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Thema mit vielen Antworten

Sauberkeitserziehung


Autor Nachricht
Verfasst am: 12.01.2011 [18:46]
brimi
Alter Hase
Themenersteller
Dabei seit: 28.04.2009
Beiträge: 23
Guten Abend,

ich benötige bitte einen Rat. Mein Sohn 3 Jahre 2 Monate ist was Pipi angeht tags und nachts trocken. Er braucht die Windel nur noch wenn er sein großes Geschäft machen muss. Allerdings hat er vor einem Monat, als ich keine Windel dabeihatte in einem Restaurant AA in die Toilette gemacht und am Tag darauf auch bei uns zuhause. Ich habe ihn beide Male kräftig gelobt, es gab auch ein Geschenk. Dann verlangte er auf ein Mal wieder nach der Windel. Nun bereite ich ihn seit einer Woche darauf vor, dass es wenn das Windelpaket aufgebraucht ist, keine neuen Windeln mehr gibt. Wir haben nur noch 3 Windeln. Er hat ja schon bewiesen, dass er es kann. Ich bin aber auch unsicher, ob dies der richtige Weg ist. Was meinen Sie? Sollte ich es einfach mal probieren, ob es klappt?

Ganz LG
brimi
Antworten Profil
Verfasst am: 12.01.2011 [21:36]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe brimi,
viele Entwicklungsschritte verlaufen bei Kindern nicht gradlinig, sondern eher im Zickzack: einen Schritt vor, dafür auch wieder mal einen Schritt zurück, sodass manches, was schon einmal funktioniert hat, dann wieder nicht mehr klappt. Für Ihren Sohn ist mit 3 Jahren und 2 Monaten noch keine Eile geboteng, um auch den Stuhlgang unter Kontrolle zu bekommen.

Sie haben bereits angekündigt, dass es keine Windel mehr gibt, wenn das vorhandene Päckchen leer ist. Probieren Sie aus, ob Ihr Sohn damit klarkommt (ein bis zwei Tage lang). Braucht er nur noch einen letzten kleinen "Schubs" in seiner Sauberkeitsentwicklung, kann Ihre Strategie gerade die richtige sein. Ist er für die Aufgabe der Windel jedoch definitiv noch nicht bereit, sollten Sie nicht zu viel Druck ausüben und im Zweifelsfall wieder zur Windel zurückkehren.

Ansonsten kann es passieren, dass er tagelang den Stuhlgang verweigert, der Stuhl hart wird und der irgendwann doch unvermeidliche Stuhlgang schmerzhaft ist, sodass Ihr Sohn aufgrund der schlechten Erfahrung erneut den Stuhlgang einhält. Daraus kann sich gerade in der Phase des Sauberwerdens schnell eine hartnäckige Verstopfung entwickeln. Das sollten Sie nicht riskieren. Dann lieber ohne Zwang zur vertrauten Windel zurückkehren und abwarten, bis Ihr Sohn bereit ist, von sich aus auf die Windel zu verzichten.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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Chefredakteurin von "Gesundheit und Erziehung für mein Kind"
Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 13.01.2011 [09:51]
brimi
Alter Hase
Themenersteller
Dabei seit: 28.04.2009
Beiträge: 23
Vielen herzlichen Dank liebe Frau Schmelz! Sie haben mir geholfen, ich probiere es einfach mal aus.
LG
brimi
Antworten Profil
Verfasst am: 03.03.2011 [09:49]
Marli
Newbie
Dabei seit: 03.03.2011
Beiträge: 1
Hallo,

ich bin mittlerweile ziemlich ratlos. Mein Sohn wird in 2 Monaten 5 Jahre und verweigert nach wie vor beim Stuhlgang die Toilette, sondern will nur in die Windel machen. Es gibt dazu auch eine Vorgeschichte, denn dieses Thema haben wir seit er 2,5 ist und eine völlig inkompetente Erzieherin ihn auf das Töpfchen mit Gewalt gezwungen hat, weil er dort nicht Pipi machen wollte, aber musste. Danach hatten wir wochenlang eine schreckliche Zeit mit Stuhleinhalten, bis ich es dann mit Belohnungsprinzip hinbekam, dass er ihn wenigstens in die Windel wieder macht. Ich war der Meinung, irgendwann kommt es von selbst, dass er dann doch eines Tages zur Toilette geht, aber daran ist immer noch lange nicht zu denken. Ich habe jetzt vor 3 Tagen wieder mal einen neuen Anlauf gewagt, alle Windeln entsorgt und gesagt, dass er da nicht mehr hineinpasst und er von nun an für jeden Stinki der in die Toilette geht, eine Süßigkeit bekommt als Belohnung. Ansonsten gibt es vorerst keine Süßigkeiten mehr, die sind jetzt nur noch als Belohnung da. Das Ende vom Lied ist jetzt, dass er seit 3 Tagen den STuhlgang "verdrückt" und ich jetzt überlege heute ihm Milchzucker zu verabreichen, damit wir keine Verstopfung kriegen. Was soll ich nur tun? Ihm doch noch mehr Zeit einräumen? Aber ich sehe nicht, dass er von selbst irgendwann sagt, er geht zur Toilette (obwohl das mit dem Pipi wie gesagt seit 2,5 super klappt, selbst nachts haben wir seit einem Jahr nicht einen Unfall gehabt). icon_frown.gif icon_rolleyes.gif Haben Sie noch Ideen?
Antworten Profil
Verfasst am: 03.03.2011 [11:36]
maryfit4
Newbie
Dabei seit: 03.03.2011
Beiträge: 1
Guten Tag Frau Schmelz, ich habe aufmerksam die Tipps zur Sauberkeitserziehung von Ihnen im Forum gelesen vielleicht können Sie mir auch helfen. Mein Sohn ist bereits 5 Jahre und möchte sein großes Geschäft nicht auf die Toilette machen. Er bekommt Movicol da ansonsten das Kotschmieren anfängt. Mit drei Jahren hat mein Sohn eine Darmspiegelung bekommen um organische Ursachen auszuschließen. Er hat ein verlangsamter Verdauungsablauf als andere Kinder. Deshalb bekommt er Movicol. Er macht immer in eine Windel und nur in einer bestimmten Sitzweise. Wenn wir Toilettentraining machen sagt er das dauert solange und er hört auf zu drücken wenn einwenig rausgekommen ist. Ich habe alles versucht das wir ins Spielzeug gekauft bekommt beim Toys r Us. Aber es ist wie ein Zwang immer wieder versteckt er sich und macht in die Windel oder Hose. Er ist ansonsten total fit und alles ist normal nur das Große Geschäft klappt nicht. Er hatte in der Verangenheit mit Einläufen schlechte Erfahrungen mit Ärzten. Haben Sie einen Tipp? Der Kinderarzt meint das es von ganz alleine kommt das er irgendwann keine Angst hat auf die Toi zu gehen. Beste Grüße maryfit
Antworten Profil
Verfasst am: 05.03.2011 [21:23]
Annymelly
Newbie
Dabei seit: 05.03.2011
Beiträge: 3
Hallo Frau Schmelz,

mein Sohn ist 3 Jare und 4 Monaten alt. Tagsüber und auch nachts ist er schon lange trocken. Trägt auch kein Windel. Aber mit dem "Stinker" klappt es bei ihm noch nicht. Ich versuche es auch schon seit ca 1,5 Jaren. Es gab ein Paar Male, dass er es in das Töpfchen gemacht hat(als er 2 Jare alt war), aber jetzt macht er sich ganz schwer. Er möchte sich nicht auf das Töpfchen draufsetzen, auch wenn ich ihm dazu überrede, dann sitzt er nur da und es passiert nichts, auch wenn er den Bedürfnis hat.
Am liebsten tut er das, wenn er auf dem Popo sitzt. Er macht ca 3-4 mal pro Tag in das Höschen und es sind immer nur kleine Mengen. Wenn ich zu aufdringlich werde, dann hält er sein Stuhl an.
Ich habe auch schon mit der Belohnung probiert, aber das interessiert ihn überhaupt nicht.
Haben Sie vielleicht ein Rat für uns?

Lg Ann

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 05.03.2011 um 21:25.]
Antworten Profil
Verfasst am: 06.03.2011 [23:52]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Marli,
Ihr Sohn hat nach dem "Zwangserlebnis" mit der Erzieherin vor mehr als 2 Jahren vermutlich immer noch Angst, die Kontrolle über seine Ausscheidungen zu verlieren und wieder zu etwas gezwungen zu werden. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass er jetzt wieder mit Verweigerung reagiert, als Sie - ebenfalls mehr oder minder zwangsweise - die Windeln entsorgt und entschieden haben, dass er seinen Stuhlgang jetzt auf der Toilette erledigen muss.

Da Ihr Sohn den Stuhl jetzt schon seit 3 Tagen verhält, ist dieser inzwischen sicher hart, sodass ein sanftes Abführmittel wie Milchzucker sinnvoll ist. Gleichzeitig würde ich ihm aber auch die Windel zurückgeben. Da Ihr Sohn offenbar immer noch nicht bereit ist, auf die Windel zu verzichten, sollten Sie den Übergang von der Windel auf die Toilette sanfter gestalten und ihm die Windel schrittweise abgewöhnen.

Hier eine kleine Anleitung dazu, die sich an verhaltenstherapeutischen Grundsätzen orientiert:
Wenn Ihr Kind nur mit der Windel "kann", spricht nichts dagegen, dass es sich zunächst mit Windel auf die Toilette oder den Topf setzt. Wenn es mehrere Tage damit problemlos im Sitzen sein Geschäft gemacht hat, können Sie versuchen, die Windel während des Stuhlgangs offen zu lassen. Kann Ihr Kind auch das akzeptieren, können Sie die Windel Schritt für Schritt immer weiter nach vorne heraus ziehen, sodass sich der nackte Po Ihres Kindes irgendwann ohne Windel über der Toilette oder dem Töpfchen befindet.

Kann Ihr Kind plötzlich nicht mehr, sind Sie zu schnell vorgegangen und sollten nochmal einen Schritt zurückgehen. Und zwar auf die Stufe der Windelentwöhnung, die noch problemlos geklappt hat.

Ich hoffe, dass Sie Ihren Sohn auf diese Weise von der Windel "entwöhnen" können!
Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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Verfasst am: 07.03.2011 [00:09]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe maryfit4,
Sie schreiben, dass Ihr Sohn Movicol benötigt, weil seine Verdauung zu langsam ist. Kann es sein, dass er außerdem versucht, den Stuhlgang zurückzuhalten? Sie schreiben, er versteckt sich und macht dann in die Windel. Ich vermute, er will sichergehen, dass Sie ihn nicht abfangen und zu einer Toilettensitzung zwingen. Diese boykottiert er mehr oder minder, da er nach einer kleinen Menge Stuhlgang abbricht. Ist der Stuhl denn trotz Movicol so fest, dass er sich richtig plagen muss? Wenn ja, sollten Sie das mit dem Kinderarzt absprechen, um ggf. die Movicol-Dosis anzupassen.

Um Ihrem Sohn die Gewöhnung an die Toilette zu erleichtern, können Sie das im Beitrag oben beschriebene Vorgehen zum langsamen Abgewöhnen der Windel einsetzen. Möglicherweise braucht Ihr Sohn zusätzliche Motivation und Unterstützung. Ich kann Ihnen hierzu das Buch "Ich schaffs! Spielerisch und praktisch Lösungen mit Kindern finden" von Therapeut Ben Furman (Verlag Carl Auer, 19,95 Euro) empfehlen. Es handelt sich um ein Buch für Eltern, Erzieher und Therapeuten, das sich auf die Lösung von Problemen konzentriert (nicht auf die Ursachenforschung, wie so manch anderes Buch!) und das einem Hilfen an die Hand gibt, zusammen (!) mit dem Kind ein Problem anzugehen und das Kind sinnvoll zu motivieren.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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Verfasst am: 07.03.2011 [00:27]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
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Beiträge: 1612
Liebe Annymelly,
Sie schreiben, dass Ihr Sohn mehrmals täglich nur kleine Mengen Stuhl in den Slip macht. Ich vermute, es könnte sich dabei um ein so genanntes "Kotschmieren" handeln. Dieses tritt bei einer chronischen Verstopfung auf, wenn der Darm quasi "überläuft" und sich unwillkürlich kleine Mengen Stuhlgang entleeren. Bitte sprechen Sie als Erstes mit Ihrem Kinderarzt, denn wenn eine Verstopfung zugrunde liegt (möglicherweise bedingt dadurch, dass Ihr Sohn den Stuhl einhält), kann vorübergend ein für Kinder geeignetes Abführmittel (Movicol oder Lactulose) erforderlich sein.

Haben Sie eine Idee, warum Ihr Sohn das Töpfchen so vehement meidet? Würde er lieber mit einem so genannten Toilettertrainer (Sitzverkleinerer mit Stufe zum Raufsteigen) auf die Toilette gehen? Ist es ihm zu langweilig auf dem Topf? Haben Sie es schon mit Büchern zum Thema Sauberkeitserziehung versucht, z.B. "Der kleine Klo-König"? Was würde passieren, wenn Sie mit Ihrem Sohn vereinbaren, dass er für den Stuhlgang wieder eine Windel bekommt (damit der den Stuhl nicht mehr zurückhält) und Sie ihm die Windel dann Schritt für Schritt abgewöhnen, wie ich das in den beiden obigen Beiträgen beschrieben habe?

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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Verfasst am: 07.03.2011 [11:10]
Annymelly
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Beiträge: 3
Hallo Frau Schmelz,
danke für Ihre schnelle Antwort. Ich glaube nicht, dass mein Sohn die Windel vermisst. Im Kindergarten trägt er einen und macht sein Geschäft in die Windel. Er sagt auch, dass er keine Windel mehr tragen will. Er trägt auch keinen, nur im Kindergarten muss er eine anhaben, da sich sein großes Geschäft noch nicht normalisiert hat.
Wir setzen uns jetzt zusammen auf die Toilette, er und ich. Ich halte ihn fest und versuche zu helfen. Aber er sieht das mehr als Spiel an. Er macht das gern, aber wenn er tatsächlich ein Bedürfnis hat, dann setzt er sich auf seinen kleinen Popo und druckt. Dabei ist er immer ganz rot und es kommt nicht wirklich viel.
Ich habe schon mit dem Kinderarzt geredet und erzählt, dass er sein Stuhl zurückhält. Der Arzt meinte, dass er noch mit sich selbst diskutiert und irgendwann wird er feststellen, dass es nicht so schlimm ist loszulassen. Ich kann aber nicht mehr ansehen wie er sich quellt.
Wieso er das Töpfchen verweigert weiß ich nicht. Vielleicht war ich irgendwann zu aufdringlich. Aber ich versuche immer ihn zu überreden, zu erklären, ohne Zwang. Es war immer schon so, dass er das Töpfchen und auch das Klo nicht wollte. Früher war er ganz dagegen, jetzt setzt er sich drauf und sitzt ohne was zu machen.
Ich habe noch eine Frage: wenn ich sehe, dass mein Sohn druckt kann ich ihn auf die Toilette setzen oder darf man dabei lieber nicht stören?
Ich bedanke mich bei Ihnen ganz herzlich für Ihre Hilfe.

Lg Ann

P.S. Natürlich gehen wir bald diesbezüglich zum Kinderarzt.
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