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Stinker-Krieg!


Autor Nachricht
Verfasst am: 15.05.2009 [22:12]
Adine
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2008
Beiträge: 16
Hallo,

mein Sohn ist 3 1/2 J., er macht seinen Stinker noch in die Windel (sonst geht er auf die Toilette). Das ist ja häufig so, und für uns soweit akzeptabel. Das viel größere Problem ist, dass er den Stinker partout nicht hergeben will! D.h. er würde ihn am liebsten stundenlang in der Windel behalten, was in der Kinderkrippe auch schon mal passiert ist. Auch wenn wir z.B. unterwegs waren und keine Wickelmöglichkeit hatten, hatte er den Stinker schon länger drin, so daß ihm der Popo ganz schön weh tat. Aber das schreckt ihn überhaupt nicht, beim nächsten Wickeln wieder ein mordsmäßiges Theater zu machen (einen Dreijährigen kann man ja auch nicht mehr einfach festhalten) Wir haben schon alle möglichen Tricks probiert unter anderem seine Stinker zu fotografieren (!!) damit er sie "aufheben" kann. Aber der Erfolg hielt nur ein paar Tage, jetzt brüllt er wieder als würde man ihm nach dem Leben trachten!
Wir sind echt ratlos und auch ziemlich genervt!
Adine
Antworten Profil
Verfasst am: 16.05.2009 [00:08]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Adine,
für Ihren Sohn ist der Stuhlgang ein Teil von ihm selbst und deshalb hat er große Schwieirgkeiten, sich davon zu trennen. Dieses Problem haben alle Kinder mehr oder minder bei der Sauberkeitserziehung (deshalb heißt es nach Freud auch "anale Phase"!), aber meist weniger ausgeprägt als Ihr Sohn.

Ich finde Ihre Problemlösung mit dem Fotografieren super-kreativ - schade, dass es nicht länger genützt hat und der Effekt schon wieder verflogen ist.

Das "Trennungsproblem vom Stuhlgang" ist zwar nur eine Phase, kann aber, wie bei Ihnen, ziemlich mühsam sein. Mir fallen als Problemlösung drei Dinge ein, die Sie versuchen könnten:

1) Bieten Sie Tauschgeschäfte an. Wenn Ihr Sohn seinen Stinker hergibt, bekommt er etwas von Ihnen dafür. Sicherlich gibt es etwas, wofür er sich begeistern kann (Sticker, kleine Autos, Sandförmchen?). Sie können ihm auch in Aussicht stellen, dass er bei einer bestimmten Anzahl von eingetauschten Gegenständen noch einen tollen Ausflug machen darf, z.B. ins Schwimmbad oder in den Zoo.

2) Verabschieden Sie den Stinker würdig. Gehen Sie nach dem Wickeln zusammen mit ihm und der vollen Windel zur Toilette und lassen Sie ihn den Stinker selbst im Klo hinunterspülen. Sie können der "Zeremonie" durch ein selbst gedichtetes Lied (so a la "Alle meine Stinker schwimmen jetzt im Klo") mehr Durchschlagskraft verleihen. Vielleicht nehmen Sie auch einen Blumenzerstäuber oder eine leere Deo-Spray-Flasche, füllen diese mit Wasser auf und geben ein paar Tropfen von Ihrem Parfüm oder einem ätherischen Öl hinein und das darf Ihr Sohn nach dem Runterspülen selbst im Bad/Klo vernebeln, damit es wieder gut riecht. Die ganze Zeremonie muss für ihn so attraktiv sein, dass er den "Verlust" des Stinkers dafür verschmerzen kann.

3) Hilfreich könnte auch sein, ein Bilderbuch zum Thema Kanalisation anzusehen (kleine Jungs sind ja oft "technikbegeistert") und herauszufinden, wo der Stinker dann hingeht und was mit ihm passiert. Wir hatten mal ein Wimmelbilderbuch, in dem auf einer Doppelseite auch die Kanalisatin zu sehen war (ich weiß leider den Titel nicht mehr). Vielleicht wäre auch das Buch "Licht an! Unter der Stadt" geeignet (diesen Band kenne ich aber nicht und vermute nur anhand des Titels, dass er geeignet sein könnte).

Herzliche Grüße und gute Nerven!
Ihre
Andrea Schmelz





[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 16.05.2009 um 00:09.]

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Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 16.05.2009 [21:13]
Adine
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2008
Beiträge: 16
Hallo Frau Schmelz,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Meine Frage wäre noch: entwickeln oder erziehen? KANN er einfach noch nicht und wir überfordern ihn? Sie schreiben, dass diese Trennungsschwierigkeit eine Phase ist - bedeutet das wiederum, dass man das Ende der Phase nicht beschleunigen kann (durch ihre Tipps), sondern lediglich so lange die Tricks anwendet (um es einigermaßen erträglich zu machen), bis mein Sohn aus dieser Phase raus ist?
Hat diese Phase auch mit der entwicklungsbedingten Fähigkeit zu tun, dass kleine Kinder teilen können? Das kann mein Sohn nämlich auch noch nicht wirklich.
Gibt es ein Mindestalter, ab wann Kinder sich dementsprechend entwickelt haben sollten??
Würde mich freuen nochmal etwas von ihnen zu lesen!
Viele Grüße,
Adine
Antworten Profil
Verfasst am: 17.05.2009 [04:22]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Adine,
Sie könnne mit meinen Tipps versuchen, Ihren Sohn dahin zu bringen, dass er sich von seinem Stuhlgang trennen kann. Das müsste in diesem Alter normalerweise schon möglich sein und ist KEINE Überforderung. Es ist also keine Phase, die man einfach abwarten muss - Sie können hier schon aktiv werden und Ihren Sohn unterstützen. Wenn Sie aber einfach abwarten würden, würde sich das Problem irgendwann auch von alleine lösen - ich kann Ihnen aber nicht vorhersagen, wann genau das sein wird.

Ja, das Teilen und das "Hergeben" des Stuhlgangs gehören in die selbe Schublade. Aber es ist völlig normal, dass Kinder erst ab einem Alter von drei Jahren langsam beginnen, das Teilen zu lernen. Das ist ein Prozess, der sich entwickeln muss und das geht nicht von heute auf morgen, sondern muss immer wieder eingeübt werden. Erst wenn Kinder fähig sind, die Gefühle von anderen wahrzunehmen und darauf mitfühlend zu reagieren, schaffen sie es, dem anderen zuliebe mal etwas abzugeben. Tipps zum Teilenlernen finden Sie übrigens hier: www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/erziehung-tipps/art/tipp/teilen-lernen-anfangs-gar-nicht-so-leicht.html

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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