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Weinend in die Kinderkrippe - Was tun?


Autor Nachricht
Verfasst am: 08.06.2010 [15:11]
suessesiex
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 05.04.2008
Beiträge: 4
Hallo liebe Forumus-Eltern,

wir wissen nicht mehr weiter.

Jonas (2,5J.) geht seit November letzten Jahres an drei Vormittagen die Woche, in die "Kinderstube".
Anfang Mai waren wir für eine Woche im Urlaub, davor lief alles super und Jonas ist gerne in die Kinderstube gegangen. Nach unserem Urlaub ging er die Woche darauf bereits recht wiederwillig rein, dann hatte die Kinderstube eine Woche über Pfingsten zu und seitdem gibt es kein Bringen ohne Weinen. Manchmal "fängt" er sich nach einer Stunde, manchmal fängt er sich und fängt später dann wieder an.

Kurz nach unserem Urlaub hat Jonas die Windel abgelegt. Ohne Toilettentraining, ganz von allein und es klappt wunderbar (ausser fürs große Geschäft und für nachts will er eine Windel). Er sagt wenn er muss, kann es zurückhalten. Bis jetzt ist noch nie was danbeben gegangen.

Parallel dazu fremdelt Jonas ziemlich stark. Was er früher nicht hatte. Jetzt braucht er bald eine Stunde bis er sich ansprechen lässt.

Ansonsten ist er sehr ausgeglichen.

Heute habe ich ihn nach zwei Stunden Kinderstube abgeholt weil er immer wieder zum weinen anfing und nicht aufs Klo gehen wollte. Auch eine Windel wollte er nicht anziehen. Man hatte bereits das Gefühl dass er Bauchschmerzen haben müsste weil er´s sich verdrückte. Als er im November in die Kinderstube kam wollte er sich auch einige Zeit nur wiederwillig wickeln lassen.
Ich verstehe ihn, wer mag sich schon gerne von "Fremden" wickeln lassen aber inzwischen geht er ja schon so lange hin und sie sind wirklich ganz lieb zu ihm.

Wir wissen nicht was wir machen sollen. Mein Mann kann ihn nicht bringen weil er zu früh in der Arbeit sein muss. Zu Hause lassen kann ich Jonas auch nicht ständig weil ich arbeiten muss. Ich bin zwar flexibel, weil Selbständig aber das ist ja auf Dauer auch nicht die Lösung. Was können wir alle tun um ihm das "aufs Klo gehen" zu erleichtern?

Ich hoffe ihr könnt uns helfen, wir sind inzwischen wirklich ratlos.

LG suessesiex

P.S. Vielleicht noch ein kleines großes Erlebnis von vor zwei Wochen. Wir waren im Garten, Jonas musste auf die Toilette und konnte das bis dato auch alleine. Er lief rein, es war Durchzug, die Tür schlug zu und er klemmte sich die Finger. Ab ins Krankenhaus, alles in Ordnung nur eben Blutergüsse unter zwei Fingernägel und ein riesengroßer Schreck. Seitdem hat er Angst vor knallenden Sachen, spricht ständig über seine Finger und man muss mit aufs Klo gehen. Heute hat er zum ersten mal richtig bewusst, ganz langsam "DIE" Tür zugemacht.
Antworten Profil
Verfasst am: 08.06.2010 [16:52]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe suessesiex,
Ihr Sohn Jonas ist vermutlich eher ein vorsichtiges Kind, das zeigt auch sein Verhalten nach dem Einklemmen der Finger. Daher braucht er vor allem Zeit.

Dass Kinder sich nach einer längeren Pause (Urlaub, Kindergarten geschlossen, Krankheit) am Anfang in der Kinderkrippe oder im Kindergarten wieder schwer tun, kommt häufiger vor und gibt sich mit der Zeit von selbst wieder, sofern es nicht Probleme im Kindergarten selbst (mit einer Erzieherin oder anderen Kindern) gibt. Im Zweifelsfall sollten Sie ihn vorübergehend wieder kürzer dortlassen (eher abholen, auch wenn er nicht weint, dann Zeit wieder steigern) und anfangs vielleicht sogar wieder dabeibleiben, sich aber strikt im Hintergrund halten.

So, wie Sie alles beschreiben, liegt es aber vielleicht weniger an der Kinderstube bzw. an der Trennungssituation, sondern eher am Stuhlgangsproblem. Das Sauberwerden ist ein Entwicklungsprozess, der sich nur schlecht beschleunigen lässt - im Gegenteil, je mehr Sie versuchen, etwas am Status quo zu ändern, umso mehr Druck entsteht und das wirkt sich eher negativ aus.

Sie ziehen Jonas bestimmt Kleidung an, die er schnell auch selbst herunterziehen kann (am besten Hosen mit Gummibund), damit er selbst zur Toilette kann - zumindest zum Wasserlassen. Haben Sie schon einmal versucht, ihm einen Windelslip anzuziehen (schon morgens)? Den kann er fürs "kleine Geschäft" selber wie einen Slip ausziehen, hätte aber für den Notfall schon eine Windel um, sodass man sie ihm in der Kinderkrippe für den Stuhlgang nicht extra anlegen müsste. Vielleicht würde er da dann reinmachen, wenn er die Windel ohnehin schon an hat. Natürlich müsste er danauch auch gewickelt werden, wenn es nicht zufällig kurz vor der Abholzeit ist und Sie das dann machen könnten.

Das wäre zumindest eine schnelle Lösung für sofort. Natürlich dürfen Sie auch behutsam (!) darauf hinarbeiten, dass Jonas auch den Stuhlgang ohne Windel und in die Toilette macht. Dieses Thema hatte wird vor kurzem erst im Forum und zwar hier: www.elternwissen.com/forum/beitraege/erziehung-und-entwicklung/wie-werden-wir-die-windeln-los.html.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 16.06.2010 [11:18]
SunnyCalm
Alter Hase
Dabei seit: 27.05.2009
Beiträge: 24
Liebe suessesiex,

Jonas ist 2,5 Jahre alt und alles, was Sie schildern, ist absolut normal. Ich würde mir eher Sorgen machen, wenn es nicht so wäre. Erwarten Sie nicht zu viel und vor allem nicht zu schnell. Ich kann Ihnen versprechen, das was Sie jetzt schon "soooo lange" beunruhigt, wird Ihnen später rückblickend betrachtet nur als Episode vorkommen.

Bezüglich Sauberwerden hat Frau Schmelz eigentlich alles gesagt: Höschen-Windeln und Gummibund-Schlupfhosen sind hilfreich. Ansonsten nicht so viel Buhei machen, es regelt sich alles. Wenn er verkrampft, müssen Sie um so lockerer sein. Viel Loben, wenn es klappt, und wortlos übergehen, falls nicht. Gegebenenfalls, aber nicht zu oft und vor allem ohne Vorwurf, in der passenden Situation einfach gute Tipps geben ("Einhalten tut weh, bei Zeiten Pipi machen, tut nicht weh" und "Aua beim Aa-Machen? Beim ersten Müssengefühl rauslassen, dann werden die Würstchen nicht so hart.") Alles braucht seine Zeit und Jonas mit seinen zweieinhalb Jahren steht noch reichlich davon zu.

Bezüglich Kindergartenbesuch haben es erfolgreich sowohl meine Eltern mit mir als auch ich mit meinem Sohn so gehalten, daß wir deutlich gemacht haben: Es gibt Dinge, die man sich aussuchen kann (z.B. was spiele ich) und Dinge, die man sich nicht aussuchen kann (z.B. Schlafenszeiten). Zur letzten Gruppe gehört eben auch, daß Eltern arbeiten gehen und Kinder in die KiTa bzw. Schule müssen. Und je selbstverständlicher Sie das durchziehen, um so weniger wird darüber diskutiert. Es wird irgendwann als unumstößlich hingenommen. Feiertage und Urlaub werden deutlich als Besonderheit zur Abgrenzung benannt. Oder würden Sie etwa die gewesenen schönen und nur auf mich ausgerichteten Tage mit Mama nicht festhalten und verlängern wollen?

Bleiben Sie optimistisch, alles wird gut.
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