Er empfindet jede Frage als was schlimmes, wobei wir niemals böse mit ihm sind.
Ich selber habe drei eigene Kinder und die sind trotz Scheidungskinder ziemlich gut geraten.
Leider bin auch ich als Mutter bei dem Sohn meines Partners mit meinem Latein am Ende.
Ich weiß einfach keinen Rat mehr.
Ich wüsste zu gern was sein Problem ist, denn wir haben Angst vor seiner Zukunft.
Antworten Profil
Verfasst am: 08.06.2009 [20:15]
trixi76
Fleißiger Helfer
Dabei seit: 02.06.2008
Beiträge: 16
Hallo Lilale,

ich habe nach dem Lesen des Problems mehr Fragen als Antworten: Warum kommt der Junge erst seit 4 Jahren zu seinem Vater, wer hat das denn veranlaßt, wie war der Kontakt vorher? Wollte der Junge das? Die Mutter? Nur der Vater gegen den Willen der Mutter? Wie lief das ab, hatte er sich plötzlich bei Papa und seiner neuen Familie wohlzufühlen? Wie ist man da mit ihm umgegangen? Wie ist das Verhältnis prinzipiell zwischen Vater und Sohn? Wie gehen die Geschwister mit ihm um (besonders wenn Sie nicht unmittelbar dabei sind?, Fühlt er sich integriert oder als 5. Rad am Wagen?) Warum stellen Sie die medizinische Betreuung mütterlicherseits in Frage, welche Gründe gibt es dafür? Hat ihr Arzt das Kind jemals wirklich gesehen und untersucht? Haben das Kind und die Mutter diese Probleme (alle) auch zu Hause? Warum gehen Sie mit dem Kind wenn es bei Ihnen ist zur Diakonie und zum Jugendamt, wußte die Mutter davon? Warum Therapieplatz (ohne Einbeziehung der Mutter vorher?)? Wie wird über die Mutter in Gegenwart des Kindes geredet? Wie wird mit der Mutter zusammengearbeitet?

Wenn ich Ihre Fragen lese, habe ich das Gefühl, dass Sie die Betreuung durch die Mutter nicht gutheißen und sich dies vielleicht auf den Jungen überträgt. Ich habe das Gefühl, dass die Autorität der Mutter untergraben wird (sicherlich gutmeinend). Aber falls das so ist, könnte ich mir vorstellen, dass der Junge inzwischen das Gefühl hat, wenn er kommt, wird er in Frage gestellt, nichts an ihm ist gut, hintenherum wird an ihm rumgedoktert und wenn er zur Mutter zurückkehrt wird er ihr als das mißratene Kind präsentiert (inclusive Jugendamtseinschaltung). Vertrauen wäre da nicht unbedingt zu erwarten.

Das ist sicherlich etwas überspitzt formuliert, ich weiß ja auch nichts genaues. Mein Kommentar ist nur eine Rückmeldung, wie ich das Vorgehen und das Problem verstehe. Vielleicht wären einige erklärende Details doch noch nötig?!

Gute Nerven und viele Grüße
trixi



[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 08.06.2009 um 20:40.]
Antworten Profil
Verfasst am: 08.06.2009 [22:19]
Lilale
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 07.06.2009
Beiträge: 5
Hallo Trixi,
wie Sie schon geschrieben haben, mehr Fragen als Antworten, aber ich versuche so gut es geht, sie zu beantworten.
Erstmal bin ich mit meinem Partner seit 4 Jahren zusammen, deshalb kenne ich seinen Sohn erst seit 4 Jahren. Natürlich haben wir langsam versucht ihn daran zu führen, dass der Papa eine neue Freundin hat. Es war nicht die geballte Ladung, wir sind die Neuen und jetzt akzeptiere uns, ganz im Gegenteil.
Kontakt gab es vorher genauso regelmäßig zwischen Vater und Sohn, seitdem Tag der Trennung der Eltern.
Ich möchte gerne betonen, dass wir nichts ohne das Wissen der Mutter unternommen haben und die Mutter immer über alles informiert wurde.
Zur Diakonie sind wir gegangen, weil wir nichts falsch machen wollten und die haben die Arbeit dann an das Jugendamt weitergeben müssen, weil die Diakonie dafür nicht mehr zuständig war.
Mit unserem Kinderarzt haben wir gesprochen, weil der Junge seit seinem 2. Lebensjahr nicht mehr zum Kinderarzt geht, weil der Mutter das zu anstrengend ist (eigene Aussage).
Es wird hier so dargestellt, als arbeiten wir hier gegen die Mutter, dem ist nicht so.
Wir sprechen über diese Probleme oder über seine Mom auch nicht in seiner Gegenwart.
Es geht uns einzig und allein um ihn, aber das wurde hier offensichtlich falsch verstanden.
Natürlich kann man nicht aus ein paar Zeilen den kompletten Fall interpretieren, um das Ganze zu schildern, müsste ich ein halbes Buch schreiben, aber etwas Hilfe habe ich mir schon erhofft.
Trotzdem danke für Ihre Zeit,
lg Lilale
Antworten Profil
Verfasst am: 08.06.2009 [22:36]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Lilale,
es ist verständlich, dass Sie sich um den Sohn Ihres Partners und um die Zukunft des Jungen Sorgen machen. Jedoch ist er den größten Teil der Zeit bei seiner Mutter und nur einen von 14 Tagen bei Ihnen. In dieser Zeit sind größere "Erziehungserfolge" natürlich nicht zu erreichen. Wenn die Mutter des Jungen andere Erziehungsprinzipien hat als Sie und Ihr Partner und das Verhältnis zu ihr offenbar nicht besonders gut ist, gibt es keine Möglichkeit, sie dazu zu bewegen, den Jungen anders zu erziehen, so lange sie ihn nicht vernachlässigt oder Ähnliches.

Versuchen Sie sich auf die Tage zu konzentrieren, an denen er bei Ihnen ist. Dann muss er sich natürlich an die bei Ihnen geltenden Regeln halten. Am wichtigsten scheint mir in Ihrer Situation für den einen Besuchtsag am Wochenende zu sein, dass Sie alle und natürlich insbesondere Papa und Sohn gemeinsame Zeit miteinander verbringen, die möglichst wenig konfliktbelastet ist und sich alle möglichst wohlfühlen.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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Chefredakteurin von "Gesundheit und Erziehung für mein Kind"
Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 09.06.2009 [13:06]
Lilale
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 07.06.2009
Beiträge: 5
Liebe Andrea,
danke für Ihre Antwort.
Ich denke jeder hat seine Erziehungsprinzipien und das ist auch gut so, daran möchte niemand etwas ändern.
Papa und Sohn verbringen viel Zeit miteinander, weil die Zeit sowieso immer viel zu kurz ist.
Aber das ändert nichts an der Tatsache, wie er sich entwickelt.
Ich hoffte auf einen Tipp für Beraungsstellen für "Eltern".
Vielen Dank für Ihre Bemühungen
lg Lilale
Antworten Profil
Verfasst am: 09.06.2009 [15:16]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Lilale,
da Sie geschrieben haben, Sie hätten schon mit der Diakonie zusammengearbeitet, war ich der Meinung, Sie hätten sich wegen Ihres Sohnes wohl schon an eine Erziehungsberatungsstelle gewandt. Denn etwas anderes kann ich Ihnen auch nicht empfehlen. Die Psychologen der nächstgelegenen Beratungsstelle (Adressen unter www.bke.de) können Ihnen dann auch genau sagen, wo es eventuell noch weiterführende Hilfen gibt. Das Angebot ist ja von Ort zu Ort immer wieder etwas anders.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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Chefredakteurin von "Gesundheit und Erziehung für mein Kind"
Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 11.06.2009 [13:41]
Patchmama
Newbie
Dabei seit: 11.06.2009
Beiträge: 1
Hallo Lilale,

ich finde es gut, dass ihr euch so um den Jungen bemüht. Es gibt genügend Eltern, die sich einen Dreck um ihre Kinder scheren. Ich bin echt begeisttert über eure Vorgehensweise. Nur leider seid ihr irgendwie in einer Sackgasse angelangt. Ich kann das nachvollziehen.
Vielleicht habt ihr schon mal was von systemischer Familienaufstellung gehört?. Es handelt sich um eine alternative Therapieform, bei der bestimmte Muster, die es in jeder Familie gibt, erkannt werden können und bearbeitet oder verarbeitet werden. Das Beste dabei ist, das Kind muss nicht mal dabei sein und es kann trotzdem "geheilt" werden. Auf jeden Fall würde man in einer Aufstellung erkennen, wo der Hase im Pfeffer liegt, warum sich das Kind so verhält, was die Ursachen sind. Und dann kann man ja gezielt weiter machen, mit welcher Therapieform auch immer. Die Aufstellungen zahlt natürlich nicht die Kasse- ist reine Privatsache- aber das Geld bestimmt wert.
WEnn du mehr erfahren willst...

Viele Grüße aus der Nähe von Leipzig
Antworten Profil
Verfasst am: 14.06.2009 [23:38]
Lilale
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 07.06.2009
Beiträge: 5
Hallo Patchmama,

danke für die Unterstützung!!!

Wir befinden uns in einer Sackgasse und ich würde nicht um Hilfe bitten, wenn ich der Meinung wäre, wir würden alles richtig machen.
Natürlich wollen wir nicht das Kind ändern, sondern unsere Sichtweise o.ä.auf jeden Fall wollen wir dem Jungen einfach nur helfen.
Mit Sicherheit haben wir Fehler gemacht, aber genau dass kann man ja raus finden und dazu sind wir gerne bereit, sonst würde ich unser "Problem" nicht in einem Forum besprechen wollen.
Würde gern mehr über die systematische Familienaufstellung wissen, bin sehr interessiert.

Vielen Dank nochmal und lg Lilale

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 14.06.2009 um 23:39.]
Antworten Profil
Verfasst am: 22.06.2009 [22:06]
panda
Newbie
Dabei seit: 22.06.2009
Beiträge: 1
Hallo Lilale, ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich hatte und habe eine ähnliche Situation. Seit 12 jahren wohnen die 2 Kinder meines Partners eine Woche bei uns und eine Woche bei Ihrer Mama. Der Große wohnt seit drei jahren in einer eigenen Wohnung. Das Verhältnis zu seinem Vater hat sich damit entspannt. Die "Kleine" (17) pendelt immer noch. Es ist sehr anstrengend für alle Beteiligten.
Würde es nicht mehr so machen. Allerdings hatten beide Elternteile Alltag und Freizeit gemeinsam mit den Kindern. Wir haben einen gemeinsamen Sohn, der Seine Schwester über alles liebt.
In Euren "Kleinen" kann ich mich gut hineinversetzen. Er kommt mit der Situation nicht klar, weil er einfach nicht versteht und auch nur hinnehmen muß. Es ist nicht einfach, aber wir müssen Geduld haben mit "unseren" Kindern. Du scheinst ihm viel davon entgegenzubringen und dich um sein Wohl zu sorgen. Verliere Deine Kraft und Deinen Glauben nicht. Er braucht viel Liebe und Vertrauen. Er wird diese Aufmerksamkeit irgendwann schätzen, hoffe ich sehr. Aber es darf keine falsche sein, nur aus Schukdgefühlen. Es braucht alles Zeit. Ich finde es gut, das ihr Euch auch Hilfe geholt habt.
Manchmal weiß ich auch nicht weiter, obwohl ich mich mirt seiner Tochter gut verstehe.
Alles Gute für Euch.
Antworten Profil
Verfasst am: 23.06.2009 [22:48]
Lilale
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 07.06.2009
Beiträge: 5
Hallo Panda,
vielen lieben Dank für die aufmunternden Worte und für das Verständnis.
Wir werden die Hoffnung nie aufgeben, denn wir lieben den Kleinen und was wir für ihn empfinden, lässt uns durchhalten.
Es ist schön zu hören, dass Menschen zugeben, dass es auch mal richtig schwierig sein kann.
Wenn es Probleme gibt, die Zwischenmenschliches betreffen, bekommt man kaum bis gar keine Hilfe.
Ich finde es sehr schade, denn hier geht es um Kinder die Hilfe brauchen und Erwachsene, die manchmal nicht wissen wie sie es machen sollen.
Ich kann gut nachvollziehen, wenn Du schreibst, Du würdest es nicht mehr so machen.
Unsere Aufmerksamkeit und Liebe ihm gegenüber ist ehrlich und aufrichtig, über so viele Jahre kann man es nicht spielen.
Es gibt keine Schuldgefühle, denn die Mutter hat sich damals getrennt wegen einem neuen Partner.
Und als wir uns kennenlernten, war klar meinen Partner gibt es nur mit Sohn und mich nur mit meinen Kindern und das war nie ein Thema.
Ich hoffe dass sich alles zum Guten wendet und der Kleine sich positiv entwickelt.
Ich wünsche Dir viel Kraft für Deine Familie und nochmals vielen Dank, dass Du so offen warst.
LG Lilale
Antworten Profil


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