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Tipps zum Verhalten beim Selbständigwerden (2-jähriges) z.B. Buggiloslösung gesucht
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Verfasst am: 10.02.2011 [00:04]
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Inike
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 24.02.2010
Beiträge: 4
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Liebe Frau Schmelz, hallo zusammen, ich habe gerade einige Beiträge zum Thema Trotzphase (z.B. "extremer Wutanfall") gelesen. Solche extremen Anfälle kommen bei uns auch vor. Mich interessieren nochmal Tipps, wie am besten damit umgehen im konkreten Anwendungsfall. Ein Beispiel ist das Fahren mit dem Buggi: morgens, wenn es zügig zum Kindergarten gehen soll, fährt meine Tochter (auch noch bisschen müde) gerne mit. Aber z.B. wenn wir nachmittags / am Wochenende mit der Straßenbahn fahren wollen (z.B. Besuch machen, Einkauf), dann will meine Tochter nicht mehr im Wagen sitzen, sondern laufen - nachvollziehbar. In der Straßenbahn ist das aber unter Umständen gefährlich. Sie will aber nicht auf dem Platz sitzen bleiben und auch nicht sich irgendwo festhalten (ist sehr bewegungsfreudig). Sie will rumlaufen durch die ganze Bahn. Mal abgesehen davon, dass das schwierig ist, wenn die Bahn voll ist (dann kann man wenigstens weniger hart umfallen), ist es bei leererer Bahn eben gefährlich. Es nützt aber kein Reden mit Erklärung und kein wiederholtes Hinsetzen / -stellen an einen Griff - sie macht, was sie will. Auch heftiger umgeflogen ist sie schon. Wenn ich ihr ankündige, sie bei diesem Verhalten zurück in den Wagen zu setzen, wirkt das ca. 1 Sekunde. Wenn ich das dann tue (mache ich), dann schreit sie ohrenbetäubend die Bahn zusammen. Genauso wie heute im Mediamarkt - musste ein paar Fotos auswählen / ausdrucken lassen (hat nicht sehr lange gedauert), habe ihr wieder gesagt, wenn sie nicht in Sichtweite bleibt, dann muss sie in den Buggi (3x angekündigt, dann getan, weil sie im Mediamarkt kurzzeitig rumspaziert ist außer Sichtweite - irgendwer hätte sie mitnehmen können, sie hätte einen Fernseher runterreißen können auf ihren Kopf drauf, Treppe runterfliegen etc.) Kurz, ich will natürlich, dass sie bei mir in der Nähe bleibt. Aber sie hört nicht. Zurück in den Wagen buggsiert, wird natürlich gebrüllt, dass der Mediamarktberater seine Beratung vergessen kann. -> ist das richtig so mit dem Fixieren im Wagen (Selbstschutz)?? -> wenn nein, die läuft einfach weg mit allen o.g. möglichen Konsequenzen ... (habe es mal bei mir vor dem Haus auf dem Spielplatz getestet, bin ins Haus gegangen, weil ich nach erfolgtem Spiel und 2x Verlängerung nach Hause wollte / musste -> sie ist einfach nicht mitgekommen und hat weitergespielt; in den 5+ Minuten - ich hatte sie aber immer wieder im Auge ... -hätte man sie - fast - mitnehmen können...) Außerdem versucht sie fast alles mit Geheule und Gezeder durchzusetzen - puh, ich versuche natürlich meistens - zumindest wenn es notwendig ist, nicht nachzugeben (sonst setzt sie das Geheule immer ein), ich sage ihr dann, dass sie bessere Chancen hat, wenn sie mir ihr Anliegen in Ruhe sagt (mich nervt das Geheule Mich interessiert hier mal das Unterthema "Loslösen vom Buggi" im Hauptthema "Trotzphase" bzw. "Selbständigwerden" - wie z.B. in den genannten Situationen am besten umsetzen, um auch Gefahren zu vermeiden. Danke für die Rückantwort(en)! Inike [Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.02.2011 um 00:07.] Inike
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Verfasst am: 10.02.2011 [22:13]
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AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
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Liebe Inike, grundsätzlich sollten Sie immer versuchen, einen Kompromiss zu finden, mit dem Sie und Ihre Tochter leben können. Das ist in der Trotzphase allerdings nicht gerade einfach, weil die Kleinen teilweise einfach aus Prinzip was anderes wollen als die Eltern und auch, weil sie andere Bedürfnisse und Interessen haben. Es ist völlig normal, dass Kleinkinder sehr bewegungsfreudig sind und sich nicht im Buggy fahren lassen wollen oder auch in der Straßenbahn nicht ruhig auf einem Sitz bleiben wollen. Wenn es aber aus Zeitgründen (die Kleinen haben ja alle Zeit der Welt und keine Termine und zudem wesentlich bessere Nerven als wir!) oder zu ihrer eigenen Sicherheit nicht anders geht, dass Ihre Tochter sitzenbleiben muss, dann können Sie das nur mit entsprechender Konsequenz und notfalls unter Protest Ihrer Tochter durchsetzen. Trotzdem sollten Sie grundsätzlich aber zunächst versuchen, Ihrer Tochter das Ganze spielerisch schmackhaft zu machen. Beispiel Straßenbahn: Sie stellen die Regel auf, dass Sie sich in der Straßenbahn beide hinsetzen, wenn möglich. Sofern ein Sitzplatz vorhanden ist, würde ich mich mit der Kleinen hinsetzen und sie nicht im Buggy lassen. Nehmen Sie sie auf den Schoß, schauen Sie aus dem Fenster und zeigen Sie ihr etwas, erfinden Sie vielleicht eine kleine Geschichte dazu. Nehmen Sie ein Bilderbuch zum Anschauen mit oder ein Plüschtier, mit dem Sie sie durch eine kleines Stegreif-Theaterspiel ein wenig ablenken können. Klappt das alles nicht, müssen Sie sie notfalls auch gegen ihren Willen auf dem Schoß festhalten, denn ich bin wie Sie der Meinung, dass es in der fahrenden Straßenbahn einfach zu gefährlich ist, wenn sie herumläuft. Natürlich kann es sein, dass Ihre Tochter dann Zeter und Mordio schreit. Da hilft nur ruhige Gelassenheit und ein möglichst immer gleicher Spruch, den Sie mehrmals wiederholen können: "Wenn du bei mir sitzen bleibst, muss ich dich nicht mehr festhalten. Wir können dann ... machen." Bieten Sie Ihrer Tochter eine Beschäftigung an (erzählen, spielen...). Falls andere Fahrgäste blöd gucken, sollten Sie das einfach ignorieren. Und wenn Sie einer anspricht, können Sie schlagfertig kontern: "Und wie sollte ich Ihrer Meinung nach dafür sorgen, dass sich meine Tochter nicht beim Umherlaufen in der fahrenden Tram verletzt?" Im Mediamarkt (und auch in jedem anderen Geschäft) sollte Ihre Tochter natürlich in der Nähe bleiben, was die Kleinen aber oft langweilig finden und dann eben doch davonspazieren. Wenn das Dableiben nicht so recht klappt (oft helfen die kleinen Einkaufswägelchen extra für Kinder zumindest eine Weile!), können Sie Ihrer Tochter folgende Alternative anbieten: "Möchtest du bei mir an der Hand gehen oder willst du im Buggy sitzen?" Reißt sie sich immer wieder von der Hand los und läuft davon, setzen Sie sie in den Buggy. Bleibt sie darin auch nicht sitzen, klemmen Sie sich Ihre Tochter kurzerhand unter den Arm, sodass sie nicht mehr weg kann. Natürlich wird sie dann erst mal schreien, aber Sie können ja in kurzen Abständen Ihr Angebot (an die Hand oder in den Buggy) wiederholen. Wenn Ihre Tochter merkt, dass sie mit Gebrüll nicht weiterkommt, weil Sie sich auf nichts anderes als die beiden Alternativen "an die Hand oder in den Buggy" einlassen, wird sie sich nach einigen vergeblichen Wutanfällen für eine der beiden Alternativen entscheiden. Herzliche Grüße Ihre Andrea Schmelz Hat Frau Dr. Schmelz Ihnen schon einmal bei einem Problem weitergeholfen? Unterstützen Sie bitte Frau Dr. Schmelz und das Elternwissen-Team und werden Sie Fan von Elternwissen.com und empfehlen Sie unsere Seite Ihren Freunden weiter!
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