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Vitamin D Mangel


Autor Nachricht
Verfasst am: 07.03.2011 [14:19]
FAM08
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 09.01.2009
Beiträge: 10
Hallo Frau Dr. Schmelz,
bei der U 4 meiner Tochter hat mein Kinderarzt heute morgen die Diagnose Kraniotabes gestellt und erklärt, daß meine Tochter einen Vitamin D Mangel hätte. Dazu passt, daß meine Tochter manchmal sehr schreckhaft ist und teilweise einen sehr ausgeprägten Moro Reflex zeigt. Das war mir vor ca 6 Wochen das erste Mal aufgefallen und hat mich fürchterlich erschreckt, da es mich an die Fieberkrämpfe meiner älteren Tochter erinnerte. Nach einer längeren Pause zeigte sie dann gestern Abend wieder einen solchen starken Moro, und bei der Untersuchung beim Arzt heute "zum Glück" auch - so konnte er sich selbst ein Bild machen.
Ich soll meiner Tochter jetzt die 1000er Vigantoletten geben und in 4 Wochen zur Kontrolle kommen.
Haben Sie noch einen weiteren Tip?
Der Schädel meiner Tochter ist leider schon etwas deformiert - sie mußte 9 Wochen lang die Hüftspreizschiene tragen, so daß ich sie kaum lagern konnte.
Ich mache mir jetzt natürlich Sorgen, woher dieser Vitamin d Mangel kommen könnte - ich habe immer regelmäßig die Tabletten gegeben, allerdings ab und zu direkt nach dem Stillen - weil ich bisher nicht wußte, daß dann die Vitamin D Aufnahme nicht so gut funktioniert.
Mit freundlichen Grüßen
FAM08
Antworten Profil
Verfasst am: 07.03.2011 [17:21]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe FAM08,
eine Rachitis tritt meist dann auf, wenn keine Vitamin-D-Prophylaxe gegeben wird. Unter regelmäßiger Gabe von 500 Einheiten Vitamin D ist sie sehr selten. Es gibt noch einige - sehr seltene - erblich bedingte Störungen des Calcium- und Phosphatstoffwechsels, die dann meist familiär gehäuft auftreten.

Die gelegentliche Gabe des Vitamin-D-Präparates direkt nach dem Stillen sollte nicht so sehr ins Gewicht fallen, da bei den 500 Einheiten täglich schon ein gewisser "Sicherheitszuschlag" enthalten ist. Der tägliche Bedarf an Vitamin D wird (je nach Quelle) zwischen 200 und 400 Einheiten angebenen. Die Akademie der amerikanischen Pädiater empfiehlt z.B. nur 200 Einheiten Vitamin D zur Rachitisprophylaxe.

Da nun aber Rachitissymptome bei Ihrer Tochter aufgetreten sind, ist es wichtig, diese adäquat zu behandeln. Zusätzlich zur erhöhten Vitamin-D-Zufuhr empfiehlt der Verband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland die Gabe von Calcium (siehe hier: www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/contentkin/show.php3?id=458&nodeid=9). Durch die vermehrte Zufuhr von Vitamin D wird Calcium aus dem Blut in die Knochen eingebaut, sodass der Blut-Calciumgehalt so weit sinken kann, dass es zu Muskelkrämpfen kommen kann. Bitte besprechen Sie eine eventuelle Calciumgabe mit Ihrem Kinderarzt.

1000 Einheiten Vitamin D täglich - wie vom Kinderarzt für Ihre Tochter empfohlen - sind allerdings noch relativ niedrig dosiert. Vom Verband der Kinder- und Jugendärzte werden 3000 Einheiten täglich zur Rachitisbehandlung bei Kindern vom 2. bis 12. Lebensmonat empfohlen.

Was die Deformierung des Kopfes betrifft, so gibt sich das von alleine wieder. Achten Sie nur darauf, dass Sie Ihre Tochter immer wieder anders lagern und möglichst nur zum Schlafen direkt auf den Rücken legen (zur Vorbeugung des Plötzlichen Säuglingstodes).

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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