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Gedicht lernen


Autor Nachricht
Verfasst am: 05.09.2009 [14:20]
Sabrinchen
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 16.05.2008
Beiträge: 6
Hallo,
meine Tochter hatte als Hausaufgabe aufbekommen ein Gedicht zu lernen. Dagegen ist ja nichts einzuwenden, allerdings ist es in in bayrischem Dialekt geschrieben. Ihre Lehrerin hat es zunächst mündlich ins Hochdeutsche übersetzt und dann der Klasse einmal vorgelesen hat.
Dieses Gedicht sollte sie nun zu Hause auswendig lernen.
Und das fiel meiner Tochter extrem schwer. Wir selbst sprechen nur Hochdeutsch. Und ich selbst hatte Schwierigkeiten mit der Übersetzung des Textes. Nun bekam sie bei der Benotung der Hausaufgabe „nur“ eine 3 und war sehr enttäuscht. Ist es pädagogisch vertretbar, dass Gedichte oder Texte im Dialekt gelernt werden? Weiß das jemand? Mich würde außerdem interessieren, ob das an unserer Lehrerin liegt, oder ob auch jemand schon Erfahrung damit gemacht hat.


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 05.09.2009 um 14:21.]
Antworten Profil
Verfasst am: 07.09.2009 [21:36]
AnnetteHoll
Quelle der Weisheit
Dabei seit: 26.06.2008
Beiträge: 52
Sehr geehrte Leserin,

ich kann Ihren Ärger über die Hausaufgabe und die Note Ihrer Tochter verstehen. Da Sie selbst nur Hochdeutsch sprechen, ist es natürlich schwierig, ein Gedicht im Dialekt einwandfrei auswendig zu lernen.
Ich halte diese Art der Hausaufgabe für etwas gewagt, da die Lehrerin wirklich nicht davon ausgehen kann, dass alle Kinder der Klasse Dialekt sprechen (bzw. eigentlich sollte sie das ja in ihrem Unterricht schon bemerkt haben).
Laut bayerischen Lehrplan (und ich denke in den anderen Bundesländern ist es ähnlich) sollen die Kinder in der Grundschule den Unterschied zwischen Mundart/Umgangssprache und Hochsprache erkennen und bis zur vierten Klasse wissen, in welchen Situationen was angebracht ist (z.B. hat Umgangssprache im Erzählkreis sicherlich ihren Platz, allerdings sollten z.B. Referate in Hochdeutsch gehalten werden).
Allerdings sollen die Kinder natürlich durchaus mit verschiedensten lyrischen/literarischen Texten konfroniert werden und dazu gehören natürlich auch Gedichte oder Lieder im Dialekt. Regionale Verbundenheit durch Kennenlernen von Dialekten und Gewohnheiten (Feste, Feiertage o.ä.) ist wichtig für die Entwicklung eines Heimatgefühls.
Dennoch halte ich es nicht für angebracht, daraus eine benotete Hausaufgabe zu machen. Ich selbst habe noch nie daran gedacht, meine Schüler ein Gedicht im Dialekt lernen zu lassen. Rechtlich ist es aber natürlich erlaubt, denn die Hausaufgaben liegen im Ermessen des Lehrers.

Mit freundlichem Gruß,
Annette Holl

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Verfasst am: 04.06.2010 [20:26]
newFox
Junior
Dabei seit: 04.06.2010
Beiträge: 6
Sabrinchen schrieb:

[...] Ist es pädagogisch vertretbar, dass Gedichte oder Texte im Dialekt gelernt werden? Weiß das jemand? Mich würde außerdem interessieren, ob das an unserer Lehrerin liegt, oder ob auch jemand schon Erfahrung damit gemacht hat.



Pädagogisch vertretbar, so wie es "AnneteHoll" beschrieben hat, "jein" (ja und nein). Ein Widerspruch ist, die Hausaufgaben sind im Ermessen des Lehrers, aber ich denke die Benotung unterliegen Regeln.
Ich persönlich würde es mit den Schuldirektor und den Lehrer besprechen. "Ob" das pädagogisch sinnvoll ist, sowie ob es erlaubt ist. "unverschuldete Unfähigkeit" zu benoten.

Erfahrung? nein, bei uns (Brandenburg) ist es eh mehr üblich, dass dort Hochdeutsch gesprochen wird.
Es kann sein, dass es in den Stark dialektischen Gebieten so auch gehandhabt wird.

Da fällt mir ein, im Abitur, hatte ich eine Lehrerin, die hatte ein echt undeutlichen Dialekt(mir unbekannt). Da habe ich mich gefragt, ob das pädagogisch sinnvoll ist, in der Abiturstufe, wo es auf jedes Wort ankommt, nicht hochdeutsch zu sprechen...
zumal wir immer gemaßregelt wurden, wenn wir umgangssprachlich geantwortet haben.
so wie: nix, nee, jop, wees nicht,.... (dialektisch halt)



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 04.06.2010 um 20:30.]
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