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Schreiattacken mit 16 Monaten


Autor Nachricht
Verfasst am: 24.05.2011 [06:49]
gdimova
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 23.05.2011
Beiträge: 1
Sehr geehrte Frau Dr. Schmelz,
meine Tochter ist 16 Monate alt und seit einiger Zeit ziemlich "laut" geworden. Bevor wir zu zweit zu meinen Eltern ins Ausland geflogen sind, war sie ein ganz ruhiges und fröhliches Kind. In dem unbekannten Haus meiner Eltern aber hatte sie Angst und ich musste sie sehr oft herumtragen. Wenn ich das nicht konnte, hat sie geschrien und geweint bis ich sie wieder genommen habe. Seit wir wieder zu Hause sind geht es so weiter, nur jetzt schreit sie für jede Kleinigkeit: wenn ich gerade mit ihr nicht spielen kann oder wenn ihr etwas nicht gleich so gelingt wie sie möchte. Dann legt sie sich auf den Boden und hört nicht auf zu weinen und schreien, auch wenn ich sie hoch hebe. Mein Mann und ich haben versucht es in ruhe zu erklären nicht so zu schreien und die Gründe warum das nicht akzeptabel ist. Wir haben auch versucht laut stark klar zu machen, dass sie aufhören soll. Wir haben auch versucht ihr Verhalten zu ignorieren (damit ist die Situation noch mehr eskaliert). Es ist uns klar, dass sie mit 16 Monaten nicht alles versteht, was wir sagen, dennoch versteht sie sehr wohl, wenn wir ernsthaft sprechen. Trotzdem hilft das am meisten nur für 30 sek. und dann fangt sie wieder an zu schreien.
Was können wir machen? Abwarten, in der Hoffnung, dass diese Phase bald von selbst abklingt, oder? Wir haben sie bis jetzt nicht bestraft, da wir glauben, dass sie es so wieso nicht versteht.

Hier einige kurze Beispiele:
Sie spielt ruhig mit dem Kinderwagen und wie aus heiterem Himmel beginnt sie plötzlich zu schreien.
Sie ist im Garten und versucht den Besen auf der Wiese zu schieben. Dies funktioniert natürlich nicht und sie wirft den Besen auf den Boden und beginnt zu schreien.
Sie möchte etwas haben, dass sie nicht darf (z.B. Hendy, Messer, Fernbedienung, oder andere Dinge, die gefährlich sind oder sie nicht haben darf), und wir es ihr nicht geben, beginnt sie zu schreien und weinen, wirft sich auch auf den Boden, oder hängt auf dem Hosenbein fest.

Vielen Dank und liebe Grüße.

G. Dimova
Antworten Profil
Verfasst am: 24.05.2011 [22:16]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Frau Dimova,
auch wenn Ihre Tochter mit 16 Monaten noch nicht direkt in der Trotzphase ist, hat sie schon einen eigenen Willen und möchte ihren Kopf durchsetzen. Als Sie bei Ihren Eltern zu
Besuch waren, hat Ihre Tochter gelernt, dass Sie sich ihr sofort zuwenden und sie auf den Arm nehmen, sobald sie schreit. Dieses erfolgreiche Verhalten, das ihr immer die sofortige Aufmerksamkeit von Mama eingebracht hat, behält sie jetzt natürlich bei, so lange sie etwas damit erreichen kann.

Damit das Schreien bei der kleinsten Kleinigkeit wieder weniger wird, gibt es nur eines: Sie müssen es ignorieren. Denn nur, wenn sich dieses Verhalten für Ihre Tochter nicht mehr lohnt, wird sie es auch wieder sein lassen. Natürlich sollen Sie Ihre Tochter als Person nicht ignorieren! Kuscheln Sie viel mit ihr, wenden Sie sich ihr zu, wenn sie nicht schreit usw. Natürlich werden Sie auch auf Ihre Tochter eingehen, wenn sie Trost oder Hilfe braucht (z.B. weil etwas nicht klappt), sie sich wehgetan hat, völlig übermüdet ist oder Ähnliches.

Will sie jedoch nur ihren Kopf durchsetzen und schreit deshalb, können Sie sie zunächst vorwarnen: "Ich mag es nicht, wenn du so schreist. Wenn du nicht aufhörst, gehe ich raus." und das machen Sie dann auch, wenn sie weiterschreit. Wenn Ihnen das zu hart erscheint, können Sie ankündigen, dass Sie sich die Ohren zuhalten und das Geschrei dann nicht mehr hören (auch wenn das leider nicht so ganz stimmt). Wichtig ist nur, dass Ihre Tochter mit ihrem Geschrei nichts mehr erreicht - höchstens, dass Mami dann nicht mehr hinhört oder schlimmstenfalls den Raum verlässt. Dann hat sie nicht wie früher Ihre Aufmerksamkeit bekommen, sondern - im Gegenteil - Mamas Aufmerksamkeit eingebüßt. Und da lohnt sich das Geschrei auf Dauer dann doch nicht mehr...

Herzliche Grüße und gute Nerven
Ihre
Andrea Schmelz

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