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Protest und Wut - neu für unseren 8-Jährigen


Autor Nachricht
Verfasst am: 17.01.2010 [23:25]
Kaggen
Alter Hase
Themenersteller
Dabei seit: 10.06.2008
Beiträge: 25
Hallo

Unser 8-jähriger Sohn ist im grossen und ganzen ein Kind, mit dem wir bisher selten "Erziehungsprobleme" hatten. Seit ein paar Monaten bin ich manchmal aber etwas ratlos, wie ich auf ihn reagieren soll. Seine liebsten Hobbies sind Lego, Comics lesen und Computer. Letzteres bis vor Kurzem ausschliesslich Lernspiele, neu hat er nun das Spiel "Lego Star Wars", was ich gar nicht mag weil es meiner Meinung nach keinen pädagogischen Wert hat.
Seit einigen Tagen habe ich mit diesem Spiel eine klare Zeitgrenze gesetzt: Während der Woche gar nicht, am Wochenende täglich eine halbe Stunde. Lernspiele (Findus&Petterson usw.)darf er bis zu einer Stunde pro Tag spielen. Davon macht er kaum Gebrauch.

Seit einigen Monaten ist es nun so, dass er - sobald etwas nicht so läuft wie er sich das vorstellt - agressiv reagiert. Entweder mit gleichzeitigem Fluchen und/oder Türenknallen und/oder Verweigerung. Will ich mit ihm sprechen, fruchtet das gar nichts. Umarmen hilft. Natürlich hätte ich gerne, dass er mir wenn er sich nervt, dies sagen kann ohne diese Ausbrüche. Kann ich das von ihm erwarten? Ist dies eine Phase?

Eventuell hängt es auch damit zusammen, dass wir vor 6 Monaten von einem anderen Land hierher gezogen sind und er sicher nach wie vor grosse Herausforderungen hat, sich in der Schule und mit neuen Freunden zu behaupten. Wie kann ich ihm hier am besten helfen und ihm zeigen, dass wir für ihn da sind?

Noch vor einem Jahr konnte er gut ausdrücken wenn ihn etwas störte und auch Lösungsvorschläge bringen. Nun scheint das nicht mehr möglich zu sein. .. Vielen Dank für Ihre Tipps.
Antworten Profil
Verfasst am: 18.01.2010 [00:13]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Kaggen.
ich vermute stark, dass Ihr Sohn nach Ihrem Umzug vor 6 Monaten noch immer nicht ganz "angekommen" ist. Anderes Land, neue Schule, Einleben in eine neue Klassengemeinschaft (vielleicht auch manchmal Hänseleien oder Ausgrenzungen - fragen Sie einmal behutsam nach!) - das ist wirklich ein ordentliches "Paket" für einen Achtjährigen.

Deswegen gerät Ihr Sohn momentan schnell aus der Fassung, wenn etwas nicht so läuft, wie er sich das wünscht. Ich würde ihm zugestehen, dass er erst mal seiner Wut Ausdruck verleiht (Tipps dazu finden Sie z.B. hier: www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/wutanfaelle-bei-kindern-1.html).

Drücken Sie Verständnis dafür aus, dass er wütend ist, wenn Sie ihm etwas verbieten. Erklären Sie ihm aber, wenn er sich wieder beruhigt hat, warum Sie trotzdem nicht nachgeben werden oder suchen Sie, wenn möglich, nach einem für beide Seiten annehmbaren Kompromiss (z. B. in Bezug auf das Computerspiel, dass er sich unter der Woche zusätzliche Spielzeit "erarbeiten" kann, wenn er freiwillig etwas für die Schule übt oder etwas liest). Ermuntern Sie Ihren Sohn, Lösungsvorschläge zu machen, auch wenn er das momentan erst nach und nicht STATT eines Wutanfalls kann.

Stellen Sie klar, was für Sie im Wutanfall eine annehmbare Strategie des Abreagierens ist und was nicht, etwa: Fluchen ist nicht okay, aber schmollend in die Ecke (oder ins Kinderzimmer verziehen) und erst mal die Mitarbeit verweigern schon. Das heißt aber nicht, dass er sich so vor der Aufgabe grundsätzlich drücken kann - er muss sie dann eben später erledigen.

Ich denke, Ihr Sohn braucht momentan eine Menge Geduld und Verständnis, aber diese Phase wird wieder bvorübergehen (bis zur Pubertät ist es ja noch ein Weilchen hin!).

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz


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Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 18.01.2010 [11:32]
Kaggen
Alter Hase
Themenersteller
Dabei seit: 10.06.2008
Beiträge: 25
Danke herzlich. Das hat mir viel geholfen. ich werd's mal so versuchen.

Liebe Grüsse
Kaggen
Antworten Profil


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