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Tubenmittelohrkatarrh


Autor Nachricht
Verfasst am: 22.03.2011 [13:18]
bomiute
Alter Hase
Themenersteller
Dabei seit: 11.11.2009
Beiträge: 20
Liebe Frau Dr. Schmelz!
Ich habe eine Frage im Auftrag einer Bekannten, bei deren Säugling ein Tubenmittelohrkatarrh diagnostiziert worden ist. Sie würde gerne wissen, was das grundsätzlich genau bedeutet und ob hier möglicherweise Einschränkungen des kleinen Jungen in irgendeinerweise langfristig zu erwarten sind. Wie sehen hier grundsätzlich die diagnostischen Möglichkeiten bei einem fünf Monate alten Kind aus? Herzlichen Dank
Antworten Profil
Verfasst am: 23.03.2011 [02:33]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe bomiute,
bei einem Tubenmittelohrkatarrh entsteht ein Unterdruck im Mittelohr, aus dem sich bei kleinen Kindern sehr schnell ein Paukenerguss entwickelt. Dann bildet sich Flüssigkeit im Mittelohr (= in der Paukenhöhle, Informationen siehe auch hier: www.elternwissen.com/gesundheit/kinderkrankheiten/art/tipp/mittelohrentzuendung.html) hinter dem Trommelfell. Diese sammelt sich, weil die Tube (= Verbindungsgang zwischen Nasen-Rachenraum und Mittelohr, der dem Druckausgleich und der Belüftung dient) durch eine Schwellung der auskleidenden Schleimhaut zugeschwollen ist und die Belüftung nicht mehr funktioniert.

Zu einer solchen Schleimhautschwellung kommt es z.B. im Rahmen eines ganz normalen Schnupfens. Daher entwickelt sich bei Kleinkindern aus einer Erkältung nicht selten eine Mittelohrentzündung. Auch nach einer Mittelohrentzündung kann der Paukenerguss noch über Wochen bestehen bleiben, bildet sich aber häufig von selbst wieder zurück.

So lange der Paukenerguss besteht, funktioniert aufgrund der Flüssigkeit im Ohr die Schallleitung nicht mehr richtig und die Kinder hören auf dem betreffenden Ohr schlecht. Sind beide Ohren betroffen und hält der Erguss lange an, kann die Sprachentwicklung beeinträchtigt sein.

Einen Paukenerguss kann der Kinder- oder HNO-Arzt sehen, wenn er dem Kind mit dem Ohrenspiegel ins Ohr schaut. Dann lässt sich z.B. ein Flüssigkeitsspiegel erkennen. Man kann den Paukenerguss bzw. die Belüftungsstörung mit resultierendem Unterdruck auch messen (auch bei Babys). Das Verfahren nennt sich Tympanometrie (Erklärung siehe z.B. hier: de.wikipedia.org/wiki/Tympanometrie). HNO-Ärzte haben solche Messgeräte.

Besteht ein Paukenerguss, kann man zunächst einmal versuchen, durch abschwellende Nasentropfen die Tube wieder duchgängig zu machen und ggf. durch schleimlösende Mittel den Erguss im Ohr zu verflüssigen, sodass er abfließen kann.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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Verfasst am: 23.03.2011 [13:51]
Alessandri
Alter Hase
Dabei seit: 12.11.2010
Beiträge: 34
Mein Sohn hatte neulich einen Paukenerguss (5 Jahre). Er hatte keine Schmerzen und auch keinen Schnupfen, aber starken Juckreiz im Ohr. Die Ärztin verschrieb Otobacid. Während deer Anwendung verschwand der Juckreiz...kaum sind die Tropfen leer, ist Juckreiz wieder da - was kann man da noch machen?
Antworten Profil
Verfasst am: 23.03.2011 [17:15]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Alessandri,
ein Paukenerguss verusrsacht keinen Juckreiz. Vermutlich hatte Ihr Sohn zusätzlich einen entzündeten Gehörgang - das kann sehr jucken, aber auch schmerzen. Darauf lässt auch das verordnete Otobacid schließen. Es enthält Kortison (Dexamethason, wirkt antiallergisch und antientzündlich) und ein Lokalanästhetikum (Cinchocain, betäubt Schmerz und Juckreiz). Klar, dass es unter dieser Behandlung nicht mehr juckt. Da der Juckreiz nach Absetzen der Behandlung zurückgekehrt ist, besteht die Entzündung des Gehörganges offenbar weiter. Bitte gehen Sie zum HNO-Arzt und lassen Sie Ihren Sohn noch einmal untersuchen.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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