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Vollkommen verzweifelt... brauche dringend Rat
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Verfasst am: 23.05.2011 [20:07]
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Steffi222
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 23.05.2011
Beiträge: 1
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Hallo liebes Forum User, ich bin vollkommen verzweifelt, verstehe die Welt nicht mehr und in meiner Verzweiflung habe ich gegoogelt und ein Forum gesucht, in dem Eltern sind, die vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht haben ... Mehr oder weniger kurz zu unserer Geschichte. Mein Sohn war schon im Kindergarten auffällig.. einerseits, weil er den anderen Kindern weit vorraus war, andererseits, weil er damals scheinbar schon weniger soziales Verhalten zeigte, als andere Kinder. Irgendwann kam die Kindergärtnerin auf mich zu und sagte, man habe in der Gruppenleiterstunde überlegt und man würde mir nahelegen, meinen Sohn auf eine Hochbegabung testen zu lassen. Nach langer Überlegung entschied ich mich dazu den Weg zu gehen, ich wollte schliesslich wissen, was mit meinem Kind los ist. Das Ergebniss hat mich mehr erschüttert als erfreut, der Psychologe diagnostizierte einen IQ von 133 und demnach eine Hochbegabung.Eigentlich dachte ich, nun könnte man ihm helfen. Im Kindergarten funktionierte das ganze auch einigermassen. Er bekam immer besondere Knobelaufgaben, lernte schon in der Vorschule mehr, als andere Kinder in der ersten Klasse... aber es klappte. Dann wurde er eingeschult, konnte damals schon mehr oder weniger perfekt lesen und mit Zahlen im Bereich bis 20 rechnen. Von da an, nahm das übel jedoch seinen Lauf. Mein Sohn, zeigte keinerlei anstrengungsbereitsschaft. Mehr als einmal disskutierte ich mit ihm aus, wieso er z.B. eine Geschichte aufschreiben müsse, seine Lehrerin wüsste doch, dass er es kann. Wenn er in der Schule keine Lust mehr zum arbeiten hatte, spiele er den "Klassenclown" oder verweigerte die Arbeit einfach komplett. Mittlerweile ist er in der dritten Klasse und ich habe das Gefühl, es wird von Tag zu Tag schlimmer. Er bringt z.B. eine Energie auf um Hausaufgaben nicht machen zu müssen .. wenn er die Zeit und Energie einfach eingesetzt hätte um die Aufgaben zu erledigen, dann wäre es schon fünf Mal fertig geworden. Notentechnisch hat er ( noch!) glücklicherweise keine Probleme, auch wenn diese noch besser sein könnten ... Er hat großes Glück und eine sehr engagierte Lehrerin, die ihn auch sehr mag. Insoweit habe ich einen sehr guten Kontakt zu ihr. Wie gesagt, im Augenblick wird es fast täglich schlimmer. Mittlerweile sind wir so weit, dass er mich beklaut... er stiehlt Geld aus meinem Portomonaie auch wenn ihm 100 % bewusst sein muss, dass ich es merke. Eben habe ich ihn fünf Minuten alleine gelassen, er sollte schon mal ins Bett gehen... als ich wieder zur Tür rein kam, roch es in der Küche nach Streichhölzern und als ich ihn fragte, wieso er nicht einfach gemacht hat, was ich ihm aufgetragen habe, sagte er mir, dass er die Kerze anmachen wollte. Daraufhin habe ich die Kerze weg geworfen. Ich muss euch ehrlich sagen, ich kann nicht mehr ! Ich bin alleinerziehend, seit seinem sechsten Lebensjahr hat sich der Vater kein einziges Mal mehr um ihn gekümmert. Ich muss, um uns beide durchzufüttern vollzeit arbeiten gehen.. ich mache und tue, was irgendwie in meiner Macht steht .. aber es bringt nichts. Nun habe ich den Schritt gewagt und bin mit ihm zu einer Psychologin gegangen... aber wie ihr wahrscheinlich wisst, ziehen sich solche Termine immer ewig hin .. laut Plan soll ich Ende Oktober die Auswertungen aller Tests bekommen ... Lacht mich aus, aber von meinen Schwiegereltern weiss ich, aus vielen Gesprächen, dass er als Kind wohl genauso war .. und wenn ich sehe, wie er geendet ist, mache ich mir noch viel mehr Sorgen um meinen Sohn. Alles was er im Augenblick so anstellt, Lügen, stehlen und diese extreme Faulheit .. kenne ich nur all zu gut, aus den Erzählungen der Schwiegerelten. Ich wäre so dankbar einen guten Tipp zu bekommen .. ich kann nämlich langsam nicht mehr.. bin am Ende mit meiner Kraft .. |
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Verfasst am: 24.05.2011 [00:14]
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AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
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Liebe Steffi222, leider sind hochbegabte Kinder nicht automatisch auch in der Schule besser oder in der Erziehung einfacher (oft ist sogar wie bei Ihrem Sohn das Gegenteil der Fall!). Was die Hausaufgaben betrifft: Gibt es eine Möglichkeit, dass Ihr Sohn andere (anspruchsvollere!) Aufgaben bekommt als der Rest der Klasse? Wahrscheinlich langweilt er sich bei den üblichen Hausaufgaben zu Tode und weigert sich deshalb standhaft sie zu machen. Wenn er Aufgaben bekäme, die ihn wirklich fordern, würde es vermutlich besser gehen. Das Argument, dass er die regulär gestellten Aufgaben einfach und schnell erledigen könnte, zieht bei Ihrem Sohn nicht. Viele hochbegabte Kinder sträuben sich bei Routineaufgaben! Ich verstehe natürlich, dass Ihr Sohn auch lernen muss, ungeliebte Aufgaben zu machen und bei der Sache zu bleiben, doch fällt ihm das wohl noch sehr schwer. Vielleicht können Sie mit der Lehrerin hier einen Kompromiss finden. Sie schreiben, dass Ihr Sohn Geld aus Ihrem Portmonee klaut. Was macht er denn mit dem Geld bzw. wofür braucht er es? Kann er auf Wünsche nicht warten und bessert so sein Taschengeld aus? Oder macht er es eher, um Ihre Aufmerksamkeit zu bekommen und braucht das Geld eigentlich gar nicht? Versuchen Sie ruhig mit Ihrem Sohn zu klären, was dahinter steckt und versuchen Sie einen Kompromiss zu finden, der Ihrem Sohn entgegenkommt, sodass er nicht mehr klauen muss. Am besten wenden Sie dazu die Technik des "aktiven Zuhörens" an. Hier finden Sie etwas darüber: www.elternwissen.com/forum/beitraege/schule-und-eltern/sohn-7-jahre-macht-was-er-will.html Auch das Lügen muss genauer betrchtet werden. Lügt Ihr Sohn, um sich vor Unangenehmem (z.B. Hausaufgaben) zu drücken, um Strafe/Schimpfe zu entgehen oder erzählt er unwahre Geschichten, weil er sich interessant machen will oder einfach Spaß daran hat zu sehen, wie andere darauf reagieren? Je nachdem sollten Sie auch anders darauf regieren. Wenn er gerne Fantasiegeschichten erzählt, können Sie ihn z.B. ermutigen, diese in einem Heft niederzuschreiben und so ein ganz persönliches "Geschichtenbuch" entstehen zu lassen. Lügt er, um Strafe oder Unangenehmem zu entgehen, sollten Sie mit ihm darüber sprechen, dass Sie zwar verstehen können, dass er dem entgehen möchte, dass das aber nicht immer möglich ist. Schimpfen oder strafen Sie nicht zu hart, sodass Lügen gar nicht nötig sind. Besprechen Sie mit Ihrem Sohn, dass er bei Fehlverhalten nicht bestraft wird, wenn er die Wahrheit sagt, sondern nur das "Vergehen" wieder gut machen muss (sich entschuldigen, kaputt Gemachtes reparieren oder ersetzen usw.). Versuchen Sie, wenn es Ihnen zeitlich und finanziell möglich ist, Ihren Sohn nachmittags zusätzlich zu fördern, indem Sie ihn zu entsprechenden Aktivitäten anmelden (z.B. Schachclub, Musikunterricht, Sport, Theatergruppe oder was auch immer seinen Neigungen/Hobbys entspricht). Lassen Sie sich - unabhängig von der bereits angelaufenen psychologischen Diagnostik - von einer Erziehungsberatungsstelle unterstützen und bezüglich der Erziehung von Fachleuten beraten (Beratung ist kostelos, Adressen unter www.bke.de). Informationen zum Thema Hochbegabung (und zum Teil auch zu typischen Erziehungsproblemen!) finden Sie z.B. hier: www.elternwissen.com/forum/beitraege//hochbegabt-1//1.html www.klugekinder.at und forum.klugekinder.at/ www.hochbegabungs-links.de/ www.lvh-bw.de/ www.dghk.de/ Herzliche Grüße Ihre Andrea Schmelz Hat Frau Dr. Schmelz Ihnen schon einmal bei einem Problem weitergeholfen? Unterstützen Sie bitte Frau Dr. Schmelz und das Elternwissen-Team und werden Sie Fan von Elternwissen.com und empfehlen Sie unsere Seite Ihren Freunden weiter!
Elternwissen auf Facebook ![]() Mein Blog: Working Mom Blog Mein E-Mail Newsletter:Jetzt kostenlos registrieren Chefredakteurin von "Gesundheit und Erziehung für mein Kind" |
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Verfasst am: 07.06.2011 [01:37]
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topefa
Fleißiger Helfer
Dabei seit: 07.06.2011
Beiträge: 13
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Hallo! Die Stichworte "mangelndes Sozialverhalten" und insbesondere der Satz mit der Geschichte (warum soll er sie aufschreiben, wenn die Lehrerin doch weiss, dass er es kann) lassen bei mir alle Alarmglocken klingeln. Das Extrem mit den Hausaufgaben, die Faulheit, etc. passen auch.... War Ihr Sohn schon von klein auf irgendwie anders, Ihrer Empfindung nach? Nimmt er oefters Bemerkungen wortwoertlich und sieht nicht den gemeinten Sinn dahinter? Hat er ein Spezial-Interesse, dem er sich ungewoehnlich aus- giebig widmet und bei Stoerungen evtl. auffaellig oder heftig reagiert? Ist er privat ein Einzelgaenger? Bevorzugt er allein zu spielen, anstatt mit anderen Kindern zusammen zu sein? Gibt es Situationen, in denen er ungewoehnlich, nicht logisch, oder auffaellig, evtl. aengstlich reagiert? Ist er sportlich eher ungelenk, Bsp. Ballspiele, Mannschaftsspiele? Spricht er Dinge aus, die sich nicht gehoeren, aber die Wahrheit treffen (unpassendes Verhalten, das als "unerzogen" wirkt)? Laesst er sich schwer zu Aufgaben motivieren, die ihn nicht interessieren (wird als Faulheit gedeutet), kann aber enorm viel Energie und Hingabe fuer bestimmte Dinge seines Interesses aufbringen? Wenn Sie die meisten Fragen mit JA beantworten koennen, sollten Sie das "Asperger Syndrom" googeln. Kinder mit dieser autistischen Randerscheinung (Hochbegabung kommt hier auch vor, sowohl wie die Kombination mit ADS/ADHS) denken anders, ihr Gehirn funktioniert in bestimmten Bereichen nach einem anderen Schema/Logik! Sie koennen Motivation fuer Pflichtaufgaben kaum aufbringen. Ihre Denkweise ist anders. Ihr Sozialverhalten verkehrt, merkwuerdig. Sie koennen Mimik, koerperliche Signale nicht intuitiv erkennen und reagieren demzufolge womoeglich anders, als man es von ihnen erwartet (Folge: soziale Probleme, Mangel an Freunden...). Aeusserlich erscheinen sie ganz normal, aber ein paar Puzzleteile machen stutzig.... Gute Infos gibt es bei den Vereinen, diese sind bei den Autismuszentren angegliedert. Der Bekanntheitsgrad dieses Syndroms steckt noch in den Kinderschuhen, weil es in den 90-er Jahren wieder aufgerollt wurde. Langsam tut sich etwas, aber leider wissen noch immer wenig Aerzte hiervon und auch wenig Psychologen sind auf diesem Gebiet versiert. Falls Ihr Sohn betroffen sein koennte, sollten Sie sich an eine sozialpaediatrische Abteilung einer Kinderklinik wenden, die fundierteres Wissen mitbringen. Sehr gute Hilfe gibt es bei den Selbsthilfegruppen durch die Vereine. Falls Sie mehr Infos benoetigen (Buchtipp, etc.) melden Sie sich einfach bei mir. Liebe Gruesse und viel Kraft, "topefa" |
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