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Wie im Kiga weiterverfahren?
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Verfasst am: 15.02.2011 [11:37]
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emmismama
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 15.02.2011
Beiträge: 3
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Hallo meine Tochter (3,5 Jahre) geht seit einem halben Jahr nur noch mit Widerwillen in den Kiga. Sie geht seit dem Sommer 2009 (mit 2 Jahren) in den Kiga. Nach einer Eingewöhnungsphase lief alles super. Sie hatte eine tolle Freundin gefunden und ist gerne in den Kiga gegangen. Beide Kinder berichteten, dass es wohl einen Jungen in der Gruppe gab, der ziemlich viel ärgert. Aber beide Mädchen zusammen konnten die Situation gut klären. Im letzten Sommer ist die Freundin weggezogen und meine Tochter war alleine. Denn sie hatte nie den Kontakt zu anderen kindern gesucht. Und da fing unsere Krise an. Nach den Sommerferien holte ich sie immer öfters schlecht gelaunt ab. Sie hatte (hat) extreme Wutanfälle, schlief Nachts sehr unruhig und wollte plötzlich wieder, dass ich Abends an ihrem Bett bleibe, bis sie eingeschlafen ist. Uns war dieses Verhalten völlig unerklärbar. Sie erzählte auch immer weniger vom Kiga. Anfangs dachte ich, das wäre normal. Unser Großer (6Jahre) hatte auch so ne Phase wo er erst Tage später vom Kiga erzählt hat. eines Abends hatte sie wieder einen Wutanfall. Nach 2 Std (!) schreien, treten, auf den Boden schmeißen, fiel sie mir in die Arme und fing bitterlich an zu weinen. Sie erzählte, dass es 2 Kinder gibt, die sie ständig ärgern und auch wohl ihre persönliche Grenze nicht akzeptierten. Ich hab sofort das Gespräch mit der Erziehern gesucht. Ihr ist wohl aufgefallen, dass meine Tochter öfters mit diesen Kindern am zanken war, fand dies aber nicht sonderlich schlimm. Die Situation zu Hause verbesserte sich nicht und es zerrte immer mehr an den Nerven, diese jetzt schon fast täglichen Wutanfällen. eines Tages brachte meine Tochter gemalte Bilder mit nach Hause, wo mir schlecht wurde.....schwarz und rot gemalt und sehr aggressiv.....Wieder suchte ich das Gespräch und die Erzieherin stimmte mir zu, dass was mit meiner Tochter nicht stimmte. Sie riet mir, das Selbstbewusstsein meiner Tochter zu stärken. Was ich auch tat (ich dachte mir Geschichten aus, wo diese Situation im Kiga beschrieben war und es ein gutes Ende nahm, ich besorgte Bücher die wir uns gemeinsam anschauten, und ich habe Dinge im Alltag eingebaut, die Mutig sein erfordert). Doch leider änderte sich noch immer nichts. Es kam noch hinzu, dass sie gar nicht mehr mit den Nachbarskindern spielen wollte, geschweigedenn mit ihrem Bruder. Sie zog sich immer mehr zurück. Im Dezember forderte ich ein Gespräch mit Leitung und Erzieherin. Aber ich bekam nur zu hören, dass es meiner Tochter gut ginge, sie zwar keinen festen Spielpartner hätte aber sich an allem beteiligt und auch mit den 2 anderen Kindern immer besser verstehen würde (meine Tochter hat mir aber zu Hause erzählt, dass sie ganz oft weine im Kiga und wenn sie sich wehrt gegen andere sie auf den Stuhl muss), und wir sollten doch mal schauen, ob das Problem nicht zu Hause liegen würde! Aber das kann ich absolut bestreiten. Weder haben wir eine Ehekrise, noch sind mein Mann und ich uns uneinig in der Erziehung, noch ist irgendeine Veränderung, die so ein Verhalten auslösen könnte. Ich sprach einen Gruppenwechsel an und der wurde erstmal nach hinten verschoben, mit der Begründung, man solle doch noch abwarten, ob sich nicht doch was ändert. Anfang Januar kam es zu einem Unfall (meiner Meinung nach liegt hier eindeutig eine Verletzung der Aufsichtspflicht vor) wo ich mit meiner Tochter zur Kontrolle in die Klinik musste. Jetzt wollte ich erst recht einen Gruppenwechsel. Aber dieser wurde abgelehnt, mit der Begründung: Wir als Eltern wären voreingenommen und hätten keinen neutralen Standpunkt!!!! Ich schaute mich nach einem anderen Platz um, aber leider bekomme ich keinen anderen. Meiner Tochter geht es zunehmends schlechter im Kiga. Die neuste "Vermutung" der Erzieherin ist, dass eine Störung zwischen meiner Tochter und mir vorliegt. Meine Tochter könne sich nicht trennen, weil sie sich sorgen um mich machen würde. Aber in die Musikschule, Tanzschule und auch bei einem befreundeten Pärchen kann ich sie ohne Problem bringen. Sie geht dort gerne hin und vor allem will sie dort alleine bleiben. Deshalb sehe ich diese Bindungsstörung etwas anders. Aus meiner Not heraus lasse ich meine Tochter oft zu Hause, da ich sie nicht zwingen möchte, dort hin zu gehen, wo es ihr sichtlich nicht gut geht. Ich weiß leider nicht mehr, wie ich mich noch verhalten soll? Der Kiga schiebt alles auf uns, unsere Großer muss deutlich zurück stecken, da die fast täglichen Wutanfälle es kaum zu lassen, sich auch mal unserem Großen zu widmen, die Abende sehr lang für mich sind, wenn ich wieder min 1 std am Bett sitzen muss oder unsere Tochter bei uns schläft. Ich will es ihr auch nicht verwehren, da ich spüre, dass sie diesen "schutz" grad dringend brauch. Aber ich weiß nicht mehr weiter....... Bin ich so schlecht als Mutter, dass ich es nicht erkenne, wenn es meiner Tochter nicht gut geht? Wie soll ich mich weiter gegenüber dem Kiga verhalten? Was kann ich noch tun um meiner Tochter den Kiga schmackhaft zu machen? Nach einem halben Jahr habe ich auch sorge, dass meine Tochter psychische Schäden zurückbehält.... Sorry, etwas lang.... aber ich hoffe sie können mir noch Tipps geben, dass wir die Situation besser bewältigen können.... Danke |
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Verfasst am: 15.02.2011 [17:52]
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AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
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Liebe emmismama, nach Ihrer ausführlichen Schilderung der Situation stellt sich mir das Problem so dar: Ihre Tochter leidet ganz offensichtlich sehr unter der Situation im Kindergarten, aber sowohl die Erzieherin(nen) als auch die Kiga-Leitung sehen das Problem nicht innerhalb der Gruppe oder des Kindergartens, sondern schieben das auf die Situation zuhause ab. Dafür gibt es jedoch keinen Anhaltspunkt. Da Sie schon mehrere Gespräche hatten und sich nichts gebessert hat, dürfte die Situation inzwischen recht verfahren sein. Von Seiten des Kindergartens wird man vermutlich nichts ändern wollen oder können (bzw. sieht keinen Bedarf hierfür) und wird Ihren Bitten um Änderung nur mit einer Verteidigungshaltung (an uns liegt es nicht, bei uns ist alles im grünen Bereich, das Kind ist integriert in der Gruppe) entgegentreten. Wenn es mein Kind wäre, würde ich meine Tochter aus dem Kindergarten herausnehmen, da sie ganz offensichtlich erhebliche Probleme in der Kindergartengruppe hat, und einen anderen Kindergartenplatz oder einem Platz bei einer Tagesmutter zu suchen. Gibt es denn auch im Nachbarort keinen Kindergarten, der Ihre Tochter (zumindest in einigen Monaten) aufnehmen könnte? Dass der Besuch eines Kindergartens für sie sinnvoll ist, steht außer Frage. Aber diese Kindergartengruppe ist für Ihre Tochter definitiv nicht förderlich! Ich denke nicht, dass ein weiteres Abwarten bzw. die Hoffnung auf eine Änderung Aussicht auf Erfolg haben werden. Herzliche Grüße Ihre Andrea Schmelz Hat Frau Dr. Schmelz Ihnen schon einmal bei einem Problem weitergeholfen? Unterstützen Sie bitte Frau Dr. Schmelz und das Elternwissen-Team und werden Sie Fan von Elternwissen.com und empfehlen Sie unsere Seite Ihren Freunden weiter!
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Verfasst am: 21.02.2011 [11:40]
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Pfeffi
Newbie
Dabei seit: 03.02.2011
Beiträge: 3
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Liebe emmismama, ich möchte dir auch Mut machen auf deine Intuition als Mutter zu hören. Wenn du das Gefühl nicht los wirst, dass es deiner Tochter über einen längeren Zeitraum im Kindergarten nicht gut geht, dann suche eine andere Lösung. Denn schlechter kann es ja kaum werden. Es gibt eben auch gute und weniger gute Erzieherinnen und da kann man als Mutter oder Vater wenig dran ändern. Manchmal ist er besser umzukehren, als einen Holzweg zu Ende zu gehen. Viel Mut und vorallem viel Kraft für das Bevorstehende. Liebe Grüße. Pfeffi |
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Verfasst am: 21.02.2011 [12:08]
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umbre11a
Alter Hase
Dabei seit: 25.09.2010
Beiträge: 32
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Liebe Emmismama, manchmal ist es sehr schwierig, zu erkennen, wann sich eine im Prinzip harmlose Situation zu einem handfesten Problem entwickelt. Ich kenne das Gefühl der Unsicherheit auch, wenn man denkt, vielleicht sehe man die Dinge wirklich ein bißchen einseitig. Aber darauf kommt es ja jetzt eigentlich gar nicht mehr an. Ganz offensichtlich hat sich die Situation so entwickelt, dass alle Fronten verhärtet sind und auch ein Wechsel der Gruppe innerhalb des Kigas nicht das verlorene Vertrauen wieder herstellen kann. Ich teile also die Meinung von Frau Dr. Schmelz, dass du deine Tochter schnellstens aus der Situation herausnehmen solltest. Selbstverständlich solltest du dich auf dein Bauchgefühl verlassen, und dir nicht die Schuld zuschieben lassen. Die Motivation der Kindergartenleitung ist eindeutig, sie möchten das Problem nicht als Ihres anerkennen, da sie dann zugeben müssten, pädagogisch nicht angemessen reagiert zu haben. Nicht jede kindliche Unlust muss gleich zu der Vermutung führen, dass ein Kind von anderen ausgegrenzt wird. Aber wenn ein Kind über einen so langen Zeitraum und so massiv reagiert, dann müssen die Erzieher einfach reagieren, schließlich ist es eine Vertrauenssache, sein Kind in Jemandes Obhut zu geben. Vielleicht ist es sinnvoll, wenn du mit deinem Kind in Rollenspielen übst, wie es auf Situationen reagieren könnte. Ich mache das mit meinem Sohn auch so. Wir machen das in verteilten Rollen, so nach dem Motto "Jetzt bist du der Mirko und du willst das Spielzeug haben und nimmst es mir einfach weg und ich bin (Name deines Kindes) Also mein Sohn versteht das ganz prima und lässt sich gerne auf solche Spiele ein. Ich finde dabei besonders wichtig, dass man den Kindern zeigt, dass sie ihren ganzen Körper zur Abwehr einsetzen sollen, denn Kinder, die andere drangsalieren, reagieren oft nicht auf ein schüchtern hervorgebrachtes "Nein". Ich habe meinem Sohn gesagt, er soll einen beherzten Schritt auf das andere Kind zumachen und "Nein" sagen, oder seine Hand vorstrecken. Aufstampfen verstärkt auch noch einmal die vorgebrachte Abwehr. Viel Glück dir und deiner Kleinen! C.W. |
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