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Unruhiges und lebhaftes Kind


Autor Nachricht
Verfasst am: 26.05.2009 [11:10]
Ulli68
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 09.05.2009
Beiträge: 16
Liebe Frau Dr. Schmelz,

unser Sohn ist 14 Monate alt und schon seit seiner Geburt sehr lebendig und aktiv. Zurzeit hat er jedoch eine Phase, die mich manchmal wirklich auf die Palme bringt. Wenn er nicht bekommt, was er will, wird er richtig wütend. Er beruhigt sich zwar auch schnell wieder, aber er möchte auch immer mit solchen Sachen spielen, mit denen er sich entweder verletzen kann oder die zu schmutzig sind. Seine Spielsachen lässt er links liegen. So geht das manchmal den ganzen Tag und ich habe ihn deswegen leider schon mal angeschrieen, weil ich einfach nicht mehr konnte. Hinterher hat´s mir furchtbar Leid getan und es war dann auch schnell wieder gut. Soll ich so streng mit ihm sein oder lieber etwas mehr erlauben, was ich eigentlich nicht gut finde? Es gibt auch Tage, da kann er ganz friedlich minutenlang sich selbst beschäftigen und findet dann auch Spaß an seinen Spielsachen.

Gerade weil er oft so zappelig und aktiv ist, biete ich ihm einen möglichst entspannten Tag, weil er sich nur schwer selbst beruhigen kann. Seit Mitte März geschieht es auch immer häufiger, dass er nachts durch lautes Weinen wach wird und dann nicht vor vier Stunden wieder einschläft. Mein Mann oder ich sind dann bei ihm und versuchen, ihm wieder beim Einschlafen zu helfen. Kann es sein, dass er durch sein hektisches Wesen und seine innere Unruhe so schlecht schläft? Bis Mitte März war es kein Problem, da schlief er oft 11 bis 12 Stunden am Stück. Auch tagsüber schläft er nur noch maximal 2 Stunden. Ist das vielleicht zu viel? Aus meiner Sicht braucht er diesen Schlaf noch, um auch halbwegs ausgeglichen zu sein. Oder soll ich einen Kinderpsychologen zu Rate ziehen?
Mir ist auch aufgefallen, dass die nächtlichen Wachphasen häufig nach einer Impfung auftreten. Könnte es auch damit zusammenhängen?

Über eine Antwort und einen Rat von Ihnen würde ich mich sehr freuen und bedanke mich herzlich im voraus.

Viele Grüße

Ulli68
Antworten Profil
Verfasst am: 26.05.2009 [23:09]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Ulli68,
Kleinkinder im Alter von 14 Monaten sind ständig auf "Entdeckungstour" und wollen alles ausprobieren und alles haben. Mamas Verbote stören da nur. Gerade ein lebhaftes, sehr neugieriges und waches Kleinkind sollten Sie so wenig wie möglich einschränken. Natürlich müssen manche Verbote einfach sein (schließlich sind die Kleinen motorisch oft sehr fit, haben aber keinerlei Gefahrenbewusstsein!), doch sollten Sie mit Grenzen und Verboten so sparsam wie möglich sein.

Räumen Sie lieber alles, was Ihr Sohn nicht haben darf, außer Reichweite (soweit das möglich ist) und richten Sie ihm ein paar Schrankfächer mit ungefährlichen Dingen ein, die er nach Belieben ein- und ausräumen und untersuchen kann. Wegen "Dreck" würde ich mir keine so großen Sorgen machen. Der normale "Dreck" (Staub, Haare, Krümel) z.B. auf dem Fußboden enthält eher wenig Keime und schon gar keine gefährlichen. Krankmachende Keime wachsen am besten in der Küche auf den Spüllappen und im Kühlschrank - und damit wird er vermutlich nicht spielen wollen.

Es ist ganz typisch, dass Kleinkinder das eigene Spielzeug oft gar nicht so interessant finden, sondern am liebsten das machen wollen, was auch Mama oder Papa tun. Und dann auch möglichst nicht in der "Kinderversion" (etwa Umrühren mit einem Kinderkochlöffel), sondern mit einem "echten" Erwachsenengegenstand. Bieten Sie Ihrem Sohn ruhig geeignete Gegenstände aus der Küche zum Spielen an: Plastikschüsseln, Töpfe, Kochlöffel, Messbecher usw.

Kinder, die sich schwer selbst beruhigen können, haben häufig Probleme beim Einschlafen. Dass Ihr Sohn nachts aufwacht und dann stundenlnag nicht wieder einschlafen kann, ist aber nicht unbedingt typisch für sein "hektisches Wesen". Oft schlafen solche Kinder (wenn sie einmal eingeschlafen sind) gut durch, da sie jeden Tag richtig ausgepowert ins Bett gehen. Wenn Ihr Sohn so lange nächtliche Wachphasen hat, könnte es sein, dass er weniger Schlaf benötigt als Sie vermuten. Versuchen Sie den Mittagsschlaf zu kürzen und/oder ihn abends etwas später hinzulegen und probieren Sie aus, ob es dann nachts mit dem Schlafen besser klappt. Wichtig ist auch, dass Ihr Sohn zu relativ festen Zeiten seinen Mittagsschlaf hält und abends zu Bett geht. Aber das werden Sie vermutlich schon berücksichtigen, da Sie auf einen entspannten und vermutlich auch geregelten Tag achten.
Tipps zu Schlafproblemen finden Sie auch hier: www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/baby-schlaeft-nicht.html

Ich denke nicht, dass die Konsultation bei einem Kinderpsychologen nötig ist. Die Beratung in einer Erziehungsberatungsstelle kann ich Ihnen aber uneingeschränkt empfehlen.

Sie schreiben, dass die nächtlichen Wachphasen häufig nach einer Impfung Ihres Sohnes auftreten. Um das zu bestätigen oder widerlegen, sollten Sie Tagebuch führen darüber, wann er eine Impfung erhalten hat und wann er nachts wach war. So bekommen Sie den Zusammenhang am ehesten heraus. Sofern Ihr Sohn durch die Impfung keine abgeschwächte Erkrankung bekommt (bei MMR z.B.) oder mit Fieber reagiert (bei jeder Impfung möglich) und deswegen nachts schlecht schläft, sind solche Wachphasen nicht direkt impftypisch. Aber jedes Kind ist anders, sodass es bei Ihrem Sohn also auch tatsächlich so sein kann. Im Alter von 14 Monaten stehen glücklicherweise nicht mehr allzu viele Impfungen an (eine MMR-Impfung und evtl. noch die letzte Sechsfachimpfung oder die Meningokokken-Impfung), wenn er die bisherigen Impfungen gemäß dem aktuellen Impfplan erhalten hat.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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