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Eifersüchtiges Geschwisterkind


Autor Nachricht
Verfasst am: 17.02.2010 [20:22]
tanja611
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 17.02.2010
Beiträge: 3
Hallo,

ich bin ein wenig am verzweifeln, mein erster Sohn (2 1/2) ist ziemlich unpäßlich geworden, seit unser zweiter Sohn (3 monate) auf der welt ist. Er macht immer genau das was er nicht soll, er wartet regelrecht darauf was wir sagen um genau das verbotene zu machen. Wenn man mit ihm reden will, kneift er die augen zusammen, und tut so als könnte er uns nicht hören.

Desweiteren will er nicht mehr alleine einschlafen, entweder muss ich oder mein mann bei ihm bleiben bis er eingeschlafen ist. Wenn er dann nachts wach wird kommt er zu uns ins bett und schläft dort weiter. Da meine nächte eh durchs stillen sehr kurz sind, bin ich am nächsten morgen ziemlich gerädert.

Hat jemand einen Tipp was man machen könnte.
Antworten Profil
Verfasst am: 17.02.2010 [23:18]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe tanja611,
Eifersucht auf das Geschwisterchen ist leider ein sehr häufiges Problem und das Erstgeborene benimmt sich "extra schlecht", damit Mami oder Papa sich mit ihm beschäftigen "muss". Dazu kommt bei Ihrem Sohn auch noch die Trotzphase.

Tipps gegen Eifersucht finden Sie hier: www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/geschwister-erziehen/art/tipp/eifersucht-unter-geschwistern-vermeiden.html

Wenn Ihr Sohn etwas macht, was er nicht soll, darf er damit natürlich nicht durchkommen. Aber bevor Sie ihn z.B. für eine Auszeit ins Kinderzimmer bringen (was die Eifersucht noch verstärkt, denn das Baby darf schließlich dableiben), sollten Sie versuchen, ihn mit etwas Interessantem abzulenken oder vielleicht zu bitten, Ihnen zu helfen. Wenn möglich (sofern Sie nicht gerade das Baby wickeln oder stillen), können Sie ihn auch einfach auf den Schoß nehmen und dort kurz festhalten, damit er das, was er nicht tun soll, auch nicht tun kann.

Schläft das Baby bei Ihnen im Schlafzimmer? Wenn ja, will natürlich auch Ihr Großer zu Ihnen kommen. Sie haben die Möglichkeit, ihn immer sofort wieder in sein Kinderzimmer zurückzubringen (eventuell viele Male hintereinander), bis er gelernt hat, dass er nicht im Elternschlafzimemr schlafen soll und in seinem Bett bleibt. Viel nervenschonender und auch günstiger im Hinblick auf die Eifersucht wäre es, wenn Sie ihm momentan das Schlafen bei Ihnen gestatten würden. Da er vermutlich sehr unruhig schläft und Sie dann wahrscheinlich auch nicht richtig schlafen können, könnten Sie ihm eine Matratze auf den Boden legen, auf der er schlafen darf. Dann kann er bei Ihnen sein und fühlt sich nicht ausgeschlossen und Sie können trotzdem ruhiger schlafen.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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Chefredakteurin von "Gesundheit und Erziehung für mein Kind"
Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 19.02.2010 [13:56]
muttis
Super-Nanny
Dabei seit: 19.10.2009
Beiträge: 85
Ach, wie kenne ich dieses Dilemma. Mittlerweile sind meine Kinder 4 und 1,5 Jahre alt. Ich habe da einiges auf meinem Blog geschrieben - schau mal rein, vielleicht hilft dir da was weiter:
http://muttis.wordpress.com/2010/01/29/probleme-wenn-das-geschwisterchen-da-ist/
http://muttis.wordpress.com/2009/07/22/wie-eingreifen-wenn-geschwister-streiten/
http://muttis.wordpress.com/2009/03/25/hilfe-meine-kinder-streiten/
Oder schau mal generell beim Tag "Geschwister": http://muttis.wordpress.com/tag/geschwister/
Alles Gute, muttis
Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 03.03.2010 [13:28]
artna
Junior
Dabei seit: 03.03.2010
Beiträge: 9
Das arme 2,5 jährige Kind: bekommt ein Geschwisterchen und hat so gefühllose, verständnislose Eltern!!! Es ist doch so klar, dass das Kind in dieser Situation noch mehr Aufmerksamkeit, Liebe, Zuneigung, Zeit der Eltern braucht. Die Eltern wollen es aber nur abschieben. Warum dann das zweite Kind überhaupt auf die Welt setzen, wenn es für das erste keine Zeit gibt??? Leider sind davon viel zu viele Kinder betroffen - eine harte Schule, die sie am liebsten nicht machen sollen.
Antworten Profil
Verfasst am: 03.03.2010 [15:50]
talexina
Newbie
Dabei seit: 03.03.2010
Beiträge: 1
@artna: ich denke hier gilt mal wieder der so oft gesagte, aber leider von den Personen die es tun sollten nicht angewandte Satz: wer nichts sinnvolles zu sagen hat: einfach mal die Fre..e halten!
Tanja ist eh schon total verunsichert und fragt extra eine Expertin und dann kommt ein solcher Kommentar, da kann ich nur mit dem Kopf schütteln!
Tanja mit den Tipps wirst Du die Kinder schon schaukeln und nimm Dir einen solchen Kommentar wie den von artna nicht zu Herzen, die hat eh keinen Plan anscheinend.
LG, talexina

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 03.03.2010 um 16:48.]
Antworten Profil
Verfasst am: 04.03.2010 [10:07]
emjotka
Newbie
Dabei seit: 26.08.2009
Beiträge: 2
Liebe(r) Artna,

Hast Du Kinder? Und wenn ja, wieviele? Hat Du Geschwister?

Natürlich hast Du damit recht, dass jedes Geschwisterchen die älteren Kinder mit der Situation konfrontiert etwas teilen zu müssen, Spielsachen, Kinderzimmer, Essen, die Eltern. Das ist in der Tat eine der zu bewältigenden Aufgaben für Kinder und Eltern!

Unzählige Eltern auf dieser Welt haben einen positiven und liebevollen Weg gefunden Ihren Kindern die Angst zu nehmen, die Sorgen zu vertreiben und ihnen zu vermitteln, dass alle Kinder geliebt werden, und dass Teilen kein unzumutbarer Zustand ist, den sich gefühl- und verständnislose Eltern zum Zweck des Kinderquälens ausgedacht haben, sondern die Basis unserer menschlichen Gesellschaft, einer friedlichen und solidarischen menschlichen Gesellschaft! Es geht sogar soweit, das ein Mensch ohne das Eingebundensein in eine Gemeinschaft kein wirklich gesundes glückliches Leben führen kann, und dass ausgeprägtes Einzelgängertum Ausdruck einer Störung der Persönlichkeit ist.

Das Aufwachsen mit Geschwistern ist also keinesfalls eine Erfahrung, die man am liebsten nicht machen sollte, sondern im Gegenteil, wenn man das Glück hat, eine solche Erfahrung machen zu dürfen hat man nicht nur eine solide Basis fürs Leben, sodern auch in den allermeisten Fällen in seinen Geschwistern lebenslange Freunde (manchmal die einzigen). Gerade in problematischen Familien können sich Geschwister gegenseitig durch eine schwere Kindheit retten. Es gibt immer Gegenbeispiele, Beispiele von Zwietracht, echte oder gefühlte Ungleichbehandlung von traumatisierenden Ausmaßen, jedoch muss man bedenken, dass in diesem Fall die Eltern-Kind Beziehung per se problematisch ist, und sie auch ein einziges Kind negativ beeinflussen würde.

Nichtsdestotrotz ist jedes Kind bei der Ankunft eines Geschwisterchens erstmal eifersüchtig und verwirrt. Wenn man sich dessen bewußt ist kann man es berücksichtigen, ohne es zu problematisieren. Man kann also dem Wunsch des älteren Kindes entsprechen dabei zu sein, bei der Pflege mitzuhelfen, etc., weil man weiß, dass es das Gefühl braucht nicht ausgeschlosssen zu sein, man darf aber gewalttätiges oder zerstörerisches Verhalten nicht tolerieren, weil man das (hoffentlich) unter keinen Umständen toleriert.

Man vermittelt dem älteren Kind: Ja, wir sind jetzt mehr,unsere Familie ist gewachsen, und nein, sonst ändert sich nichts, es bleibt alles beim Alten! Du darfst deswegen immer noch nicht schlagen, beißen oder Sachen kaputtmachen, und wenn ich Dich um etwas bitte, erwarte ich immer noch, dass Du es tust!

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, die Phase der ersten Eifersucht geht dann schnell vorüber! Meine vier sich ein eingeschworenes Team, gelegentliche Ringkämpfe eingeschlossen!

Ich weiß nicht welche Lebensgeschichte als Ergebnis diese Ansichten hervorgebracht hat, doch die Art und Weise, wie Du sie dargelegt hast, sprechen Dich vom Vorwurf der Gefühl- und Verständnislosigkeit nicht frei.

Alles Gute, emjotka

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 04.03.2010 um 10:12.]
Antworten Profil
Verfasst am: 04.03.2010 [13:50]
artna
Junior
Dabei seit: 03.03.2010
Beiträge: 9
Danke für die Antwort. Warum geht man in unserer Gesellschaft immer noch von den negativen Seiten, von solchen Beispielen, dass die Kinder schlagen, beißen, ... Gerade wenn die Kinder so wahrgenommen werden, weil sie dies tun, ist der Ausdruck des Unvermögens ihrer Eltern. Und das ist das, was ich nicht akzeptieren möchte: man schafft kaum, die Grundbedürfnisse der Kinder zu befriedigen, geschweige sie richtig zu fördern, zu bilden, zu helfen, all die unzähligen Seiten des Kinders entfalten zu lassen. Als Ergebniss ist die gesichtslose Umgebung von begrenzten Charakteren und nicht von schillernden Persönlichkeiten, zu denen jedes Kind heranwachsen könnte.
Sicher wird man die Kinder "schaukeln" schaffen, die Frage ist, welche psychischen Schäden und unbefriedigenden Bedürfnisse auf der Strecke bleiben. Diese, stellt sich wahrscheinlich kaum jemand, ist doch viel zu unbequem.
Antworten Profil
Verfasst am: 04.03.2010 [16:12]
emjotka
Newbie
Dabei seit: 26.08.2009
Beiträge: 2
Ja, grundsätzlich kann ich mit Dir übereinstimmen, doch ob das Kind seine Persönlichkeit frei entfalten kann oder zu einem angepassten Charakter wird hat nichts damit zu tun, ob es Geschwister hat oder nicht.

Das hängt von der grundsätzlichen Einstellung der Eltern ab, und auch von ihrem Willen und ihrer Bereitschaft ihr Handeln und ihre Überzeugungen immer wieder kritisch zu hinterfragen. Es hängt davon ab, ob Eltern Werte wie Respekt und Achtung vor der Persönlichkeit des Kindes wichtig sind oder nicht. Es hängt davon ab, ob Eltern versuchen nicht aus Ohnmacht oder mangelnder Alternativen in die Erziehungsmuster zu verfallen, die sie in ihrer Kindheit gequält haben. Es kommt darauf an, ob Eltern sich als Macher des Kindes sehen, die den Auftrag haben das Projekt Kind nach ihren Vorstellungen zu vollenden, oder ob sie sich als Begleiter und Beschützer verstehen, die den nährenden Boden bereitstellen, auf dem das Pflänzchen Kind sich so entfalten kann wie es im ureigenen Bauplan angelegt ist. Dass sich ein Kind bei entsprechendem Angebot, die Erfahrungen aussucht, die es zum jeweiligen Zeitpunkt für seine Reifung benötigt, ist ja inzwischen erkannt worden.

Nun ist das Kind trotzdem ein Kind und kein Erwachsener, konkret fehlt es ihm, mit zunehmendem Alter weniger, an Erfahrung und verschiedensten Kompetenzen. Tut man so, als ob das Kind ein kleiner Erwachsener wäre, ist es damit total überfordert, spricht man ihm hingegen jede Kompetenz ab, wird es zweifellos missachtet und unterdrückt. So bleibt die angemessene Begleitung eine einzige Gratwanderung.

Das Kind im Beispiel ist 2,5 Jahre, ein Alter in dem Kinder bei Wut und Verzweiflung oft um sich schlagen. Ich wollte damit einen Fall aufzeigen, in dem ich persönlich bei einem 2,5 jährigen Kind eingreifen würde: Niemand darf von einem anderen verletzt werden, genauso wie man auch nicht von jemandem verletzt werden möchte. Und das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass man das Negative betont, sondern damit, dass Eltern von wütenden Kleinkindern oft mit diesem Verhalten konfrontiert werden.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 04.03.2010 um 16:14.]
Antworten Profil
Verfasst am: 26.03.2010 [11:11]
NYK007
Newbie
Dabei seit: 28.02.2009
Beiträge: 1
Hi,
peter this side from Canada. The things mentioned here are unanimous and needs to be appreciated by everyone. Thanks for the useful information. Its really helpful for everyone.

Thanks
Peter
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