Schlafprobleme
Hallo, ich muss etwas ausholen, glaube ich, damit ich unser Problem schildern kann. Mit Schlafproblemen hat ja so manches Kind (und die Eltern) zu kämpfen. Aber für uns ist das in dieser Form und Stärke neu, denn unser Sohn Finn (fast 2) hat schon früh allein und durchgeschlafen; nur vereinzelt und krankheitsbedingt hatten wir phasenweise „schlechte“ Nächte.
Auch in der Krippe, in der er seit einem halben Jahr ist, gab es nie Probleme. Im August schloss die Krippe für drei Wochen und mein Mann und ich hatten frei. In der ersten Ferienwoche fingen dann die Probleme an. Finn hat das heraus klettern aus dem Bett entdeckt und öfter Theater gemacht. Wir haben ihn immer wieder ruhig ins Bett gelegt und dann ist er irgendwann eingeschlafen.
Eine Woche später wurde es viel schlimmer und wir haben die Schlupfstäbe entfernt, weil uns das Rausklettern - teilweise unter panischem Schreien - zu gefährlich wurde. Wir haben ihn immer wieder zurück gebracht (einen Abend tatsächlich über 70 Mal!) und ihm erzählt, dass wir in seiner Nähe sind und alles in Ordnung sei. Im Halbschlaf hat er dann sogar „vergessen“, dass er normal aus dem Bett gehen kann und sich beim Rüberklettern ein paar Verletzungen (blaues Auge, blaue Nase,..) zugezogen. Seitdem schläft er in dem umgebauten Kinderbett (also ganz ohne Gitter).
Doch schläft er nur ein und durch, wenn einer von uns anwesend ist. Gehen wir, wie sonst üblich, nach dem Singen aus dem Zimmer, fängt er sofort bitterlich an zu weinen und kommt hinterher. Manchmal zittert er auch. Deswegen gehe ich davon aus, dass er wirklich Angst hat. Andere Eltern meinen, er trotze nur, aber wie das aussieht, erleben wir auch am Tag und Abends ist es ganz anders.
Wenn er nachts wach wird, schreit er auch sofort nach einem von uns (obwohl er ja sogar wissen müsste, dass wir daneben liegen) und wird dann ruhig, wenn ich sage, dass ich da bin. Sonst brabbelte er halt ein bisschen und ist wieder allein eingeschlafen.
An unserem Abendritual (Puppe ins Bett bringen, Buch lesen, kuscheln, Lied singen, Spieluhr anmachen) haben wir nichts geändert und wir können auch keinen Auslöser für die Angst festmachen.
Seit fast drei Wochen geht er wieder in die Krippe und auch da muss nun einer an seinem Bett sitzen bis er schläft. Seit den Schlafproblemen hat er auch Angst vor einem ganz bestimmten Mitmach-Spiel (Löwenjagd: die Kinder trampeln durch den Wald, schwimmen durch einen See usw. bis sie an eine Höhle mit einem Löwen ankommen und vor ihm weglaufen, die versch. Stationen in umgekehrter Reihenfolge – aber schnell – ablaufen und am Ende die Haustür zuknallen und erleichtert sind), an dieser Stelle (Tür zu knallen) fängt er nun immer an zu schreien/ weinen...
Über Tag ist alles in Ordnung. Finn guckt nur zu gerne Bücher an und will sie vorgelesen bekommen. Wir sind oft draußen, er lacht viel, spaßt gerne rum, ist mutig und traut sich viel zu. Zur Zeit trotzt er etwas, aber das ist halb so wild (nur für die Einschätzung, wie er sonst so ist).
Seit einer Woche geben wir ihm Abends Phosphorus D12, aber merken keine Veränderung.
Kann jemand sagen, ob das wirklich Angst ist, was ihn plagt? Und wie wir damit umgehen sollen? Wir sind wirklich ratlos, weil konsequentes Handeln rein gar nichts gebracht hat. Wir wollen das aber auch nicht einfach als trotzen abtun.
Vielleicht weiß ja jemand einen Rat.
Danke!
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