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Fieberkrampf


Autor Nachricht
Verfasst am: 26.09.2010 [21:17]
FAM08
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 09.01.2009
Beiträge: 10
Hallo Frau Dr. Schmelz,
mit Interesse habe ich einen Ihrer letzten Newsletter über Fieber gelesen, in dem Sie berichten, daß Ihr Bruder unter Fieberkrämpfen litt.
Leider gehört unsere Tochter, fast 2 Jahre, auch zu den Krampfkindern.
Vor 10 Monaten hatte sie im Urlaub das erste Mal einen Fieberkrampf, natürlich habe ich sofort den Notarzt gerufen, aber nach kurzer Zeit durften wir das Krankenhaus wieder verlassen (wir waren auf einer Nordseeinsel, wo es keinen Kinderarzt gab). Wenige Stunden später hatte sie einen 2. Krampf, woraufhin ich meiner Tochter sofort Diazepam gegeben habe.
Zuhause wurde dann ein EEG durchgeführt, was zum Glück ohne Befund war.
Vor 2 Wochen dann hatte sie wieder 2 Fieberkrämpfe innerhalb weniger Stunden. Auf Anraten meines Kinderarztes bin ich dieses Mal mit ihr in die Kinderklinik gefahren und war dort 2 Tage stationär, aber das Fieber und somit die Krämpfe waren nach diesem einen Tag schon vorbei.
Zum Glück dauern die Krämpfe "nur" ca eine Minute, weshalb ich meiner Tochter eigentlich kein Diazepam mehr geben möchte. Zum einen macht das nur Sinn während des Krampfes, und bis ich die Rektiole griffbereit und meine Tochter ausgezogen habe, ist der Krampf ja oft schon vorüber. Den ersten hatte sie vor 2 Wochen zum Beispiel im Auto...und die Nachwirkungen von diesem Hammer sind fast so unangenehm wie der Krampf selber. Beim 2. Krampf war die Situation zwar so, da ich ihr das Diazepam geben konnte, aber danach war sie so schlapp, daß sie nicht mal mehr ihren Kopf halten konnte, was wirklich beängstigend war.
Den zweiten Krampf hatte meine Tochter übrigens bei 38,5 Fieber und 10 Minuten, nachdem ich ihr ein Fieberzäpfchen gegeben hatte! Diese Erfahrung deckt sich mit dem Vorgehen im Krankenhaus - dort sagten mir die Schwestern, daß sie Fieber erst ab 39,5 senken, da auch Zäpfchen einen Krampf nicht verhindern können.
Und wie Sie in Ihrem Newsletter schrieben, denke ich auch, daß das Fieber ja wichtig ist für den Körper.
Aber bei einem Fieberkrampfkind ist es natürlich immer furchtbar, wenn das Kind Fieber bekommt und man jede Sekunde mit einem Krampf rechnen muß. Auch wenn ich weiß, daß so ein Krampf keine Folgen für die Gesundheit meiner Tochter hat - es ist ein absolut furchtbarer Anblick, den ich eigentlich nie mehr erleben möchte...
Haben Sie denn vielleicht noch einen Ratschlag für mich? In einem Homöopathiebuch für Kinder werden bestimmte Globuli genannt, aber ob die wirklich einen Fieberkrampf verhindern können????
Vielleicht gibt es hier im Forum ja auch noch eine weitere Leidensgenossin, die über ihre Erfahrung berichten möchte?
Viele Grüße, fam08
Antworten Profil
Verfasst am: 27.09.2010 [09:45]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe fam08,
leider ist die Veranlagung, auf erhöhte Körpertemperatur mit Krämpfen zu reagieren, schwer zu beeinflussen. Zum Glück wächst sich das aber aus und hinterlässt keine Spätschäden. Achten Sie vorbeugend darauf, dass Ihre Tochter bei erhöhter Temperatur genügend trinkt, denn häufig berichten Eltern, dass ihr Kind vor dem Auftreten des ersten Fieberkrampfes nicht gut getrunken habe. Fieberkrämpfe sind leider mit fiebersenkenden Mitteln nicht sicher zu verhindern. Hauptauslöser scheint nicht die Temperatur an sich, sondern der schnelle Temperaturanstieg zu sein.

In der Homöopathie gibt es Mittel, die bei Fieberkrämpfen empfohlen werden, z.B. Belladonna C30 bei ansteigendem Fieber, Cuprum metallicum C 30 im Krampf unf Helleborus niger C30 in der Phase der Benommenheit (Dosierung: 5 Globuli in etwas Wasser auflösen und alle 5 Minuten schluckweise zu trinken geben bzw. mit einer Pipette in den Mund träufeln). Allerdings wird bei Ihrer Tochter beispielsweise Cuprum wenig ausrichten können, weil der Fieberkrampf ohnehin innerhalb einer Minute wieder vorbei ist. So schnell ist weder Diazepam noch das Homöopathikum. Da wäre nur vorbeugend eine homöopathische Konstitutionsbehandlung durch einen erfahrenen Homöopathen sinnvoll.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 27.09.2010 um 09:56.]

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