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Verfasst am: 12.02.2010 [10:12]
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Nele
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 10.04.2008
Beiträge: 7
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Hallo zusammen,
ich - bzw. mein Sohn - habe folgendes Problem. Leon ist 8 Jahre alt und geht in die zweite Klasse. Bisher lief alles richtig gut. Die Kinder lernen nach der Druckschrift die vereinfachte Ausgangsschrift, und diese bereitet ihm unheimliche Probleme. Nächsten Donnerstag ist nun die erste benotete Deutscharbeit fällig. Es wird eine Abschreibarbeit, d.h. die Kinder bekommen einen Text in Druckschrift und müssen diesen in Schreibschrift abschreiben.
Wenn Leon in Druckschrift abschreibt, hat er keinen Fehler, in Schreibschrift reicht ihm zum einen die Zeit max. für die Hälfte des Textes (die Übungsaufgaben umfassen ca. 70 Worte, die in 20 Minuten geschrieben werden sollen), zum Anderen kommen auf 10 Worte 3-4 Fehler. Wir üben zwar jetzt schon jeden Tag abschreiben, aber es wird nicht wirklich besser. Gibt es irgendetwas, was ihm helfen kann - wenigstens eine 4 sollte ja schon rauskommen........
Für eure Tipps wäre ich sehr dankbar….
[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 12.02.2010 um 10:12.]
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Verfasst am: 12.02.2010 [12:49]
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AnnetteHoll
Quelle der Weisheit
Dabei seit: 26.06.2008
Beiträge: 52
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Sehr geehrte Nele,
grundsätzlich kann es natürlich hilfreich sein, wenn Sie mit Ihrem Sohn noch einmal Schwungblätter zu den einzelnen Schreibschriftbuchstaben machen. Dabei sollte ihm bewusst werden, dass bei der Vereinfachten Ausgangsschrift (fast) alle Buchstaben an der mittleren Linie enden.
Allerdings denke ich, dass es weniger an der Kenntnis der Schrift liegt. Ihr Sohn scheint sich angewöhnt zu haben, die Buchstaben einzeln "abzumalen". Das funktoniert bei der Druckschrift gut, weil da jeder Buchstabe für sich steht. Bei der verbundenen Schrift nun sind alle Buchstaben eine lange Schnur und er weiß wahrscheinlich nicht, wo der eine Buchstabe aufhört und der nächste beginnt.
Es kann Ihrem Sohn helfen, wenn er sich angewöhnt, die Wörter vor dem Schreiben bewusst langsam und deutlich in Silben zu sprechen. Für jede Silbe macht Ihr Kind einen Schritt zur Seite und führt gleichzeitig mit der Schreibhand einen tiefen Girlandenbogen aus. Später reicht es, wenn Ihr Kind den Girlandenbogen in die Luft oder auf die Tischplatte schwingt.
Nun schreibt Ihr Kind das geschwungene Wort auf. Dabei spricht es jeden Buchstaben deutlich mit und schreibt so langsam wie es spricht. Zunächst sollte Ihr Kind dies halblaut tun, später wird es flüstern und irgendwann wird es im Kopf „mitsprechen“, d.h. es denkt sich, was es schreibt.
Es kann hilfreich sein, wenn Ihr Kind zweifarbig schreibt. Nach dem Schreiben einer SIlbe, wechselt es den Stift und schreibt die nächste Silbe in der anderen Farbe (z.B. Win - ter - tag).
Mit freundlichem Gruß,
Annette Holl
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Verfasst am: 04.06.2010 [19:12]
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newFox
Junior
Dabei seit: 04.06.2010
Beiträge: 6
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Guten Tag Nele,
Ich besitze zwar selbst keine Erfahrung in Erziehung und Lehren.
Mir sind aber einige Lernprinzipien bekannt, die auch hier auf der Seite zum Teil angesprochen werden.
Dein Kind hat, wie jeder Andere auch, einen bestimmten Lerntyp. Dieser Lerntyp hat einen sehr großen Einfluss auf die Rechtschreibung. So wie ich das sehe, "könnte" es sein, dass Ihr Kind ein visueller Typ ist.
Es sieht die Buchstaben vom Buch und kann sie 1:1 ohne Probleme kopieren.
Folgendes Problem:
Schreibschrift ähnelt "visuell" nur teilweise, für ein Kind evtl. schwer zu erkennen, der Druckschrift, somit hat es "Übersetzungsprobleme", von Druck- zu Schreibschrift.
Folgende Möglichkeiten basieren auf Vermutungen Meinerseits.
2/1.1 Kann Ihr Kind, die Schreibschrift "einheitlich"?
2/1.2 Wenn "nein", dann üben.
2/1.3 Bei Einheitlichkeit, basiert es auf den visuellen Eindruck, das Kind muss in jeden Buchstaben, den es "selbst" geschrieben hat, wiedererkennen.
1.4 Sie lassen ihn den Text zwei mal abschreiben, achten sie darauf, dass optimalerweise, in jeder Zeile die selbe Wortzahl vorhanden ist, zum Vergleich.(wichtig!)
2.4.1 Visuelle Typen verbinden Bilder mit Bilder und Inhalt/Bedeutung.
Sie könnten sich das 5-Fächer-Karteikarten-System zunutze machen. Hierfür benötigen sie max. 59 Karteikarten.
Kurze Beschreibung des Systems, es funktioniert auch ohne "Fächer", sie lassen das Kind auf die 26Karteikarten die 26 "Kleinbuchstaben" in "seiner "Druckschrift"" auf der EINEN SEITE jeder Karteikarte und auf der Anderen "seine einheitliche "Schreibschrift"".
-das selbe mit den Großbuchstaben und "ß" sowie "ä""ö""ü" extra-
2.4.2 5Fächer heißt, Fach1-5, mit 1 fängt man an, dort sind jetzt alle 59 Karteikarten, bei jeder richtigen Lösung, geht die Karte nach "oben" zur 2,3,4,5, bei falsch geht sie nach "unten",... der Stapel 2 wird erst geprüft, wenn im Fach 1 keine Karte mehr drin ist usw.... . Bis alle bie 5 sind, dann bei Bedarf nochmal von Vorne.(geht schneller)
2.4.3 Ihr Kind muss nun die beiden Schriften mit einander "gedanklich" verbinden. Dazu wäre wichtig, das es anfangs, bei Kontrolle der Karteikarten, die Lösung auf ein Extra Blatt schreibt, später kann es versuchen "innerlich" sich, das "Lösungsbild" vorzustellen. (aufschreiben ist für Sie als Prüfer, besser zum "Prüfen")
2.4.4 Jetzt, da ihr Kind die Buchstaben verglichen hat. Lassen sie ihn, ein Text abschreiben. Und prüfen sie jetzt die Geschwindigkeit und Fehlerquote.(Gegebenfalls Vergleich mit Vorigeren Abschriften)
3.1 Wenn ihr Kind ein andere Typ ist, auditiv(Gehör)
dann folgen sie die Hilfe, von "AnnetteHoll", aber beachten sie, dass das innere Mitsprechen, die Lesegeschwindigkeit hemmt.
4.2 Es gibt auch "kinästhetische" Lerntypen (Gefühls-)
Diese haben es in der Regel schwer bei sowas, sie müssen, um sich an bestimmte Sachen zu erinnern, es versuchen "nachzuempfinden" sich, vorzustellen, was wäre wenn,...
Bsp.: Surfen, ihr Kind brauch einen emotionalen Zusammenhang zum "Surfen" --> Wasser --> ähnlich wie: z.B. Schlittenfahren.
Wenn ihr Kind sich an ein Wort erinnern will, dann kommen bei ihm Gefühle hoch, die sie an die Rechtschreibung erinnern.
Wichtig ist noch: Wie Lernen funktioniert.
Es gibt 4 Stufen
1. unbewusste Inkompetenz (bsp.: ihr Kind sitzt im Auto, ist aber nicht Bewusst, dass es nicht selber fahren kann
2. bewusste Inkompetenz (bsp.: ihr Kind sitzt am Steuer und merkt, dass es es nicht kann)
3. bewusste Kompetenz (Bsp.: Ihr Kind lernt es, muss aber "noch" auf alles achten um es zu meistern)
4. unbewusste Kompetenz (Bsp.: Ihr Kind macht es automatisch, ohne groß drüber nachzudenken)
Beim Schreiben ist, es wohlmöglich noch in der bewussten Kompetenz, schrierig hierbei ist, der "Grad" der Kompetenz.
(Lassen sie nur "das Richtige" AUTOMATIESIEREN!)
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