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Tochter, 5-jährig, zieht sich zurück


Autor Nachricht
Verfasst am: 23.10.2011 [16:07]
Stoepfi
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 23.10.2011
Beiträge: 1
Guten Tag
Unsere Tochter ist im mitte August in den Kindergarten gekommen (4-Halbtage). Da ich nicht arbeite, war das eine ziemliche Umstellung, vorher war sie zwei Jahre in der Spielgruppe. Anfangs hat es ihr sehr gut gefallen, doch schon bald weinte sie bei der Verarbschiedung aber auch während des Kindergartens. Wenn ein Kind etwas Negatives über sie sagte (z.B. Zeichnung ist nicht schön), fragte sie tagelang zu Hause nach, ob sie nicht schön zeichnen könne und ähnliches. Da kurz darauf die Herbstferien angefangen haben, dachten wir, dass sich die Lage über die Ferien vielleicht beruhigen würde. Die Herbstferien dauern bei uns (Schweiz) drei Wochen und schon anfangs zweite Woche bekam unsere Tochter Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten und sagte, dass sie nicht mehr in den Kindergarten wolle, es sei langweilig. Tatsächlich malt, bastelt und puzzlet sie nur und beteiligt sich nur in passiver Form dem restlichen Unterricht, dass heisst, die Kindergärtnerin glaubt, dass unsere Tochter immer mitdenkt, sich aber nicht äussert.
Ebenfalls in der zweiten Ferienwoche ging sie nicht mehr nach draussen oder zu anderen Kindern nach Hause spielen. Sie spielt nur noch zu Hause, meistens am Liebsten für sich allein und es darf auch nur ein Kind zu ihr spielen kommen. Spricht man sie darauf an, sagt sie nur, sie spiele am Liebsten für sich, dann könne sie die Spielregeln bestimmen und sonst sei nichts vorgefallen. Zur Zeit ist sie erkältet, dass ist seit Anfang Kindergarten, dass 4. Mal, dass sie krank oder erkältet ist. Bin mit meinem Latein am Ende, weiss nicht, ob ich sie bedrängen (draussen spielen etc.) oder einfach machen lassen soll und/oder wie ich sie am Besten unterstützen kann. Da fällt mir noch ein, dass sie auch viel über Gott oder phasenweise über den Tod philosopiert und sich viele Fragen stellt, die ich mir als Erwachsener noch nicht mal gestellt habe. Wir sind nicht religiös und daher ist für uns die Thematik nicht so nachvollziehbar. Bin für jeden Rat dankbar und sorry für die lange Schreiberei icon_redface.gif . Grüsse aus der Schweiz

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 23.10.2011 um 16:17.]
Antworten Profil
Verfasst am: 14.03.2012 [08:34]
miesemuckel
Profi
Dabei seit: 02.05.2008
Beiträge: 49
Hallo Stoepfi,

das klingt, als hätte Deine Tochter einen Frust bezüglich des Kindergartens. Vielleicht hat sie sich das Ganze spannender vorgestellt? Vielleicht ist sie weiter als die übrigen in der Gruppe und die anderen Kinder "sprechen ihre Sprache nicht"? Wenn sie erst so spät (mit 5?) in den Kindergarten gekommen ist, kann ich mir das sehr gut vorstellen, dass es für sie dort einfach zu "leicht" alles ist. Sie möchte Neues lernen, neue Erfahrungen machen usw. und das Angebot der Gruppe entspricht nicht ihren Erwartungen. Sowas führt schnell zu Frust und auch dazu, dass das Kind glaubt, "nicht richtig" (im Sinne von: so wie die anderen) zu sein. Es wäre an der Kindergärtnerin, ihr das Gefühl zu vermitteln, dass alle Kinder unterschiedlich sind und sich genau in dieser Unterschiedlichkeit und Vielfältigkeit deshalb wieder gleich sind. Auch zuhause könnt Ihr sicherlich diese Unterschiedlichkeit betonen und als positiv darstellen. Gerade die philosophischen Fragen zeigen doch, dass Eure Tochter gedanklich schon sehr weit ist... dass das mit anderen Kindergartenkindern zu Konflikten führen kann, ist doch klar. Fragt sie doch einfach mal, ob ihre "Unlust" nicht eher "Langeweile" ist. Gibt es in der Schweiz Programme für besonders begabte Kinder? Besteht die Möglichkeit einer vorgezogenen Einschulung? Oder könnte Eure Tochter vielleicht zusätzlich zum Kindergarten schon irgendwas in Richtung LERNEN machen wie z.B. Waldprojekte, VHS-Kurse (gibt es sowas in der Schweiz?) oder ähnliches? Auf jeden Fall solltet Ihr Eurer Tochter zuhause unbedingt geistiges Futter geben, also ruhig mal ein Buch kaufen, was eher für ältere Kinder gedacht ist (z.B. über diese philosophischen oder religiösen Fragen wie z.B. "hallo Mr. Gott, hier spricht Anna) und das gemeinsam mit ihr lesen.
Ich drücke Euch die Daumen, dass sich die Situation schnell wieder entschärft und dass Eure Lütte schnell wieder Spaß am Kindergarten bekommt!
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