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Allergie / Erkältung oder was?


Autor Nachricht
Verfasst am: 21.08.2009 [11:33]
Kaggen
Alter Hase
Themenersteller
Dabei seit: 10.06.2008
Beiträge: 25
Liebes Elternwissen.com-Team

Unser bald 7-monate alter Sohn "chnorzelt" und pfeift seit über einem Monate beim Atmen. Gestartet hat alles mit einem leichten, trockenen Husten und der Diagnose "obstruktive Bronchitis". Ich inhaliere seit mehr als 4 Wochen mit Ventolin.
Nun habe ich mal kuscheltiere und Daunendecke aus dem Bettchen genommen und über Nacht waren alle Atemgeräusche verschwunden. In der folgenden Nacht waren die Geräusche plötzlich wieder da, inkl. Pfeifen. Am Tag wieder weg. Dabei schläft er tagsüber im selben Bett wie nachts, weiterhin auf einer "normalen" Matratze, ohne Kuscheltiere oder Daunendecke. So geht das nun hin- und her. Hinzu kommt eine leichte Schnupfennase und der 3. Zahn ist auch unterwegs.
Insgesamt ist unser Sohn total munter, trinkt gut und ist vom Allgemeinzustand her überhaupt nicht beeinträchtigt.

Nun bin ich etwas ratlos: Kann dies eine Allergie sein? Oder ein dauernd-neuer Infekt? Könnte es auch mit dem Zahnen zu tun haben? Soll ich evtl. mal Bioresonanz-Therapie machen? Oder soll ich einfach weiter zuwarten? Unser Kinderarzt it nicht beunruhigt, ich ürde mich halt freuen, wenn der Kleine mal wieder so richtig gesund ist.
Herzlichen Dank für Ihre antwort
Antworten Profil
Verfasst am: 21.08.2009 [18:11]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Kaggen,
bei Babys und Kleinkindern sind die Atemwege viel kleiner als bei einem Erwachsenen. Schwillt nun im Rahmen eines Infektes die Schleimhaut in den Bronchien an und bildet sich mehr Schleim, sind die Bronchien schnell "zu" und die Kleinen "pfeifen" und schnorcheln beim Atmen. Ein viraler Infekt kann die Bronchialschleimhaut bis zu 6 Wochen beeinträchtigen, sodass es oft relativ lange dauert, bis eine obstruktive Bronchitis wieder ganz abgeklungen ist.

Insbesondere, wenn zusätzlich ein familiäres Allergierisiko besteht, können die beschriebenen Beschwerden natürlich auch auf ein allergisches Geschehen zurückzuführen sein (z.B. Hausstaubmilben, Tierhaare, Pollen, seltener auch Nahrungsmittel). Allein anhand der Symptome kann also eine Allergie nicht sicher von einer verzögerten Erholung von einem Infekt abgegrenzt werden. Zudem treten bei allergischen Kindern oft auch gehäuft "Infektepisoden" auf, weil sich Erkältungsviren in der allergiebedingt entzündeten Schleimhaut schneller vermehren können.

Ohne einen Allergietest kann Ihnen also niemand sagen, ob nicht auch eine Allergie dahinter stecken könnte. Spätestens, wenn sich auch in 4 Wochen immer noch nichts gebessert hat oder auch zukünftig "Infektepisoden" alle 4 bis 6 Wochen auftreten, würde ich bei meinen Patienten einen Allergietest machen.

Bioresonanz kann ich nicht empfehlen, denn es gibt etliche Studien, die zeigen, dass die Ergebnisse, die mit Bioresonanz gefunden werden, keine höhere als nur eine zufällige Übereinstimmung zeigen mit den Ergebnissen einer wissenschaftlich fundierten Allergiediagnostik.

Vom Zahnen kommt es mit Sicherheit nicht, obwohl die Kleinen beim Zahnen etwas angeschlagen sind und sich schneller einen Infekt einfangen, aber deswegen nicht zu "schnorcheln" beginnen.

Sofern Ihr kleiner Sohn weiterhin in gutem Allgemeinzustand ist, können Sie ohne Gefahr noch ein bis zwei Wochen zuwarten. Dann würde ich aber wieder beim Kinderarzt nachfassen. Entweder ist die Therapie noch nicht optimal oder es stecken doch Allergien dahinter, die es aufzuspüren gilt. Sofern Ihr Kleiner in die Kinderkrippe oder zu einer Tagesmutter geht, könnten es tatsächlich auch ständig neue Infekte sein, aber das würden Sie erkennen, weil Ihr Sohn dann immer wieder aufs Neue typische Begleitsymptome wie Fieber oder Schnupfen hätte.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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